Essstörungen müssen von innen und von außen geheilt werden.

Die große „Wie komme ich da bloß raus?“-Frage beschäftigt alle Betroffenen. In diesem Beitrag möchte ich euch das „Eine“ sagen, das jede*r auf seiner Heilung hören und anwenden muss: Essstörungen müssen von innen und von außen geheilt werden.

Wie heilt man eigentlich eine Essstörung?

Auf die Frage gibt es keine konkrete Antwort, denn jeder Fall ist unterschiedlich, genau wie die Herangehensweise. Essstörungen sind für mich nur die Symptome von etwas anderem. Die Essstörung ist im Grunde nur das Verhalten, das man sich mit der Zeit angelernt hat: Nicht essen, zu viel Essen, den Körper fokussieren, den Körper kontrollieren usw. Dennoch ist in jedem Fall eines klar: Essstörungen müssen von innen und von außen geheilt werden.

Die äußere Heilung – Essen lernen

Mit „äußerer“ Heilung ist das Essen gemeint, das von neu erlernt werden muss. Es wird nach einer Balance zwischen nicht hungern und zu viel Essen gesucht. Essen ohne Zwang, Angst und Druck.

Die Tricks und Challenges dafür arbeitete ich mit meiner Therapeutin aus. Ich werde darauf verzichten, sie hier aufzuzeigen, weil sie ausschließlich mir halfen, aber andere vielleicht triggern könnten. Deshalb kann ich euch eine Therapie nur ans Herz legen. Was ich nur sagen kann, ist, dass es viel ums „Aushalten“ ging. Aushalten, dass ich mich wie in einem kalten Entzug fühle, aber mir einreden muss, dass es nur zu meinem Besten ist.

Die innere Heilung – Ursachen finden, verstehen, ändern

Mit der inneren Heilung meine ich die inneren Verletzungen. Niedriger Selbstwert, falsche Grundannahmen (z. B „Ich bin dumm“, „Ich bin eine Versagerin“, „Ich bin hässlich“), Stress, Angst, toxisches Umfeld usw… Diese müssen auf ihre Ursachen untersucht, reflektiert und verstanden, und nicht zuletzt geändert werden.

Zu Beginn meiner Therapie war ich sehr verblüfft, als meine Therapeutin plötzlich über meine Kindheit reden wollte, wo ich doch eigentlich hier war, weil ich keine Essanfälle mehr haben wollte. Doch ich musste lernen, mich meiner Vergangenheit zu stellen, die Ursachen für meinen Ballast zu erkennen, und einen Weg zu finden, mich von ihnen zu befreien. Ich kann nur erneut betonen, dass die Therapie mir sehr dabei half.

Selbsthilfe

Allein kann man es natürlich auch schaffen, keine Frage. Aber Hilfe annehmen ist nichts Verwerfliches. Viele Menschen, die bereits negative Erfahrungen mit einer Person hatten, verschließen sich vor Therapien, was sehr schade ist, denn vielleicht liegt es nur an der Person und nicht an dem Konzept. In meinem Beitrag 3 Dinge, die ihr vor der Entscheidung einer Therapie beachten solltet schreibe ich mehr dazu.

Was euch noch helfen kann, ist Repräsentation. Ballert euch selbst mit motivierenden Texten, Sprüchen und Videos zu. Folgt Accounts, die euch bei der Heilung inspirieren. Entfolgt Accounts, die euch triggern. Schafft euch einen Safe Space, an dem ihr ihr selbst sein könnt und nicht verurteilt werdet.

Auch in meinem Blog teile ich immer wieder ein paar Tipps und Tricks mit. Hier ein paar Beispiele:

Warum Selbsttrost dem eigenen Körper helfen kann – Selbsttherapie #3

Wie lerne ich meinen Körper zu lieben? Selbsttherapie #6

10 Gründe, warum ich meinen Körper liebe

Unter der Rubrik Selbsttherapie findet ihr noch mehr Tipps!

Essstörungen müssen von innen und von außen geheilt werden.

Das Eine geht nicht ohne das andere. Ihr könnt euch noch so sehr bemühen, euer Essverhalten in den Griff zu bekommen, doch es wird euch nicht gelingen, wenn ihr nicht auch den seelischen Hunger stillt. Genauso ist es andersherum. Die Psyche heilen ist das Eine, das Essverhalten neu erlernen das andere. Beides sollte Hand in Hand miteinander gehen. Niemals getrennt! ♥

Was ist eure Meinung dazu? Findet ihr auch, dass äußere und innere Heilung Hand in Hand gehen sollte?

2 Kommentare zu „Essstörungen müssen von innen und von außen geheilt werden.

  1. hi! Ein schöner Beitrag. yes, ich stimme dir zu! und vor allem so viel Geduld:)) ich finde es richtig gut, dass du anerkennst, dass es für jeden unterschiedlich ist- ich hab das lange nicht verstanden, aber es ist so individuell und was einem hilft, hilft dem anderen vielleicht gar nicht… ich glaube es ist so wichtig sich die Erlaubnis zu geben in sich selbst reinzuhören und zu spüren, was denn für sich selbst am heilendsten ist. ich wünsche dir einen schönen Tag!

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