Warum ich einseitige Freundschaften meide und wenige echte schätze

Wie in dem ein oder anderen Beitrag bereits angedeutet, schrumpft mein Freundeskreis immer mehr. Ich möchte euch hier erklären, warum ich einseitige Freundschaften inzwischen meide und wenige echte schätze.

Kennt ihr diese Freunde, die total super sind, aber sich nie von sich aus melden?

Ich schon. Lange Zeit war mir das gar nicht so klar, aber irgendwann bemerkte ich, dass ich mich immer meldete, nach einem Treffen fragte und versuchte unsere Freundschaft aufrechtzuerhalten. Wenn wir uns sahen, war es wunderschön. „Das müssen wir unbedingt bald wiederholen“, sagten sie oft zum Abschied, aber danach kam nichts. Bis ich mich wieder meldete.

Wie der Vater, so die Tochter.

Ich komme sehr nach dem Wesen meines Vaters und bin im Grunde auch sehr stolz darauf. Niemand, den ich kenne, hat so viele Freundschaften wie er. Ich wollte auch immer so viele Weihnachtskarten und Geburtstagsanrufe bekommen. Dennoch unterscheidet uns, dass er kein Problem hat anderen Menschen hinterherzurennen. Ich hingegen möchte keine Freundschaft, die auf Einseitigkeit beruht.

Ich bin ein Deckel, der nicht in jeden Topf passt.

Ich weiß, dass ich „anders“ bin und das meine ich weder positiv, noch negativ. Was ich jedoch weiß, ist dass ich selten in die Allgemeingruppe hineinpasse. Ich bin keine Partymaus und saufe auch niemanden über den Tisch weg.

Meine Schwester, die erst seit zwei Monaten studiert, hat sich mithilfe ihrer Offenheit und ihres Charmes binnen weniger Tage eine recht ansehnliche Gruppe an Uni-Freunden aufgebaut. Wenn ich daran denke, dass ich nach vier Jahren Studium bloß zwei gute Freundschaften vorzuweisen habe, bekommt mich ein seltsames Gefühl der Beklommenheit.

Das Leben hat mir gezeigt, dass es tendenziell schwerer für mich ist neue Leute kennenzulernen, noch dazu welche, die zu mir passen. Ich weiß, dass ich zum Teil selbst daran schuld bin, dass ich selten dazu komme neue Menschen kennenzulernen. Ich mache nicht oft den ersten Schritt und wenn dann auch nur mit einer gigantischen Portion Mut. Außerdem nervt mich dieser anfängliche Smalltalk: „Und, was studierst du so?..Aha, was macht man damit?“

Ich bin außerdem wählerisch bei Freundschaften.

Ich weiß, dass viele (mein Freund zum Beispiel) es mögen, ganz viele unterschiedliche Rubriken von FreundInnen zu haben – diejenigen, mit denen man saufen kann, die, mit denen man studiert und über Uni redet, die, über die man ernst quatscht…Mir reicht das nicht.

Ich sehe keinen Reiz mehr daran, mich mit FreundInnen zu treffen und ausschließlich über Klamotten oder Jungs zu quatschen. Meine Freundschaften beruhen auf Humor und Kommunikation. Ist weder das eine noch das andere vorhanden, fehlt mir etwas.

Ich pfeife auf einseitige Freundschaften.

Ich respektiere mich gut genug, um zu wissen, dass ich besseres verdient habe, als Menschen, denen ich ständig hinterherrenne. Es ermüdet mich, eine Freundschaft allein zu pflegen und mir ziemlich unwichtig und wertlos dabei zu kommen.

Ich schätze echte Freundschaften.

Es gibt drei Menschen, die ich regelmäßig sehe und von ganzem Herzen liebe. Dann noch meine Schwester, meine Cousine und mein Freund, die ebenfalls „beste Freunde“ für mich sind. Und im letzten Jahr sind auch drei neue Menschen, bei der uns zwar die geographische Landkarte trennt, ich jedoch ihre tiefe Freundschaft zu schätzen weiß, hinzugekommen.

Es kommt nicht auf die Zahl der Freundschaft an, sondern darauf, was sie ausmacht.

