We need more Gay Love! – Buchrezension zu „The Prom“

Als ich neulich in mein Bücherregal schaute, fiel mir auf, dass ich dort nur wenige Romane stehen habe, in denen es eine homosexuelle Liebesgeschichte gibt. Etwas geschockt von mir selbst, weil ich hauptsächlich heteronormative Romane lese, wollte ich dies nun ändern – angefangen mit „The Prom“ – von Saundra Mitchell und weiteren Autor*innen.

Das Thema Homosexualität ist immer leiser geworden, vermutlich, weil viele denken, dass alles gesagt ist. In Deutschland sind sogar gleichgeschlechtliche Ehen zugelassen – was denn noch?

Die Antwort: Viel, viel mehr.

In den meisten Teilen der Welt ist man als homosexuelle oder Transperson vor Feindlichkeit nicht sicher. Noch immer werden sie an den Rand gedrängt und wenn sie besetzt werden, dann nur als Nebenfigur, wie den schwulen besten Freund. Noch dazu ist die Figur derart stigmatisiert, dass es schon lächerlich ist.

Dieser Blog ist dafür da, um Stigmata aufzubrechen und einen sicheren Raum für ALLE zu schaffen. Dafür müssen wir aufeinander acht geben und uns weiterbilden. Ich bemühe mich seit einiger Zeit darum Unterhaltung zu konsumieren, die Diversität aufzeigt. Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen oder auch Menschen, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen.

The Prom“ ist ein solches Buch – es gibt dazu sogar einen Film und ein Broadway Musical. Vom Film würde ich euch allerdings abraten, ich kann ihn nicht empfehlen.

Wie immer starte ich mit dem Förmlichen des Buches:

Das Förmliche

Die Geschichte wird aus beiden Sichten der Protagonistinnen Emma und Alyssa erzählt. Die Kapitel sind kurz und angenehm. Der Schreibstil ist großartig. Ich liebe den Witz, die bildlichen Metaphern und die vielen emotionalisierenden Momente. Trotz der eher seichten Handlung ist das Buch von Autor*innen geschrieben, die etwas von ihrem Fach verstehen.

The Prom – Handlung

Emma und Alyssa wollen nur eins: gemeinsam zum Abschlussball gehen. Nur leider stehen ihnen viele Steine im Weg. Zum einen ist da Alyssa, die sich noch nicht geoutet hat. Dann ist da ihre Mutter, die Mitglied des Ballkomitee ist und nicht will, dass gleichgeschlechtliche Paare auf den Ball gehen. Und dann ist da noch die ganze Stadt – Edgewater, ein kleines Dorf im tiefsten Indiana, das sehr konservativ ist und nicht viel von Homosexualität hält. Der ganze Ball platzt zu drohen, weil Emma beim Kartenverkauf angibt, dass sie mit einem Mädchen zum Ball geht. Und um das zu verhindern tauchen plötzlich Dee Dee und Barrie auf, zwei Broadway Stars, die sich für Emma einsetzen wollen – nur leider nicht nur für sie, sondern auch für sich…

Eine leichte Lektüre wie ein unterhaltsamer Netflix-Film!

Schon beim Lesen des Klappentexts wusste ich, dass mich eine Menge Kitsch und Drama erwarten würde. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht, wenn auch positiv überrascht, denn die Geschichte enthält nämlich eine gewisse Tiefe, die einen schönen Kontrast zu den albernen Handlungssträngen zeigt.

Gay Love!

Die Liebe zwischen Emma und Alyssa ist unheimlich süß. Seit einem Jahr heimlich ein Paar und noch so verliebt wie am ersten Tag. Emma lebt offen homosexuell, während Alyssa es nach wie vor geheim hält. Trotzdem finden sie immer wieder einen Weg, heimlich Berührungen und Küsse auszutauschen. Ich liebe die beiden, ganz besonders Emma ist mir ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihr gelacht und gelitten.

Homophobie

Leider ist auch die Diskriminierung ein nicht geringer Bestandteil des Buches gewesen. Ich fand es einerseits wichtig, dass es aufgezeigt wurde, andererseits auch deprimierend und traurig. Oft standen mir Tränen in den Augen, weil es so unfair ist, dass homosexuelle Menschen nicht einfach in Frieden leben und lieben können. Heimliche Beziehungen haben nur anfangs ihren Reiz – früher oder später gehen sie einem an die Substanz.

Representation Matters!

Ich habe mich deshalb auf ein Rezensionsexemplar beworben, weil die Repräsentation von Homosexualität unsagbar wichtig ist. Wie bereits zu Anfang erwähnt, werden schwule oder lesbische Menschen meistens nur als Nebenrollen besetzt. Das muss sich dringend ändern, denn auch sie verdienen eine eigene Geschichte!

Buchempfehlung für alle, die auf leichte, dramatische und kitschige Liebesromane stehen!

Ich fand das Buch sehr erfrischend und angenehm zu lesen. Wer auch Lust auf eine niedliche Lesbian-Romance Story hat, sollte zu diesem Buch greifen!

the_prom_rezension

Außerdem gibt es den Film dazu auf Netflix. Hier der Trailer:

Weitere Buchtipps:

Den Mund voll ungesagter Dinge – Anne Freytag

Auch dieses Buch kann ich euch ans Herz legen. Es geht dort um Sophie, deren Leben durch ein Umzug völlig durcheinandergewirbelt wird und ihre neue Nachbarin Alex einen nicht geringen Teil zu ihrem Gefühlschaos beiträgt!

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Royal Blue – Casey McQuiston

Dieses Buch habe ich erst vor ein paar Monaten auf meinem Kindle gelesen und GELIEBT!Es geht dort um Alex, dem Sohn der ersten amerikanischen Präsidentin der USA und Henry, dem Sohn der Queen. Für ein diplomatisches Zusammenfinden müssen Alex und Henry gut miteinander klarkommen – blöd nur, dass sie sich überhaupt nicht ausstehen können – zumindest noch nicht …

Bis auf die etwas sehr langen Kapitel fand ich das Buch richtig lustig, romantisch und vor allem auch repräsentativ!

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Habt ihr weitere Romantipps, in denen Gay Love vorkommt?

*Dieser Blogpost ist nicht gesponsert, enthält jedoch affiliate Links und Werbung wegen Namensnennung. Das Buch ist mir als Rezensionsexemplar zugestellt worden.

2 Kommentare zu „We need more Gay Love! – Buchrezension zu „The Prom“

  1. Aaaalso weitere Tipps, die ich da hätte:
    Aristotle and Dante discover the secrets of the universe
    Leah on the Offbeat
    What if it’s us

    Und danke für die tolle Rezension 🙂

    Gefällt mir

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