Wenn körperlicher Schmerz zu seelischem wird

Ich war lange nicht mehr über einen so langen Zeitraum körperlich krank. Drei Wochen sind es nun, in denen ich darunter leide und weiß gar nicht damit umzugehen, denn (physisch) krank werde ich nie!

Über psychischen Kummer weiß ich bestens Bescheid, denn er lähmt mich auf eine unbeherrschte Weise und fesselt mich an meine vier Wände. Nun aber zwingt mein Körper mich „in die Knie“ und verbietet mir sämtliche Privilegien. Auch jetzt kann ich kaum aus dem Haus gehen und das schon seit 6 Tagen.

Krank und genervt.

Angefangen hat es mit einer doofen Grippe. Ich vermute mal stark, dass schon jeder eine hatte und daher sicher weiß, wie sehr sie den Körper schwächt. Fieber, Schnupfen und Gliederschmerzen. Es war einfach nur ätzend.

Eine Woche später musste ich auf einer Messe arbeiten. 6 Tage, 10 Stunden am Stück. Kaum auskuriert, fiel es mir schwer, aufrecht stehen zu können.  Als Kellnerin lief ich den ganzen Tag hin und her und fühlte mich von Tag zu Tag immer schwächer. Wenn ich das Gefühl hatte, umzukippen, verabschiedete ich mich schnell mit der Ausrede auf Klo zu gehen, und schnappte nach frischer Luft. Am letzten Tag konnte ich kaum noch aufrecht stehen. Ich stand kurz davor, nach Hause zu gehen, aber da wir eine Stunde früher Schluss bekamen, versuchte ich bis 17 Uhr durchzuhalten. Am nächsten Tag ging ich ins Krankenhaus, weil ich den Schmerz nicht mehr aushielt. Es war alles. Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Übelkeit, starke Bauchschmerzen und Kopfweh. Welch glorreiche Idee, an einem Sonntagnachmittag ins Krankenhaus zu gehen. Bis ich dran kam, war es bereits ein Uhr Morgens. Bis ich entlassen wurde, war es Montag, 7 Uhr früh.

Morgen ist es genau eine Woche her, dass ich erfuhr, was nicht mit mir stimmt. Den Magendarminfekt hatte ich mir schon fast gedacht, aber das andere nicht. Es ist nicht lebensgefährlich und doch geht für mich irgendwie die Welt unter. Die ganze Woche über konnte ich nichts tun, als herumzuheulen und mich  selbst zu bemitleiden.

Ich ignorierte die Arbeit, ich ignorierte das klingelnde Handy und blieb allein mit mir und meinen Gedanken. Menschen konnte ich sehen und das ließ mich gleichzeitig noch einsamer werden.

Wenn körperlicher Schmerz zu seelischem wird

Ich bin keine glorreiche Entdeckerin, wenn ich sage, dass aus physischen Krankheiten ganz schnell mal psychische werden. Aber diese Mischung aus beiden zu erleben, lässt mich ein ganz neues Level an Schmerz kennenlernen. Gewiss gab es Momente, in denen meine Seele so ausgelaugt und leer gefühlt hat, aber beide Phänomene – körperlich und seelisch waren bei mir noch nie so radikal ausgeprägt. Und ganz proportional verschlechtert sich der eine Schmerz, wenn der andere es auch tut.

Irgendwelche Tipps?

Das war eine Fangfrage, denn es gibt keine. Dem physischen Schmerz könnte ich theorethisch binnen einer Woche ein „Ende“ bereiten, doch die psychischen Narben heilen ganz sicher nicht so schnell. Im Raum steht eine Entscheidung. Und ich hatte noch nicht genügend Zeit, um eine zu treffen.

Darüber reden kann ich noch nicht. Obwohl ich jeden Tag meine Gedanken dazu aufschreibe. Aber diese kann ich vorerst nicht mit anderen teilen. Wenn überhaupt jemals.

