Emotional und leidenschaftlich – Buchrezension zu „Try & Trust“ von Nena Tramountani

Heute mal eine Rezension aus einem Genre, das ich bisher noch nie in meinem Blog vorgestellt habe, aber tatsächlich häufig lese. Ich habe vor Kurzem Try & Trust von Nena Tramountani beendet, ein New Adult Buch, das mich mit ganz gemischten Gefühlen zurückgelassen hat.

New Adult?

Für die, die mit diesem Begriff nichts anfangen können: New Adult Romane sind Bücher, in denen die Hauptfiguren sich meistens im Alter von Anfang 20 befinden. Die jungen Erwachsenen stehen vor vielen Neuanfängen, wie der Uni, der ersten eigenen Wohnung oder der ersten richtigen Beziehung. Die Protagonist:innen sind autonomer als bei Jugendbüchern, denen die Welt quasi noch bevorsteht. Bei den meisten liegt der Fokus auf Romantik – dazu gehören hin und wieder auch erotische Szenen, die manchmal sehr detailliert und ausführlich beschrieben sein können.

Soweit zu New Adult – nun zum Buch:

  • Titel: Try & Trust
  • Autorin: Nena Tramountani
  • Seitenzahl: 447 Seiten
  • Preis: Taschenbuch 12,00€, E-Book 9,99€

Try & Trust

Kurz vorab: Das Buch ist das zweite aus eine Reihe von drei weiteren Büchern, jedoch ist jedes Buch in sich abgeschlossen und beinhaltet eine eigene Geschichte. Die Charaktere in der Hauptrolle kommen in den anderen Büchern zwar auch vor, aber dann nur als Nebenfiguren.

Try & Trust ist das zweite Buch der Reihe. Seinen Vorgänger kannte ich noch nicht und vielleicht war das der erste Fehler. Zwar heißt es, dass man die Bücher unabhängig voneinander lesen kann, aber für mich war es schwer, in die Geschichte einzutauschen, zumal ich anfangs nicht genau wusste, wer wer war und welcher Relation die Figuren zueinanderstanden.

Die Handlung:

Mathilda ist eine starke unabhängige und ja – auch etwas komplizierte Frau, die einen leichten Kontrollzwang. Sie traut Männern nicht über den Weg, vor allem nicht neuen Lover ihrer Freundin Briony, bei dem sie sicher ist, dass er ohnehin nichts Ernstes von ihr will. Um ihn von ihr fernzuhalten, geht sie ein Arrangement mit ihm ein. Dafür muss sie nur die Hüllen ablegen und sich von ihm nackt malen lassen….Nicht ahnend, dass ihre lässige Fassade ins Bröckeln gerät und sie in einen zerreißenden moralischen Konflikt bringt….

Meine Meinung:

Das Buch hatte so viel, das ich wundervoll fand. Das Setting – London, die Künstlerszene, die Freundschaft, die explosive Liebe, und ja auch die Diversität. Mathilda ist Schwarz und das hat mir als Verfechterin für mehr Black Representation in Medien (vor allem Romanen) sehr viel bedeutet. Auch die Charakterentwicklung Mathildas möchte ich loben. Vor allem aber die Sex Positivity. Ich lese noch zu selten Bücher von Frauen, die ihre Lust am Sex frei ausleben. Davon braucht es unbedingt mehr!

Dennoch hatte das Buch auch einige Kritikpunkte. Zum Beispiel schien mir zum Ende hin vieles nicht abgeschlossen und wenn, dann sehr schnell in Richtung Happy End ad acta gelegt. Außerdem war ich absolut kein Fan der Protagonistin, aber nicht, weil ich sie unsympathisch fand – man muss nicht jede Hauptfigur lieben – sondern, weil ich sie etwas problematisch fand. Aber mehr dazu im nächsten Punkt.

Die Figuren:

Zunächst einmal finde ich es stark, dass Mathilda eine sehr selbstbestimmte Frau ist, die viel Sex hat und keinen Retter auf dem hohen Ross braucht. Dass Frauen gern und viel Sex haben können, sollte akzeptiert und niemals verurteilt werden (Slutshaming). Auch mag ich, dass Mathilda so unperfekt ist – ein Mensch, der seine Ecken und Kanten hat, Fehler macht und sie bereut. Ihre bedingungslose Freundschaft zu Briony fand ich auch wunderschön, denn es gibt eben viele Formen von Liebe und eine ganz besondere davon ist Freundschaft.

Einen Charakterzug fand ich allerdings – ich kann es nicht anders sagen – furchtbar.

Mathilda ist extrem grenzüberschreitend. Sie mischt sich in Dinge ein, die sie nichts angehen. Sie trifft für andere die Entscheidungen. Sie will sie kontrollieren und macht dadurch alles noch schlimmer. Das wird zwar am Ende kritisiert, aber da sie dieses Verhalten bereits auf Seite 1 an den Tag legte, konnte ich im restlichen Verlauf der Geschichte nicht mit ihr warnwerden.

Aber Anthony … Hach Anthony. Über ihn kann ich wirklich kein böses Wort verlieren. Er war einfach nur gut. Ein Künstler mit Leib und Seele, ein Mann, der schon viel gesehen und erlebt hat. Er ist ziemlich stolz und stur, ja – aber auch sehr sanftmütig und lieb. Ich mochte ihn sehr und vor allem mochte ich die Chemie zwischen ihm und Mathilda. Allerdings hat mich ein wenig gestört, dass die Geschichte aus seiner Vergangenheit so offenblieb und nicht aufgeklärt wurde, was passiert ist.

Über die restlichen Figuren kann ich nicht viel sagen, da sie nur angerissen wurden. Briony habe ich sehr liebgewonnen, und Liv auch. Noah mochte ich leider überhaupt nicht, da er, ähnlich wie Mathilda ziemlich grenzüberschreitend war und anderen seinen Willen aufgezwungen hat. Die Bromance zwischen ihm und Anthony hat mir zwar gefallen, aber er war mir trotzdem zu „Arschloch“.

Mein Gesamtfazit:

War das Leseerlebnis angenehm? Ja. War es emotional und zwischendurch zum Haareraufen? Ebenfalls ja, aber im positiven Sinne. Ich mag Bücher, die mich bewegen!

Hat mir das gewisse „Etwas“ trotzdem gefehlt, das „Etwas,“ dass ich nicht so ganz greifen kann? Eindeutig ja. Würde ich den nächsten Teil lesen? Vielleicht. Ich mag Briony sehr. Teil 1 werde ich mir aber wahrscheinlich nicht geben, da ich Noah einfach nicht mochte. ^^

Kennt ihr die Reihe schon? Was ist eure Meinung dazu? Lest ihr generell gern Bücher aus dem Genre?

*Dieser Blogpost ist nicht gesponsert, enthält jedoch affiliate Links und Werbung wegen Namensnennung. Das Buch ist mir als Rezensionsexemplar zugestellt worden.

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