Ich bin wieder in Therapie…

Innerhalb des letzten Jahres habe ich herausgefunden, dass ich noch verkorkster bin, als ich dachte. Denn neben meiner Essstörung wurde ich nun mit einer weiteren Psychische Krankheit diagnostiziert. Bisher habe ich euch noch nicht daran teilhaben lassen und ich glaube, dass das auch vorerst so bleiben wird. Was ich aber gerne mit euch teilen kann, ist dass ich wieder in Therapie bin – und diesmal ist alles anders!

Eigentlich wollte ich nicht schon wieder eine Therapie machen. Die letzte war schon intensiv genug und der Gedanke daran, wieder Woche für Woche zur Therapie zu gehen, war mehr als nur abschreckend. Doch nach mehreren „professionellen“ Gesprächen war klar, dass ich unbedingt eine Therapie machen sollte, weil meine Diagnose andernfalls chronisch werden würde.

Und da ich selbst immer dafür bin Prävention zu betreiben und zu verhindern, dass etwas ausbricht, stimmte ich widerwillig zu. Diverse Details zur nervenaufreibenden Therapeutensuche erspare ich euch lieber, aber falls ich wollt, könnt ihr hier mehr dazu lesen.

Diesmal ist alles völlig anders. 

Ich mache zwar wieder eine Verhaltenstherapie, aber diese ist völlig anders. Das liegt natürlich zum einen daran, weil eine völlig andere Diagnose behandelt wird, zum anderen aber auch, weil die Therapeutin eine andere ist. Obgleich eine Verhaltenstherapie in jedem Fall dieselben Ziele verfolgt, ist sie doch immer individuell. Die Ansätze sind andere, genau wie die Übungen (hier erzähle ich euch was zur Hypnose in der Therapie).

Meine Therapeutin ist anders. 

Obwohl ich eigentlich ungern vergleiche, kann konnte ein Teil von mir einfach nicht anders. Mir war bereits nach der ersten Sitzung klar, dass diese Therapeutin weitaus qualifizierter ist, als meine alte. Ihre Methoden sind sehr besonders und auch das, was sie sagt, haut mich jedes Mal vom Hocker. Es ist, als ihre Augen durch meine Seele blicken würden. Manchmal ist das ziemlich gruselig, denn oft fragt sie mich genau das, was ich mir in diesem Moment denke, aber lieber nicht laus aussprechen will.

Andererseits ist sie auch nicht sonderlich herzlich wie meine erste Therapeutin. Sie zeigt weniger Mimik und bleibt oft sachlich. Doch obwohl ich die Art meiner alten Therapeutin viel sympathischer fand, ist mir klar geworden, dass eine Therapeutin nicht meine beste Freundin sein muss. Sie ist Therapeutin und ich Patientin. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich bleibe weiterhin gespannt.

Ich weiß zwar nicht, ob ich es mir einbilde, doch nach nur wenigen Sitzungen habe ich das Gefühl, dass sich tatsächlich etwas ändert. Bessert. Die Methoden sind unheimlich effektiv und lassen mich bewusst mein Verhalten im Alltag reflektieren.

Habt ihr auch Erfahrung mit mehreren Therapeuten gehabt? Seid ihr dadurch zu neuen Erkenntnissen gekommen?

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11 Kommentare zu „Ich bin wieder in Therapie…

  1. Ich find’s echt ne super Entscheidung, dass du mit einer Therapie begonnen hast! Und gleichzeitig ist das Vergleichen zwischen den Therapeutinnen überhaupt nicht schlimm, sondern menschlich und normal, finde ich. Vielleicht ist es ein bisschen so wie beim Dating: Zu manchen passt man mehr, zu manchen weniger – und jeder Topf hat seinen passenden Deckel. 😉

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  2. Ich wünsch Dir viel Glück!!!! Vielleicht hast Du wirklich eine von den kompetenten erwischt, das wünsche ich Dir, denn die sind selten.
    Welche Methoden hat sie denn drauf oder welche wendet sie an? Bin sehr neugierig 😉

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  3. Ich wünsche dir alles Gute für die neue Therapie und viel Kraft für die Aufarbeitung deiner aktuellen Krankheit. Du hast schon so viel erreicht und so viel Kraft bewiesen, da wird das sicher gut werden.

    Ich glaube, mir ist professionelle Distanz auch lieber. Da ich mir da weniger Sorgen darum machen muss, ob meine Issues mein Gegenüber belasten. Das ist aber sicher einfach für jeden Menschen anders – und kann sich sicher auch mit der Zeit einfach ändern. Insofern ist es ja gut, dass es so viele unterschiedliche Persönlichkeiten und Ansätze bei den Therapeuten gibt. So kann jeder schauen, womit er sich gerade wohl fühlt 🙂

    Ganz liebe Grüße ❤

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  4. Hi Mia, am Mittwoch habe ich auch wieder einen Termin bei einer Therapeutin. Wenn die probatorischen Sitzungen gut verlaufen, hoffe ich auf eine Therapie. Es wäre dann meine erste VT. Vorher hatte ich zwei Therapien bei einer Tiefenpsychologisch arbeitenden Therapeutin. Vergleiche werde ich kaum ziehen können, da die Therapieformen sich ja unterscheiden. Mal sehen ob ich einer VT zugänglich sein kann. Naja, Versuch macht kluch. LG

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    1. Da hast du recht, die Therapieformen sind schon recht unterschiedlich! Allerdings würde mich trotzdem interessieren, wie du sie bewertest! Schließlich waren beide tiefenpsychologische sicher auch etwas unterschiedlich, oder?
      Liebe Grüße!

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      1. Also die beiden tiefenpsychologischen Therapien waren bei der selben Therapeutin. Allerdings mit 1,5 Jahren Pause dazwischen. Die zweite Therapie ging aber nur über 25 Sitzungen und hatte keine neuen Erkenntnisse gebracht. Deshalb bin ich dann zum ersten mal in die Tagesklinik. Heute war ja nun die erste VT Sitzung und es gibt schon die erste Hausaufgabe. Einen detaillierten Fragebogen, den ich his nächste Woche ausfüllen muss.
        LG

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      2. Wie Schule, ja das befürchte ich auch. Bzw. in der Tagesklinik waren die Einzelgespräche auch verhaltenstherapeutischer Natur. Ich werde sehen ob ich mich ambulant darauf einlassen kann. Nach den Probesitzungen gilt es ja dann, eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht rät mir die Therapeutin auch ab oder sieht dann doch keine Möglichkeit mit mir vernünftig zu arbeiten, was sicher an mir liegt, wenn meine Erwartungen oder Ziele nich passend sind. LG

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