Wer schön sein will, muss leiden?

Helloo! ❤ Lang ist’s her, seit ich zuletzt einen Beitrag geteilt habe. Aktuell ist mein Alltag derart mit Bücher-Schreiben gefüllt, dass mir gelegentlich die Kraft fürs Blog-Schreiben fehlt. Nun habe ich es aber geschafft, und widme mich einem Thema, das seit Jahrtausenden alle Gesellschaften beherrscht: Schönheit.

Vorhin war ich im Bad und habe mir die Beine rasiert. Ich tat es relativ lustlos, aber da es so warm war, und ich eine kurze Hose tragen wollte, zwang ich mich dazu. Währenddessen spielte ich mit dem Gedanken, mir demnächst die Beine einfach zu wachsen. Dann hätte ich wenigstens ein paar Wochen Ruhe vom Rasieren. Aber sicher würde es etwas kostspielig werden und vor allem wehtun. Warum sich den Schmerz antun? Weil man leiden muss, wenn man schön sein will?

Und dann ging ich mit meinem Gedanken noch einen Schritt weiter.

Warum überhaupt rasieren?

Ohne Haare finde ich meine Beine zwar schöner, aber wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, stören mich unrasierte Beine nicht. Ich finde sogar, dass sie sich angenehmer anfühlen als die kratzigen Stoppeln. Aber Fakt ist, dass ich mich nicht für mich rasiere, sondern für die Gesellschaft. Ich will nicht, dass jemand auf meine unrasierten Beine starrt – ja, ich weiß, ich sollte einen Rotz darauf geben, was andere von mir denken. Aber dank unserer widerlich sexistischen Gesellschaft werden unrasierte Haare bei Frauen gleich als unhygienisch abgestempelt (bei Männern komischerweise nicht – how bizarre!). Oder es heißt, die lassen sich gehen, denn eine „richtige Frau“ achtet schließlich auf ihr Äußeres …

Für die Schönheit leiden gilt übrigens nicht nur fürs Waxing, sondern für gefühlt alles. Hohe Schuhe – niemand kann mir sagen, dass die Dinger bequemer sind als Sneakers! Oder Unterwäsche, die den Bauch einklemmt. Ganz zu schweigen von meiner täglichen Schminkroutine, oder gar OP’s usw.

Versteht mich bitte nicht falsch: Wer Bock aufs Waxing hat und nicht ohne High Heels leben kann, sollte nicht darauf verzichten. Jede:r soll tun und lassen, was er/sie will. Ich kann und will nicht für die Gemeinschaft sprechen. Mir geht es vielmehr um die Kritik am Schönheitsbild.

Frauen werden zum „Leiden“ gedrängt, damit sie schön sind.

Ich finde das problematisch, dass Schönheit bei Frauen gleich Schmerz bedeutet, nicht zuletzt, weil Männer sich das ganze Tamtam nicht antun müssen.

Aber so muss es nicht sein. Schönheitsbilder können sich auch ändern. In der Antike galten dicke Frauen als äußerst schön. Sich den Schönheitskonzepten bewusst zu werden, ist der erste Schritt. Sie zu hinterfragen der zweite. Sie aufzubrechen der dritte.

Letzterer Schritt dauert am längsten, nicht zuletzt, weil die Gesellschaft derart viel Druck auf einen ausübt. Meine Freund:innen würden niemals etwas sagen, aber ich weiß genau, dass ein paar (männliche) Familienmitglieder ihren Senf zu meinen unrasierten Beinen ablassen würden (Hallo Patriarchat! Fick dich, Patriarchat!) Wer weiß, wie lange es dauert, bis mich die Meinungen anderer nicht mehr interessieren. Bis dahin versuche ich mich mit Menschen abzugeben, die mich akzeptieren, wie ich bin und mir immer wieder vor Augen zu führen, dass Menschen so oder so immer etwas an einem auszulassen haben. Wir können es nicht allen recht machen und das müssen wir auch nicht. Die Hauptsache ist, dass es uns gut geht!

Männliches Schönheitsideal…

Aber vergessen wir nicht, dass der Druck leider auch auf den Männern lastet – und das ist genauso ätzend. Durch die Fitnesswelle liegt der Fokus besonders stark auf Körpern – und die Ansammlung an Muskeln hat längst nichts mehr mit der Gesundheit zu tun. Sixpacks sind ästhetisch, aber nicht lebensnotwendig …

Was sind eure Gedanken zum „Wer schön sein will muss leiden“-Gerede?

Mehr zu dem Thema findet ihr in diesen Beiträgen:

Liebe dich so wie du bist? – Meine Meinung zu Schönheitsoperationen und Body Positivity

Schönheit öffnet Türen, aber Schönheit macht nicht glücklich

Wenn man sich Makel einbildet – Was ist eine körperdysmorphe Störung?

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