Die verbotenen Nahrungsmittel meiner „schwarzen Liste“ – Will ich auf diese Gerichte für immer verzichten?

Triggerwarnung!!!

Gestern hatte ich einen Rückfall vom feinsten. Ich sage das deswegen so komisch, weil ich mich nach Jahren wieder mehrmals am Tag übergab. Die Zeit des Übergebens ist eigentlich nicht mehr regelmäßig vertreten. Aber durch einen neuen und diesmal dauerhaften Stressfaktor konnte ich gestern einfach nicht mehr und musste irgendwas in mich „hineinfressen“.

Ich war gestern so enttäuscht und vor allem wütend. In diesem Moment hasste ich das Essen. Ich fühlte mich schäbig, weil andere Menschen auf der Welt hungerten und ich die Nahrung einfach ins Klo spülte. Ich schwor mir, ab sofort keine Auslöser mehr in meinem Haus zu besitzen und sie auch sonst nie wieder zu essen. Keine Auslöser – keine Essattacke.

Aber wie ihr euch sicher denken könnt, sind das die typischen Gedanken nach einem solchen Ereignis.

Als ich mir heute aus großem Appetit dann doch ein Brot mit Käse machte, musste ich darüber nachdenken, wie schwer es werden würde, tatsächlich für immer auf all die Dinge zu verzichten. Ich dachte an die „schwarze Liste, die ich während der Therapie aufsetzen musste, in dem ich all die Produkte aufzuählen sollte, die zu einem Essanfall beitrugen.

Hier einige Nahrungsmittel aus meiner „schwarzen Liste“:

Süßigkeiten: Kuchen und Gummibärchen!

Ich assoziiere Kuchen immer mit einer Belohnung oder Feierlichkeiten, daher liebe ich Kuchen und kann selten nach nur einem Stück aufhören.

Und Gummibärchen! Ich bin zwar kein Kind mehr, aber ich liebe Gummibärchen und könnte eine ganze Packung quasi einatmen. Ich habe sie daher niemals in meinem Haushalt. Aber manchmal klaue ich ein paar von meinem Babysitterkind…Ich weiß – Schande über mein Haupt! Hoffentlich denkt die Mama nicht, dass er heimlich nascht!

Aufstrich: Käse

Ich liebe Käse schon seit meiner frühesten Kindheit. Schon damals galt ich als Feinschmeckerin beim Käse und mochte ganz abstrakte Sorten, die Kinder in der Regel als „stinkend“ finden. Käse erzeugt für mich ein solches Gefühl der Lebensqualität und gehört für mich zu dem größten Auslöser für Essanfälle.

Kohlenhydrate: Brot

Das Brot gehört zu meinen liebsten kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln. Ich liebe fast jedes Brot und probiere sehr gerne unbekannte Sorten aus – neulich eins aus Dänemark, das war soooo gut!! Aber Brot hat natürlich ungemein viele  Kalorien. Und diese mag zwar mein Geschmackssinn, aber nicht mein Gehirn.

Junkfood: Pizza

Nach Sushi gehört Pizza zu meinem Lieblingsfastfood!! Warum ich Pizza liebe, muss ich vermutlich nicht weiter erklären. Aber da ich nur etwa ein bis zwei Mal im Jahr Pizza esse.

Der Grund für den Verzicht ist, dass diese Produkte „dick“ machen.

Würde es anders sein, hätte ich bestimmt keinen Fressanfall. Schließlich hatte ich noch nie eine Essattacke von zu vielen Gurken. Die Auslöser ist also der Inhalt des Produktes und nicht das Produkt selbst.