Und obwohl ich es weiß, wird mir erneut bewusst, wie wichtig die Gesundheit ist. Sowohl physische, als auch körperliche.

In diesem Sinne ein wunderschönes Wochenende mit ganz, ganz viel Gesundheit!!!♥

27 Kommentare zu „Wenn körperlicher Schmerz zu seelischem wird

    1. Danke für deine ehrlichen Worte, aber ich bin bereits eine entwickelte „Frau“. Ausgereift und völlig intakt. Reifung empfinde ich nicht als Krankheit, aber körperliche Schmerzen mit deutlichen Symptomen schon. Genauso auch psychische Schmerzen. Und ich bin sicher, dass Menschen jedes Alters und jeder Reife gelegentlich so fühlen.
      Liebe Grüße!

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      1. ich wollte auch sagen, dass ich vor ein paar Jahren die gleichen Schmerzen hatte und das hatte definitiv mit meiner Sexualität zutun…
        Bewegungen um den Schmerz zu lindern bis zur Erschöpfung hatte ich auch…
        Ich fühlte in meinem Körper, Messerstiche Schusswunden und die waren Realer als die Realität selbst…
        So wach war ich noch nie, ich könnte bzw. wollte weder schlaffen, noch essen… zwei Monate lang habe ich nichts gegessen, Yoga, 15 km jeden Tag gejoggt…24 h Bewegung…ich habe es genossen, alle meine Sinne waren aktiviert.
        Liebe Grüße!

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  1. Liebe Mia,

    ich ärgere mich so über mich selbst. – Natürlich hatte ich bemerkt, dass Du ein „paar Tage“ mehr als üblich hier nicht präsent warst. Nun ist das selbstverständlich keine Pflicht, aber ich hatte irgendwie ein seltsames Gefühl dabei. Und deshalb hatte ich letzte Wioche schon zweimal Anlauf genommen, Dir „auf dem anderen Weg“ ein paar zeilen zukommen zu lassen. Ja, und es dann doch nicht getan …

    Nun lese ich hier, wie es Dir ergangen ist, und könnte mich in den Allerwertesten beißen.

    Es tut mir sehr Leid, dass es Dir geht, wie es Dir geht, auch wenn vielleicht die Grippe nun allmählich überstanden ist.

    Das Andere, das für mich aus Deinem Eintrag hier nicht wirklich Fassbare, zwar nicht Lebensgefährlich, aber Dich doch offensichtlich sehr Belastende, das hat mein Gedankenkarussell angeworfen. Denn ein bisschen begleite ich Dich hier ja schon und ein wenig haben wir uns hier auch schon kennengelernt – und da ist es mir halt noch viel mehr NICHT egal, wie es Dir geht, wie es um Dich steht als es mir üblicher weise nicht egal ist.

    Ich würde so gern WIRKLICH etwas tun können. Mehr als Dir meine besten Wünsche und meine Versicherung hier zu lassen, dass ich Dich beständig in meinen Gedanken und meinem Herzen habe – jeden Abend einmal ganz besonders. –

    Nun ja, Du weißt die Wege, auf denen Du mich JEDERZEIT aufsuchen kannst, darfst, sollst, wenn Du das möchtest.

    Möge der Druck nicht zu stark für Dich werden, möge Dich nichts so sehr quälen, dass Du darüber ernstlich traurig oder verzweifelt wirst.

    Ich denke an Dich, liebe Mia, und wünsche Dir alles Liebe, vor allem wirkliche, richtige Genesung.

    Ganz von Herzen kommende, sehr liebe Grüße an Dich ❤ und drei Sternchen, die sanfte Wärme und ebensolches Licht für Dich sein wollen *** !

