„Zuerst komme ich, dann die anderen!“ Warum es nicht egoistisch ist, sich an erster Stelle zu stellen

Die Rede ist immer davon selbstlos zu sein und stets zu geben. Niemand darf egoistisch sein, denn Egoismus ist etwas angeblich Schlechtes. Ich möchte euch allerdings hier erklären, warum es nicht egoistisch ist, sich an erster Stelle zu stellen und immer zuerst zu kommen!

Der Grund, warum es mir immer schwer fiel, diesen Gedanken überhaupt zuzulassen, ist folgender:

Ich will nicht für egoistisch gehalten werden. 

Denn das bin ich nicht. Ich denke viel an andere, kümmere mich, sorge mich um sie und das aus vollstem Herzen. Wenn ich mal doch für egoistisch gehalten werde, macht das was mit mir. Ich weiß dass das zum Großteil damit zusammenhängt, dass es mir stets wichtig war, was andere über mich dachten und es besonders dann schlimm für mich wurde, wenn der Eindruck ein negativer war. Und hiermit beginnt die erste Hürde: Es muss mir endlich egal werden, was andere von mir denken!

Gesunder Egoismus ist wichtig!

Gesunder Egoismus ist im Grunde kein richtiger Egoismus, sondern das Produkt ehrlicher Selbtwertschätzung und Selbstliebe. Schätzen und lieben wir uns, achten wir auch auf unsere Bedürfnisse und überhören sie nicht.

Ohne gesunden Egoismus können wir meiner Meinung nach nur ein halbes Leben leben. Jeder hat nur ein Leben. Und dieses sollte für niemand anderen gelebt werden.

Wir können niemand anderem helfen, wenn wir uns selbst nicht helfen.

Im Flieger wird mir vor Beginn des Abflugs immer gesagt, dass Passagiere sich im Notfall zuerst die Atemmaske aufsetzen müssen, und anschließend den anderen helfen sollen. Klingt einleuchtend, oder? Schließlich können wir niemandem helfen, wenn ich in Ohnmacht oder ähnliches fallen.

Ich habe schon bei vielem Menschen gesehen, dass sie irgendwann einfach nicht mehr konnten. Besonders häufig sehe ich es bei Müttern, die nur noch Mamas sind, für ihre Familie leben und ihre eigenen Bedürfnisse ignorieren. Das kann eine Weile lang funktionieren, doch dann fällt das Kartenhaus zusammen.

Deshalb ist es wichtig zuerst sich an erster Stelle zu stellen!

Zuerst komme ich, dann die anderen! ❤️

Und das ist nicht egoistisch 🙂

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Ich hatte vor einiger Zeit einen Blogbeitrag darüber geschrieben, wie wichtig es ist #selbstfürsorge zu betreiben und immer zuerst an sich zu denken. An erster Stelle zu stehen bedeutet nämlich nicht egoistisch zu sein. Ich nenne das gesunden Egoismus, aber dieser hat nichts mit dem üblichen Egoismus zu tun. Gesunder Egoismus erinnert daran auch an sich zu denken und mal nein sagen zu können. Denn nur das, was wir ertragen, sollten wir zulassen – nicht mehr! Ich persönlich habe große Probleme damit für egoistisch gehalten zu werden. Demnach beuge ich mich bewusst dem Gefühl und versuche alles andere als egoistisch zu sein – selbst wenn es mir schadet. Aber das ist nicht die endgültige Lösung, denn wenn es mir nicht mehr gut geht, kann ich früher oder später auch nicht mehr für andere da sein. Solange es mir gut geht, ich meine Grenzen achte und in einem gesunden Maß an mich denke, kann ich viel besser auf andere zu kommen und Ihnen auch mit mehr Kraft gegenübertreten. Verabschiedet euch also von den Ängsten als egoistisch abgestempelt zu werden! Zuerst komme ich! Dann kommen die anderen!

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14 Kommentare zu „„Zuerst komme ich, dann die anderen!“ Warum es nicht egoistisch ist, sich an erster Stelle zu stellen

  1. Super, sehe ich ganz genauso! 🙂 Und witzig, ich hab gerade so erst gestern erst so eine Situation erlebt, dass ich „Nein“ gesagt habe, weil ich Zeit für mich gebraucht habe. Das war definitiv die richtige Entscheidung. 🙂

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  2. Gibt es davon vielleicht auch die Light- Variante? Daß Dir egal ist, was Andere von Dir denken und Du dennoch nicht egoistisch bist? „Nur“ mal an sich selbst zu denken, ist ja noch kein Egoismus.

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    1. Die Light Variante 😂 ich glaube damit meinen wir das gleiche! „Gesunder Egotismus“ ist für mich nicht wie der herkömmliche Egoismus! Dennoch denke ich, dass es unheimlich wichtig ist, sich immer an erster Stelle zu stellen!

      Liebe Grüße!

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  3. Das, was du beschreibst ist für mich nicht Egoismus im eigentlichen Sinn, den der ist gemäß Duden „Ich-Bezogenheit“, „Ich-Sucht“, „Selbstsucht“, „Eigenliebe“. Selbstliebe und auf eigene Bedürfnisse achten schliessen Altruismus nicht aus, Egoismus jedoch nahezu völlig. Definitionsfrage.

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  4. Es ist nun mal so, nur wenn man sich selbst gut fühlt, kann man es an Andere weitergeben. Ergo, ich muss erst mal schauen, dass es mir auch wirklich gut geht. Erst dann kann man auch selbstlos sein, und mal zurückstecken.
    Toll geschrieben und auf den Punkt gebracht.
    Dank dafür.
    Alles Liebe
    Gabi

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  5. Das, was Du hier Egoismus nennst, liebe Mia, ist Selbstfürsorge. Wir hatten den Begriff schon öfter mal beim Wickel, erinnerst Du Dich? – Du bist jemand, die ganz weit weg davon ist, eine Egoistin zu sein.

    Dass Du das mit der selbstfürsorge offenkundig immer besser umsetzt, das freut mich ganz sehr für Dich. Denn es ist so wichtig.

    Liebste Grüße! ❤

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