Warum hatte ich als Kind noch keinen Essanfall? Weil ich noch nicht wusste, wie „fettig“ Käse ist. Es gibt natürlich etliche Gründe für Essanfälle (die unter anderem rein gar nichts mit Essen zu tun haben), aber ich mir wurde erst heute klar, dass die ausgewählten Produkte nur deshalb so gefährlich sind, weil ich „Angst“ habe, zu viel zu essen. Weil es seit meiner Essstörung ein „zu viel“ gibt.Was hat es mich als Kind gekümmert, wenn ich eine ganze Pizza zum Mittag verputzt habe? Als das Sättigungsgefühl noch dominierender als der Zwang war, habe auf das gehört, was mein Körper will und nicht soll.

Will ich auf diese Gerichte für immer  verzichten?

Es macht mir Angst, mir vorzustellen, nie mehr ein Brot mit Käse und danach einen Kuchen zu essen. Viele ältere Frauen und Männer aus meinem früheren Fitnesscenter haben auf Fastfood grundlegend, weil sie sagten, dass die Kalorien bei ihnen mehr anschlugen, als in meinem Alter. Ich weiß zwar, dass mein Stoffwechsel sich im Laufe der Zeit verlangsamen wird, aber ich will nicht, das der Geschmack von Pizza eines Tages nur eine Erinnerung wird. Ich wünsche mir, selbst mit 70 Jahren noch Gummibärchen essen, einen leckeren Kuchen naschen und ein Brot mit Käse verputzen. Aber ich kann nicht beides haben – eine idealisierte Figur und ein gesunder Appetit lassen sich nicht vereinen.

Aber dafür muss ich riskieren, zuzunhemen.

Meine „schwarze Liste“würde ihren Sinn verlieren, wenn ich meine Angst davor verliere dass mein Körper sich verändert.

Kann ich das? Ich weiß nicht…

Ich will es zumindest.

Und das ist vielleicht ein Anfang!

Habt alle ein schönes Wochenende! ♥

7 Kommentare zu „Die verbotenen Nahrungsmittel meiner „schwarzen Liste“ – Will ich auf diese Gerichte für immer verzichten?

  1. Liebe Mia,

    es tut mir Leid, dass dieser Rückfall geschehen ist, und ich verstehe Deine Enttäuschung und Deine Wut sehr gut. – Ich möchte Dich dennoch ermutigemn, es nicht als einen Rückfall im Ganzen zu sehen. Es war eine Episode, aber Du bist innerlich insgesamt viel weiter als nach der, die zuvor geschehen ist. Du bist reflektierter und Du hast dabei viele Dinge auf eine sehr positive und sinnvolle Weise erkannt und hier ja auch schon weitergegeben.

    Du weißt, dass ich keine wirklcihe „Ahnung“ von Essstörungen habe. Insoweit, nimm meine folfenden Gedanken nur so wichtig, wie sie tatsächlich sind, wahrscheinlich nicht besonders wichtig. Ich schreibe sie aus dem Bauch heraus, zwar mit ein bisschen eigener Erfahrung, die aber doch aus einem anderen Hintergrund resultiert:

    Ich weiß nicht, ob es wirklich so ganz zielführend ist, bestimmte Lebensmittel auf eine schwarze Liste zu setzen und diese Lebensmittel dann VÖLLIG zu meiden. (Bezogen auf Weizen hast Du das, glaube ich, kürzlich selbst als nicht sinnvoll , auch als nicht notwendig erkannt und beschrieben.) – Ich befürchte, dass nach einer Zeit, wo das Verzichten auf diese Lebesnmittel gelingt, irgendwann ein derartiger Heißhunger darauf einsetzt, dass die Gefahr besteht, dass Du diesem Heißhunger nachgibst.

    Ich denke, es wäre besser, die betreffenden Lebensmittel gar nicht völlig ignorieren zu wollen, aber tatsächlich immer nur in sehr kleinen Mengen daheim zu haben. So, dass Du ab und zu davon ein bisschen essen kannst, dann aber eben erstmal nichts mehr da ist. Oder es so zu machen, dass auch bestimmte Profukte nur sehr selten „“kombinierbar“ (Brot UND Käse) da sind.