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    1. Lieber sternfluesterer,

      Das du an mich gedacht hast, bedeutet mir sehr viel! Mittlerweile ist das Schreiben im Blog ein so allgegenwärtiger Bestandteil meines Lebens, das ich fast täglich von euch lieben Mitmenschen höre. Und das du ein „seltsames Gefühl“ dabei hattest zeigt mir nur erneut, sie einfühlsam und sensibel du bist und so vieles unausgesprochenes wahrnimmst.

      Dich ärgern oder schuldig fühlen musst du dich aber keineswegs!❤️ Nichts von alledem hätten du oder ich wissen können und eine Erwartung hatte ich ohnehin überhaupt keine!

      Mehr kann ich irgendwie auch nicht sagen, meine Gefühle lässt sich nicht so richtig in Worte fassen!
      Hab noch einen schönen Sonntag ❤️

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  2. Liebe Mia,
    ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht. Dass du dich schnell erholst, dass du eine Entscheidung treffen kannst. Aber nimm dir Zeit und versuche dich nicht so zu quälen.
    Ich kann wahrscheinlich kaum den Schmerz nachvollziehen, den du gerade spürst, aber ich hoffe, dass du bald wieder nach vorne blicken kannst.
    Fühl dich gedrückt!

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  3. Meine liebe Mia,
    Deine Zeilen haben in mir den Wunsch geweckt, Dir ein großes Paket mit Streicheleinheiten zukommen zu lassen!
    Ich schicke Dir eine wärmende Umarmung für den Körper, wärmende Gedanken für die Seele und ganz viel Energie, damit Du die Tage gut überstehst und es Dir bald wieder besser geht ❤

    Ich denk an Dich ❤

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  4. Gute Besserung liebe Mia. Mir kommt es vor, als wäre es umgekehrt. Meine Psyche knüppelt mein Imunsystem nieder. Ein Infekt nach dem anderen und dass, obwohl ich Menschenmassen meide. Aber klar, ich tue auch nichts, was mich „gesünder“ machen könnte, weder für das physische, noch das psychische. LG

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  5. Ich war in den letzten Wochen auch krank und es zog sich fast einen Monat, bis ich langsam wieder Land sehe. Wenn du dir einen grippalen Infekt eingefangen hattest und kurz danach so einen anstrengenden Job geschafft hast, dann ist dein Körper ziemlich erschöpft. Ich wünsche dir, dass es schnell bergauf geht!
    Marja

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  6. Oft wird geraten, sich hinzulegen und auszuruhen. Das ist aber falsch. Versuche, kleine Spaziergänge an der frischen Luft zu machen oder ähnliches, was dir körperlich möglich ist. Aber nicht arbeiten! Fordere, aber überfordere dich nicht. BTW: Hast Du mal checken lassen, ob das eine richtige Grippe (Influenza) ist? Mir macht der lange Zeitraum deiner Beschwerden sorgen.

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    1. Danke für deine lieben Worte! Ich kann dir da nur zustimmen. Sobald ich zu lange nur liege, habe ich das Gefühl, noch kranker zu werden. Und die Diagnose habe ich bereits, es gilt für mich nur, eine Entscheidung zu fällen, die ich noch nicht treffen kann.
      Viele liebe Grüße!

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  7. Liebe Mia, ich verstehe dich..auch wenn ich nicht genau weiß was los ist.. ich selbst stand vor 1 1/2 Jahren vor der Wahl. Ich konnte mich entscheiden zwischen immer wiederkehrende Schmerzen – mit anderen Blegleitungen oder eine Op. Ich entschied mich für die op, zwischenzeitlich habe ich meine Entscheidung angeprangert, aber eigentlich habe ich eine gute Entscheidung getroffen. Ich konnte sehr lange nicht darüber sprechen, bzw. War ich immer den Tränen sehr nahe. Jetzt mit Abstand betrachtet ist es immer noch schwer, aber es wird leichter. Umso mehr Leuten ich mich mitgeteilt habe, umso leichter wurde es.ich wünsche dir alles Gute und drück dich ganz fest ♡

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