Kleine Triumphe: Das Wertschätzen eines jeden Erfolges

Smile_Pexels_Mias_Anker.Manchmal geschehen prägende Momente, die wir nicht genügend würdigen. Sie scheinen so banal, als würden sie nicht existieren. Und doch sind sie von einer enormen Wichtigkeit.

Das Folgende Beispiel hat einen trivialen Charme, ist jedoch gleichzeitig sehr ausschlaggebend für meine Heilung.

Letztes Wochenende kochte ich mit meinem Freund zu Abend. Es war ein harmonisches Ereignis, das wir uns über die Zeit zu einer unausgesprochenen Tradition machten. Da wir bei ihm waren, begnügten wir uns mit den Zutaten aus seiner Küche. Wir entschieden uns für ein Lachsfilet mit Gemüse – er briet den Lachs, ich das Gemüse.

Soweit so gut. Mittlerweile gelingt es mir zu kochen, ohne zu viel zu naschen. Auch kann ich mich bei ihm besonders gut zusammenreißen. Ich schnippelte also an dem Gemüse, hörte meinen Magen knurren und fragte mich, ob dieses eine Filet und das bisschen Gemüse mir wirklich reichen würden. In Gedanken malte ich mir schon die zwei Toastbrote aus, die ich im Anschluss essen würde.

Als unsere Teller angerichtet wurden, aß ich sehr langsam und versuchte jeden Bissen mit all meinen Sinnen zu schmecken. Ich nahm den Geruch wahr, den Nachgeschmack und die Konsistenz. Und dann geschah es nach Jahren erstmals wieder.

Ich konnte nicht zu Ende essen. Was auch immer es war, der hohe Fettanteil oder das Gemüse, dass zu lange zum Verdauen brauchte, ich war so satt, dass ich nicht weiter essen konnte.

Man sollte vorher bedenken, dass ich bereits Esserlebnisse hinter mir hatte, in denen ich wie ein Scheunendrescher alles zermalmte, was mir in den Weg kam und essbar war. Ich hätte nicht nur seine und meine Portion geschafft, sondern glatt den ganzen Fisch verputzt. Und egal, wie voll ich war, ich aß immer meinen ganzen „Teller“ auf.

Bis zu diesem Zeitpunkt. Mein Freund bot sich an, den Rest zu essen, damit es nicht weggeschmissen werden musste. Sehr nobel und ethisch korrekt, vor allem wenn man bedenkt, dass ich oft einfach nur esse, weil mir langweilig ist, oder es platt gesagt einfach da ist.

Hier ein etwas dunkles und unscharfes Foto (leider nur Handyqualität) von meinem Essen. Ich schoss ein Bild für meine Mutter, die sehen wollte, wie mein Freund einen Fisch auf den Teller serviert.

Wenn ihr mich fragt, sieht das nicht gerade wie eine sättigende Portion aus. Ein zwar relativ großes Filet und ein bisschen Gemüse. Aber weder Kohlenhydrate, noch andere Proteine (außer vom Lachs).

Lachs_Foto_Mias_Anker.

Aber warum mache ich deshalb eine große Sache?

1. Dass ich aufhörte, weil ich nicht mehr konnte, empfinde ich als kleinen Triumph. Damit bestätigt sich nicht nur, dass sich ein natürliches Sättigungsgefühl einpendelt, ich esse außerdem nicht mehr so oft aus emotionalen Gründen, auch genannt „innerer Hunger“

2. Außerdem gelingt es mir offiziell, vor anderen Menschen zu essen und mich zusammen zu reißen. Ich werde sogar satt, ohne im Anschluss noch nach einem Nachtisch zu langen.

3. Essen hat nicht mehr diesen unwiderstehlichen Suchtfaktor für mich, welches mich immer besiegen kann.

Was es auch war, ich konnte nicht zu Ende essen. Es wird sicherlich noch nicht die Regel werden, aber ich erfreue mich an dieser winzigen Tatsache, dass ich eine ganze Mahlzeit geschafft habe, ohne Symptome einer Essstörung vorzuweisen. Und je öfter ich über diesen kleinen Triumph nachdenke, desto glücklicher macht er mich.

Was sind eure kleinen Triumphe am Tag? Gibt es irgendein banales Ereignis, dass euch heute zum Lächeln gebracht hat? Irgendwas, dass so absurd scheint, euch aber ein gutes Gefühl bereitet hat? Dann haltet diesen Moment fest, wiederholt ihn im Kopf und genießt seine positive Nachwirkung! ♥

2 Kommentare zu „Kleine Triumphe: Das Wertschätzen eines jeden Erfolges

  1. Hallo Mia,
    mir passierte heute auch etwas, was mich zum Lächeln brachte, denn es hat mit dir zu tun. Immer wenn ich eine Wimper in der Hand halte, puste ich diese weg und wünsche mir etwas. Meistens: „Mir soll heute noch etwas Tolles passieren.“ Ich bin in manchen Dingen abergläubisch, weil es mir gut tut und ich mich so viel eher über kleinere Geschehnisse freue.
    Jedenfalls – kein Witz, ich pustete die Wimper wie üblich weg und widmetete mich wieder meinem Text, den ich zu dem Zeitpunkt verfasste. Kurz darauf wurde ich von WordPress über einen Kommentar – deinen Kommentar zu meinem Blogpost – informiert. Die Neugier ließ mich nicht weiter arbeiten. Als ich deine lobenden Worte las, musste ich breit grinsen. War es Zufall, oder die Wimper? 😉
    Viele Grüße
    Michaela

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