    Wie gesagt, es kann gut sein, dass diese Überlegungen dumm sind, dass man so den Wurzeln (D)einer Essstörung nicht bekommt, ich habe hier nur so meine „bauchgefühllogischen“ Gedanken aufgeschrieben.

    Außerdem denke ich auch, dass es noch mal und mindestens ebenso notwendig wäre, zu fragen, was denn die Ursachen, die Trigger für die letzten Heißhungeranfälle auf die betreffenden Produkte gewesen ist und dort anzusetzen. – Ich weiß ja, dass Du augenblicklich in einer sehr fordernden Phase des Lernens und Studierens steckst und könnte mir vorstellen, dass da immer mal was eintritt, was das Fass dann jeweils zum Überlaufen bringt. – Freilich weiß ich auch, dass sich Ursachen, die so liegen, sehr schwer abstellen und ausschließen lassen, weil Studium nun mal immer wieder durch Stressphasen gekennzeichnet ist.

    Ich kenne Deine jetzige Figur nicht, ich weiß auch nicht, ob Du wirklich nach wie vor einem „Idealbild“ folgst. Ich weiß nur, und das ist sicher, so sicher, dass sich Angst davor nicht lohnt, weil es auch ganz ohne Angst so kommt: das sich ein, dass sich auch Dein Körper verändern wird. Das ist NATÜRLICH. Darauf hat NIEMAND wirklich Einfluss oder könnte es gar verhindern. Beinflussen kann man in EINEM BESTIMMTEN AUSMAß nur die Art und Weise der Veränderung.

    Ich wünschte mir auch, ich sähe noch aus wie mit 25, hätte noch meine damalige Figur. Aber es macht keinen Sinn mich mit dem Sternflüsterer von damals zu „vergleichen“ körperlich so wenig wie geistig. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich immer wieder zu vegleichen, auch nicht mit Gleichaltrigen und schon gar nicht mit einer immer nur fiktiven Idealfigur oder -gestalt.

    Ich weiß, dass Du das im Grunde weißt. Und deshalb ist es ein guter, ein sehr richtiger Ansatz, so finde ich, wenn Du ganz bewusst daran arbeitest, die Angst vor einer Veränderung Deines Körpers zu verlieren.

    Das IST ein Anfang, liebe Mia!

    Verzeih‘ mir das lange „Referat“, mit dem ich auf gar keinen Fall anmaßend sein wollte. Ich habe mich aber halt getraut, das zu schreiben, was mir beim und nach dem Lesen Deines Eintrags durch den Kopf ging.

    Ich mag Dich wie Du bist! Sehr!

    Ganz liebe Grüße an Dich und zwei hoffentlich für Dich schöne und erholsame Wochenendtage! ❤

    Gefällt 4 Personen

    1. Deine Kommentare sind wirklich wie Balsam für die Seele, lieber sternfluesterer. Nicht selten bekomme ich Gänsehaut von ihnen, so wie jetzt gerade. Du ahnst nicht, was für eine Wirkung du auf Menschen hast! Du gibst Ihnen so ein schönes Gefühl – als ob ein ⭐️ über sie wachen würde. Ich bin mir sicher, dass du außerhalb der virtuellen Welt dieselbe Wirkung auf Menschen hast!

      Jedenfalls geht es mir jetzt in diesem Moment richtig gut!! Deine „Referate“ können gar nicht lang genug sein! Und obwohl du keine Essstörung hast, so waren deine Punkte allesamt sehr treffend! Keine deiner Überlegungen war dumm, im Gegenteil!

      Die schwarze Liste war die Idee meiner Therapeutin, die damit erst mal festhalten und verstehen wollte, welche Nahrung ich mir erlaubte und welche nicht. Mit Verboten erzeugt man einen Zwang. Man kann nicht wie Drogen radikal auf sie verzichten. Man muss lernen, sie kontrollieren und mit ihnen umgehen zu können. Das ist soo schwer! Und bei den oben genannten Produkten scheitere ich immer wieder aufs neue!

