Sie haben mich nicht eingeladen – Wenn Freunde dich ausschließen

Meine sozialen Phobien, wie ich sie so schön nenne, schützen mich zwar vor unangenehmen Momenten, doch gleichzeitig schließen sie mich aus. Oder schließe ich selbst mich aus?…

Neulich hatte ich ein wunderschönes Treffen mit drei lieben Freundinnen. Völlig überrascht, hatten sie Blumen und Geschenke für mich, um meinen bereits seit einiger Zeit vergangenen Geburtstag mit mir nach zu feiern. Ich war so gerührt und dankbar für die tollen Menschen, die ich in letzter Zeit so selten sehe.

Das Treffen war schön und die Gespräche intensiv. Doch im Laufe des Treffens bemerkte ich, wie oft die drei von kürzlichen Veranstaltungen sprachen, bei denen ich nicht eingeladen war. Sie waren auf Konzerten, auf Parties und bei anderen Events.

Ich war nicht eingeladen.

Als sie mir erzählten, dass sie erst Tags zuvor in einer Bar in meiner Straße gewesen, fragte ich scherzhaft, warum sie nicht kurz Bescheid gesagt hatten. Sie wollten ja, meinten sie, doch sie wussten nicht, ob ich nicht schon wieder verplant war.

Wo sie recht haben, haben sie recht. Es ist nicht ganz einfach, sich mit mir zu treffen, weil ich soziale Kontakte nur in dosierten Mengen zulassen kann. Mit neuen Menschen tue ich mich ganz schwer und mich den Ereignissen auch. Ich kann es nicht verleugnen, dass ich öfter abgesagt habe, als ich jemals da war.

Aber ist es nicht hochmütig von mir zu erwarten, dass meine Freunde mich immer fragen? Es ist doch ganz logisch, dass sie irgendwann damit aufhören, wenn ich ihnen ständig absage.

Warum bin ich traurig?

Ist es berechtig, sich schlecht zu fühlen, wenn man für sein eigenes Pech leider selbst verantwortlich ist? Schließlich sollte ich mich doch glücklich schätzen, so nette Mitmenschen zu haben, die mich ständig einladen und dabei haben wollen.

Würde ich es anders machen?

Als ich vorhin an der Bar lief, musste ich kurz stehen bleiben und sie mir anschauen. Sie sah dunkel und nicht sonderlich einladend aus. „Ranzig“, war mein erster Gedanke. Nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass ich gar keine Lust auf den Abend gehabt hätte. Ich mag keine Bars und gebe ungerne mehr als 3 Euro für ein Wasser aus. Mit mir kann man sich eben nicht so gut besaufen. Ich wäre vermutlich nur gekommen, weil die Distanz so nah gewesen wäre. Und mit ziemlicher Sicherheit wäre ich als erste gegangen. Wie immer. Ich bin halt eine Langweilerin 😛

Ich bin die „busy“ Freundin.

Das sagte eine andere Freundin heute zu mir. Ich sei ja immer so beschäftigt, weil ich mich immer mit so vielen Menschen treffe. Wenn sie wüsste, wie wenig das stimmt. Mein Kreis ist klein, aber fein. Und selbst diesen kann ich nur zulassen, wenn mir das Leben nicht gerade zu viel wird.

Die besten Freunde bleiben.

Viele Freunde kamen und viele gingen. Die „wichtigsten“ jedoch sind schon sehr lange da und bleiben vermutlich auch lange. Ich sollte es mir vermutlich nicht immer zu sehr zu Herzen nehmen, wenn eine Freundschaft gerade im Umbruch ist. Denn das ist sie. Wir werden uns keineswegs aus den Augen verlieren, aber wir sind nun mal nicht mehr diese alte Clique von damals. Irgendwie muss ich da „härter“ werden.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Freitag! ♥

14 Kommentare zu „Sie haben mich nicht eingeladen – Wenn Freunde dich ausschließen

  1. Hey Mia. Ich kann mich da wirklich in dich hineinfühlen (zumindest ein bisschen denke ich). Und ich weiss, wie weh das tun kann. Ob man jetzt selber da dran „schuld“ hat oder nicht, ändert ja nichts am Gefühl, dass es weh tut. Ja, da „härter“ zu werden, tönt plausibel. Ich weiss auch nicht. Auf eine Weise möchte man ja auch immer Mensch bleiben und nicht eine Maschine aus Stahl werden. Aber wahrscheinlich macht es schon Sinn, ein bisschen „härter“ da zu werden, damit es nicht immer so weh tut. Aber das Treffen mit deinen Freundinnen war doch auch schön (als sie dir die Überraschung gemacht haben)? Das kannst du doch auch in schöner Erinnerung behalten…Lieber Gruss

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deine mitfühlenden Worte! Ich weiß auch nicht, ob „härter“ werden, die beste Lösung ist. Aber wenn ich immer zu sensibel bin, weil eine Veränderung vorliegt, was wird dann aus mir? Vielleicht will ich das auch gar nicht herausfinden…

      Liebe Grüße zurück!