Vermutlich werde ich keine Taylor Swift sein, die mit ihren 300 besten Freundinnen wilde Geburtstagsparties feiert. Aber ich bin ich, wissend, dass meine Liebsten allesamt wissen, dass ich keine Parties mag, aber jeder mein Geburtsdatum kennt.

Wie steht ihr das? Findet ihr, dass ich zu streng bin? Was ist eure Meinung zum Thema echte Freundschaft? Ich bin offen für all eure Meinungen! ♥

 

 

20 Kommentare zu „Warum ich einseitige Freundschaften meide und wenige echte schätze

  1. Ich finde nicht, dass du zu streng mit dir bist, du musst dich in deinen Freundschaften wohlfühlen.
    Da ich sehr offen bin und auch viele nette Kolleginnen oder andere Mütter kenne, habe ich recht viele Freundinnen, mit denen ich auch schon diverse Krisen durchlebt habe. Aber ich bin ja auch schon Mitte Vierzig.

    Mache dir keine Gedanken! Du weißt selbst am besten, was für dich passt. 🌈

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  2. Was macht eine Freundschaft denn aus? Wie pflegt man eine Freundschaft? Muss man stetig in Kontakt sein um eine Freundschaft zu definieren? Ich gebe zu, ich wäre so jemand, der sich kaum von selbst meldet. Aber ich akzeptiere es, wenn meine Freundschaften es genau so halten. Kann man einer Freundschaft hinter her rennen? Wenn man akzeptiert, dass man sie nicht unbedingt einholt, sicher. Aber macht das Sinn? Ich sehe das eher unter dem Aspekt des nich vergessen werdens. Ab und an geschieht es, das ein alter Freund mal anruft weil er sich darauf besinnt, dass ich ihm bei einem Anliegen helfen könnte und umgekehrt halte ich es genauso. Oft ergibt sich dann ein wieder intensiverer Kontakt bis dieser wieder abebbt. Nun könnte ich sagen, der meldet sich nur wenn er was will und ihn abblitzen lassen. Mich dadurch abgewertet sehen. Aber warum? Es ist doch schön, wenn sich vielleicht nach Jahren, jemand meldet, dem man aus Freundschaft heraus helfen kann. Ständig in Kontakt zu sein, ist dank Facebook und WhatsApp schon fast zu einer Seuche geworden. Belanglosigkeiten auszutauschen gilt als Freundschaftsbeweis. Da posten Leute ihren Mega Burger an alle „Freunde“ und garantiert gibt es welche, die denken, warum hat der nicht vorher gesagt dass er Burger essen geht und gefragt ob ich mit gehe. Schöner Freund. Den brauche ich nicht. Der pflegt seine Freundschaft mit mir nicht angemessen.
    Mumpiz, für mich jedenfalls, Freundschaft definiere ich nicht. Freundschaft spüre ich in dem Moment wo sie stattfindet und selbst wenn dass nur alle Jubeljahre passiert. LG

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  3. Liebe Mia,

    ich teile Deine Ansicht zum Thema Freundschaften sehr. – Meinerseits habe ich immer nur wenige wirkliche Freunde gehabt. Das ist bis heute so geblieben.

    Ein paar sehr wenige Freundschaften pflege ich schon sehr lange, darunter auch eine, die über einen langen Zeitraum hinweg „tot“ zu sein schien. Andere Menschen, die ich als Freunde gesehen und empfunden habe, waren eines Tages tatsächlich für immer weg, in etlichen derartigen Fällen sogar, ohne dass ich je erfahren habe, weshalb.

    Ich unterscheide zwischen Freundschaften und „guten Bekanntschaften“. Letzte habe ich noch weniger, wohl, weil ich wie Du kein Partygänger, kein Smalltalker, bin – Für wirklicn gute, dauerhafte Bekanntschaften fehlt mir wohl gewöhnlich die Leichtigkeit. Das ist schade, weil ich in meinen Umfeldern bemerke, dass es auch unter Bekanntschaften welche geben kann, die bereichernd sind, die zwar mehr oder weniger unverbindlich bleiben, aber im Sinne von gegenseitiger Lebensfreude, schön und wichtig sind. Und aus mancher kann schließlich auch eine Freundschaft erwachsen.