      Der Trigger ist mir ebenso bekannt. Ich kann sie mittlerweile gut erkennen! Aber andere Ventile für sie finden, bekomme ich nicht immer hin. Insbesondere nicht, wenn sie in einer zunehmend stressigen Phase meines Lebens auftauchen.

      Aber dank deines so schönen Kommentars, den ich mir bis jetzt schon drei mal durchgelesen habe, werde ich gleich mit einem sehr wohligen Gefühl ins Bett gehen. Und das, weil ein lieber sternfluesterer bei mir vorbeigeschaut und seine lieben Worte mit mir geteilt hat!

      Gute Nacht! ❤️⭐️

      Gefällt 2 Personen

  2. Oh das mit dem Rückfall tut mir wirklich leid! Ich hoffe auf jeden Fall, dass du dich schnell wieder fangen kannst! Ich hab oft dieses schwarz-weiß-Denken „ach, jetzt ist es schon passiert, jetzt kann ich auch vollkommen die Kontrolle verlieren“, aber ich glaube (ich weiß), dass so eine Denkweise sehr gefährlich ist. Also bitte denk daran, dass du nicht die Essstörung in deinem Leben haben möchtest und auch jetzt wieder einen Neuanfang starten kannst. 🙂 Niemand ist perfekt, so Ausrutscher passieren und zeigen, dass das Gesundwerden ein langer Prozess ist. 🙂 Verlier bitte nicht den Mut! 😊
    Ich verstehe auch, dass man nur von Lebensmitteln, die man sehr gerne isst, einen Essanfall hat… aber dazu kommt sicherlich auch noch, dass diese Lebensmittel generell ein wenig süchtig machen! Zum Beispiel sind Pizza und CO ja wegen dem Zucker und Fett so appetitlich, und diese Inhaltsstoffe machen nun mal süchtig. Deswegen finde ich es auch gut, wenn man versucht, diese Lebensmittel größtenteils zu vermeiden (zum Beispiel zu Hause, wenn man alleine ist). Und dann langsam „gefährlichere“ Lebensmittel wieder einführt, sobald man bereit dafür ist. Bei mir sind’s übrigens auch Pizza und, statt Gunmibärchen, Schokolade. 😉
    Liebe Grüße 😊

    Gefällt 2 Personen

  3. Tut mir leid, dass es dir im Moment nicht gut geht und ich weiß wie man sich nach solchen Rückfällen fühlt. Es ist einfach nur schrecklich!

    Ich hab auch noch nicht den optimalen Umgang mit Lebensmitteln meiner „schwarzen Liste“ gefunden. Ich will nicht darauf verzichten, aber laufe immer Gefahr außer Kontrolle zu geraten, wenn ich sie im Haus habe. Bei mir ist das zb mit Müsli immer so eine Sache. Ich möchte es mir nicht verbieten also kaufe ich es. Das Problem ist aber, dass Müsli meist in relativ großen Packungen verkauft wird, sodass ich nicht sagen kann ich kauf mir mal nur für ein Frühstück Müsli bzw, wenn es nicht die Menge ist, sind die kleinen Verpackungen so teuer wie die große, sodass ich am Ende doch wieder die große kaufe.

    Ich hoffe auf jeden Fall, dass der Stress für dich wieder etwas nachlässt und schick dir eine liebe Umarmung! Alles Liebe, Julia ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deine aufbauenden Worte, liebe Julia ❤
      Oh jam Müsli ist bei mir auch ganz schlimm! Ich bin jetzt umgestiegen und stelle mir mein Müsli immer selbt zusammen. Da kann man sich zwar auch nachnehmen, aber es dauer "länger", alles wieder zusammenzumischen und bis dahin hat das Sättigungsgefühl auch eingesetzt! 🙂

      Ich hoffe auch, dass der Stress bald nachlässt!

      Liebe Grüße! ❤

      Gefällt 1 Person

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