      Gefällt 1 Person

  2. Die eigentliche Konsequenz von Rückzug sollte sein, dass man in Ruhe gelassen wird. Mir jedenfalls ist das so schon bewusst. Will ich andere um mich haben, kann ich auf sie zugehen. Entweder sie nehmen mich dann ( noch oder wieder ) an, oder eben nicht. So oder so werden Erwartungen erfüllt oder auch nicht. Was das mit mir macht, liegt an mir. LG

    Gefällt 1 Person

      1. Etwas unbewusst zu tun, ist meistens etwas, dass man notwendigerweise tut oder darauf konditioniert ist. Wie etwa atmen, oder unter Wasser die Luft anhalten, oder am Bordstein stehen bleiben und schauen bevor man die Straße überquert. Was ich damit sagen will, ist, unbewusst handeln hat trotzdem einen triftigen Grund. Man kann den Grund benennen oder verdrängen, aber grundlos wird es dadurch nicht. LG

        Gefällt 1 Person

  3. Liebe Mia,

    da schreibst Du mal wieder was, was sich für mich wie von einer Seelenschwester geschrieben liest. Wobei ich schon deshalb weniger eingeladen werden kann, weil mein Freundeskresi gar nicht in „meiner“ Stadt wohnt.

    Aber auch so oder wenn da örtlich nahere Freundschaften wären, geht/ginge es mir ganz ähnlich wie Dir.

    Ich habe schon öfter aus Deinen Texten herausgelesen, dass wir wahrscheinlich „ähnlich gelagerte“ Begegnungen, Treffen etc. wahrnehmen würden. – Die „anderen“ fallen mir so/zu schwer, da kann ich nicht ICH sein. – Ich habe das mit der Zeit verstanden und versuche zu lernen, mich damit zu arrangieren, das halt ICH so bin.

    Um so wichtiger ist ein kleiner, verlässlicher Kreis von Freunden, die einen so kennen und dennoch mögen wie man ist. So eigen, „anders“, „seltsam“ usw.

    Im Geiste heute ganz besonders verbunden mit Dir und mit dem Herzen sowieso sehr aufrichtig freundschaftlich: Allerliebste Grüße an Dich! ❤ – Ich wünsche Dir ein ganz schönes Wochenende!

    Gefällt 1 Person

    1. „Seelenschwester“ – was für ein schönes Wort! 🙂

      Tendenziell schätze ich meinen kleinen Freundeskreis sehr! Ich habe nur das Gefühl, dass ich selbst diesen vernachlässige, weil es mir manchmal einfach zu viel wird…Und das gibt mir ein wenig das Gefühl, undankbar zu sein. Weißt du, was ich meine?

      Nur die die liebsten freundschaftlichen Grüße zurück! ❤️

      Gefällt 1 Person

      1. …..du weißt gerade gar nicht, was für ein Kompliment du mir damit machst! Erneut! ❤️ „Seelenschwester“ gefällt mir, aber „Seelenbruder“ klingt merkwürdig, findest du nicht? Was ist mit „Seelenfreund?“ Ich versuche es mal!

        Schlaf du auch gut, lieber Seelenfreund! ⭐️

        Gefällt 1 Person

      2. Jetzt hast Du mir diesen Samstagmorgen noch ein ganzes Stück schöner gemacht, liebe Mia, den „Seelenfreund“ hat mich noch nie jemand genannt, und ich nehme das als ein mindestens ebenso großes Kompliment an.

        Dankeschön!

        Liebste, sonnige Wochenendgrüße an Dich! ❤

        Gefällt mir

  4. Liebe Mia, ich glaube der Schlüssel ist hier die Kommunikation. Sage deinem kleinen aber feinen Freundeskreis, dass du einfach auch viel Zeit für dich brauchst. Dass das nichts mit Ihnen zu tun hat und dass du niemandem vor den Kopf stoßen willst. Wenn sie der Meinung sind, dass du „zu busy“ bist, scheint es als wüssten sie gar nicht über dich Bescheid. Offene Kommunikation so wie du sie auch hier machst, hilft aber dass sie dich besser verstehen können und du letzlich dann auch kein schlechtes Gewissen haben musst. Alles Liebe, Vany

    Gefällt 1 Person

  5. Gestern Nachmittag habe ich hier gelesen… und abends hat es mich dann genau so ereilt… dieses Gefühl des Alleinseins, der Einsamkeit.
    Eine Sambatruppe, zu der ich (eigentlich) sehr gern gehe, hat sich zum Frühlingsfest getroffen. Und ich saß mal wieder allein zu Hause. Natürlich hätte ich hingehen können. Aber das wird mir dann schnell zu viel, zu laut, zu verwirrend… dann fühle ich mich selbst in der Gruppe noch einsamer als zu Hause in meiner gewohnten und ruhigen Umgebung.
    Dann können meine Selbstzweifel… bin ich normal?!
    Manchmal fehlen mir die Worte, um das auszudrücken, was ich fühle. Du, liebe Mia, kannst das wesentlich besser.
    Danke fürs schriftliche Ausdrücken meiner Gefühle. Das macht es für mich irgendwie „greifbarer“. ❤️

    Gefällt mir

    1. Die Frage, ob du normal bist, finde ich allein deshalb schwierig, weil es eigentlich gar kein normal gibt. Du bist nunmal, wie du bist und manchmal wird es dir aus welchen Gründen auch immer zu viel. Daran finde ich nichts verwerflich! Aber natürlich können diese Entscheidungen einen trotzdem einsam machen. Vielleicht solltest du versuchen herauszufinden, warum du nicht hingehen wolltest. Gibt es einen bestimmten Grund? Und kann man diesen vielleicht lösen? Ganz liebe Grüße! ❤

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s