    Damit ist schon gesagt, dass Freundschaft für mich IMMER mehr ist. (Party- oder gar „Sauf“freundschaften kenne ich nicht) WIRKLICHE Freundschaft ist für mich die höchste Form von Freundschaft, sie ist für mich eine besondere, spezifische Form von Liebe. Mesnchen, denen ich mich außerhalb meiner Familie derart verbunden fühle, sind an den Fingern einer Hand abzuzählen.

    Insoweit schaue ich also schon sehr bewusst und sehr genau und insoweit habe ich auch Vorstellungen und Ansprüche. – Und darin bin ich konsequent. Weil mir derartige Beziehungen wichtig, kostbar, pflegens- und erhaltenswert sind. Sie schenken mir Heimat, Leben! Ich denke, dass ich Dir insoweit sehr ähnlich bin. Und ich mag Menschen mit so einer Sicht, so einer Einstellung, denn. Freundschaften, WIRKLICHE zumal, können nur auf tiefem Vertrauen basieren und existieren – deshalb ist es nur gerechtfertigt, daran keine leichtfertigen, oberflächlichen Maßstäbe anzulegen.

    Ja, und wenn es so sehr und eben um tiefes Vertaruen geht, dann bedarf das „Investitionen“, auch wiederkehrend und mit einer gewissen Beständigkeit von BEIDEN beteiligten Seiten. Das muss auch für beide Seiten spürbar sein, weil es mit Geben und Nehmen zu tun hat. – Das mit dem „sich sehen können“ ist sicher in Zusammenhang mit geographischer Lage und auch mal wegen wirklich nicht abänderbarer Verpflichtungen zu differenzieren. Aber das „DA SEIN“ des jeweils anderen sollte schon immer wieder auch anders und mehr als nur über vermutete, virtuelle Gedankenketten, spürbar sein.

    Soweit meine grundlegenden Gedanken zu Deinem Thema heute, liebe Mia.

    Aus „gegebenem Anlass“ denke ich besonders an Dich 😉 und lasse Dir ganz viele liebe Grüße und Wochenendwünsche da! ❤

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    1. Danke für das Teilen deiner Gedanken, lieber sternfluesterer!

      Es ist immer schön, wenn man Menschen wieder sieht, die man lange aus den Augen verloren hatte! So ging es mir mit meiner Kindergartenfreundin oder einem Freund aus der Schule.

      Gute Bekanntschaften habe ich auch, von diesen erwarte ich auch weitaus weniger als von FreundInnen. Manchmal komme ich mir zu streng vor, aber letztlich brauche ich all meine Vorsätze, um eine ehrliche loyale auf Gegenseitigkeit beruhende Freundschaft führen zu können!

      Liebe Grüße! ❤️

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  4. Oh wow, ich erkenne mich total wieder! 😱😄 Erst einmal, dass mir Qualität von Freundschaften auch über Quantität geht, dann aber auch noch, dass ich auch sehr viele Interessen haben und irgendwie in keine Kategorie richtig reinpasse: Ich bin kein purer partymensch, kein purer Couchhocker usw. Und genau 2 Freunde (buchstäblich) habe ich auch aus der Uni. 😄 Außerdem finde ich es auch sehr nervig, wenn immer nur von einer Seite etwas kommt… das geht bei Freundschaften halt nicht.
    Also insgesamt finde ich das doch sehr vernünftig, wenn man ein wenig „aussiebt“. Immerhin geht es darum, dass Dir deine Freundschaften unterstützen und ihr euch gegenseitig etwas gibt (und nimmt).
    Liebe Grüße! 😊

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  5. Je älter ich wurde, jemehr habe ich mich fragen müssen, welchen „Stellenwert“ ich in der bestehenden (?!) Freundschaft habe… und siehe da, es lichtete sich alles zusehends. Ist gewöhnungsbedürftig, aber ich habe wieder einen klaren Blick!
    LG

