Warum meinen Blog anonym ist und es vorerst auch bleiben wird

Wer in meiner Kategorie Über mich gestöbert hat, wird sicher wissen, dass ich unter einem Pseudonym schreibe. Ich möchte euch hier erstmals erklären, warum mein Blog überhaupt anonym ist und das vorerst auch bleiben wird.

Inzwischen schäme ich mich nicht mehr für meine Krankheit.

Ich bin zwar nach wie vor nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich jedem Wildfremden von meiner Essstörung erzähle, aber wenn es mal zur Aussprache kommt, dann rede ich. Eine Essstörung und jede andere psychische Krankheit ist nichts, wofür man sich schämen sollte. Und obwohl ich es nicht mehr so schlimm finde, wenn irgendwelche Menschen aus meinem Umkreis von meiner Essstörung wissen, möchte ich nach wie vor meinen Blog anonym halten.

Aber zurück auf Anfang: Warum habe ich überhaupt einen anonymen Blog gegründet?

Als ich vor etwa zwei Jahren Mias Anker gründete, wusste kaum jemand aus meinem sozialen Kreis davon. Ich schrieb unter anderem deshalb, weil ich meine Gedanken mit anderen Betroffenen teilen wollte, aber auch weil das Schreiben zu einem Ventil für mich wurde. Die Anonymität half mir dabei erbarmungslos ehrlich zu sein. Ich schrieb über alles – über das Übergeben, über meine Tiefpunkte, über meine Ängste, über meine Einsamkeit, über meine Träume, über den Verlauf meiner Krankheit, über meine Erfolge… Das alles gelang mir, weil nicht mein Gesicht dahinter stand. Es ist seltsam, dass ich meiner Identität einen so großen Wert beimesse, wo ich doch meine wahre Identität hier im Blog mit euch teile. Absurd, ich weiß.

Warum will ich nach wie vor anonym bleiben?

Hierfür gibt es drei einfache Gründe:

1. Ich möchte Personen schützen.

Meine Freunde, mein Freund, meine Eltern. All das, was ich über sie schreibe, empfinde ich als sehr wertvoll. Ich teile bestimmte Gedanken und Gegebenheiten, weil ich weiß, dass es einigen von euch ähnlich geht. Ich möchte sie aber keineswegs blamieren oder hintergehen. Ich kann also nur dann frei schreiben, wenn ich weiß, dass die Personen in meinem Leben trotzdem geschützt werden.

2. Ich möchte nicht stigmatisiert werden.

Die Menschheit tendiert leider oft dazu in Schubladen zu denken. Wenn mein Name sofort mit einer Essstörung in Verbindung gebracht wird, weiß ich nicht, ob das in allen Lebenssituationen von Vorteil wäre. Abgesehen davon bin ich mehr als nur eine Krankheit. Ich weiß das und ihr wisst das sicher auch, aber viele denken überhaupt nicht soweit.

3. Ich möchte meine Inspiration nicht verlieren.

Ich bin am ehrlichsten, Wenn ich schreibe. Deshalb werde ich mit Sicherheit niemals ein berühmter YouTube Star, der Videos dreht und sein Gesicht zeigt. Das Schreiben ist der Schlüssel zu meiner Seele, nicht mein Gesicht oder mein richtiger Name.

Vielleicht werde ich irgendwann nicht mehr anonym sein.

Möglicherweise entscheide ich mich um, oder es wird auf andere Weise geschehen. Das wäre inzwischen okay für mich. Wenn es soweit ist, werde ich mich wohl oder übel damit arrangieren.

Aber bis dahin bleibe ich anonym. Hier bin ich Mia. Und ich versichere euch, dass dieser Name nicht in meiner Geburtsurkunde steht und trotzdem so sehr ich ist wie ich nur ich sein kann. ♥️

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6 Kommentare zu „Warum meinen Blog anonym ist und es vorerst auch bleiben wird

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