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  6. Zu streng? Keinesfalls. – Ich hatte eigentlich immer nur einige wenige, mit denen ich mich traf etc. Und mittlerweile sortiere ich auch aus, was sich in Richtung „Einbahnstraße“ entwickelt. Und siehe da, die Leute merken es entweder nicht einmal, daß sie aussortiert werden oder es ist ihnen ähnlich wurscht wie mir 🙂
    Am extremsten war es mal mit ’ner früheren Mitschülerin – die hat nicht mal gemerkt, daß ich irgendwann dazu überging, die alljährliche Weihnachtskarte von ihr zu nehmen und nur unsere beiden Namen zu tauschen und ihr dann eine mit demselben Text zu schicken. Habe die dann auch immer schon im Sommer geschrieben, wenn gerade Zeit war und dann gelagert bis Dezember. Zynisch? Vielleicht. Und dann wurde mir selbst diese Methode zu langweilig.
    Ich konnte mal nach langer schwerer Krankheit mein privates Umfeld nahezu komplett austauschen und achte seither noch mehr darauf, daß ich mich solchen einseitigen Bekanntschaften weder Zeit noch energie verplempere.

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  7. Ich habe jetzt einen wirklich tollen Freundeskreis – aber das hat auch ewig gedauert.
    Wirkliche Freunde über Jahre… da habe ich „die eine beste Freundin“. Wir sehen uns ein bis zwei Mal im Jahr, telefonieren jedoch über Stunden. Mein anderer bester Freund ist leider letztes Jahr überraschend verstorben.Dann, ein Paar, die wirkliche Freunde sind.
    Rund darum ein Kreis von Freunden bishin zu Bekannten. Danach kommen Bekannte, mit denen ich etwas unternehmen kann, es aber auch nicht schlimm ist, wenn ich sie mal nicht mehr sehe.

    Freundschaften entwickeln sich über Jahre. Von denen, die ich in meinen Zwanzigern als Freunde angesehen habe, ist nur noch „die beste Freundin“ geblieben. Man tut gut dran, zu entscheiden, für wen sich die Mühe lohnt u d ist selbst dann noch enttäuscht, wer in wirklich schlechten Zeiten die Biege macht….
    Ich glaube, wenn man sich schon fragt, ob die Freundschaft eine ist, ist sie es auch nicht wert…. 😁 Du machst das schon alles richtig!

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    1. Danke für das Teilen deiner Erfahrung! Es freut mich sehr, dass du inzwischen einen tollen Freundeskreis aufgebaut hast! Die engsten entstehen ganz gewiss nicht über Nacht, sondern begleiten über Jahre…

      Ganz liebe Grüße!

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  8. Freunde bleiben, oder aber sie kommen und gehen. Es gibt Freundschaften die tun einem gut und bei anderen bleibt man eigentlich auf der Strecke. Wichtig ist, dass eine Freundschaft, wie eine Partnerschaft oder Ehe, ausgewogen ist und nicht stets derselbe den kürzeren zieht oder ausgenutzt wird. Im Laufe meines Lebens habe ich einige meiner Freunde und Freundinnen gehen lassen müssen, einfach weil es nicht mehr stimmte, aber noch viel mehr habe ich Freundschaften schliessen können die aus ganz unerwarteten Ecken entstanden und sehr bereichernd sind. Ich ziehe es vor, einige gute Freundschaften zu pflegen als viele Oberflächliche. Dabei spielt es keine Rolle ob man sich nur einmal im Jahr treffen kann oder man in der selben Stadt wohnt und sich dauernd sieht. Wichtig ist, dass ein Gefühl des absoluten Vertrauens und ‚Aufgehoben seins‘ entsteht oder nicht. Wahre Freundschaften beweisen sich, wenn es eben mal nicht so gut geht und es schwierig wird. Ich beglückwünsche dich zu deinem Mut und deinem Rückgrat! Du machst es richtig und ich bin überzeugt, deine Freunde schätzen genau dies an dir. Alles Liebe

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    1. Sehr schön gesagt. Eine Freudnschaft sollte wie fast jede menschliche Beziehung nicht auf Einseitigkeit beruhen. Wenn das Interesse von beiden Seiten vorhanden ist, dann ist es auch nciht schlimm, wenn die Zeit oder Distanz einen trennt!

      Liebe Grüße!

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