Wie wichtig ist das Aussehen in einer Beziehung?

Wer mich kennt, weiß, dass ich nie ein oberflächlicher Mensch war, der Menschen rein optisch bewertet hat. Ich selbst fand mich als Kind sehr hässlich und fühlte mich nicht berechtigt, über gutes oder schlechtes Aussehen zu urteilen.

Und doch frage ich mich gerade, ob das wirklich stimmt. Da ich mich aufgrund meiner Baechelorarbeit mit dem Thema Schönheit beschäftige, habe ich viele Quellen dazu gelesen. Und nun frage ich mich unweigerlich: Ist Oberflächlichkeit menschlich?

Der erste Eindruck ist das Aussehen.

Wenn ich einen unbekannten Menschen von Angesicht zu Angesicht sehe, so erblicke ich zu allererst die äußere Fassade. Kein Mensch kann in die Seele des anderen blicken. Wir sehen den Menschen vor uns und bilden uns automatisch eine Meinung, ohne die Person zu kennen. Das Aussehen hinterlässt also im ersten Blick einen visuellen Eindruck.

Das Aussehen sagt etwas über den Menschen aus.

Dieser Satz klingt hart, ist aber meiner Meinung nach irgendwie unvermeidlich. Den Charakter kann man gewiss nicht erkennen aber den Typ Mensch vielleicht schon.

Kleider machen Leute!

Sehe ich morgens einen Mann in einem Anzug, gehe ich nicht davon aus, dass er gerade auf dem Weg zu Freunden ist, um eine Runde Basketball zu spielen.

Wisst ihr was ich meine? Kleider verraten manchmal ein bisschen vom Menschen. Und diesen Eindruck bildet man sich, ohne ihn oder sie zu kennen.

Ist das fies von mir? Dass ich einfach einen Typ Mensch an seinem Aussehen erkenne? Oder ist das irgendwie „normal“? Ich weiß es nicht.

Menschen nach dem Aussehen bewerten

Ich frage mich, ob das bei physischen Begegnungen immer so ist. Auf einer Party, im Club, im Park…Wo auch immer ich einen neuen Menschen treffe, ich sehe zu allererst das Aussehen.

Gleichzeitig kann es auch gefährlich sein, weil Stereotypen sich mit dem ersten Eindruck vermischen. Ein gutes Beispiel ist meine liebe Kollegin, die aufgrund ihres Kopftuches seltener bei Veranstaltungen eingeteilt wird.

Wie wichtig ist das Aussehen in einer Beziehung?

Wie gesagt finde ich nicht, dass ich oberflächlich bin. Daher war es mir völlig egal, wie meine Freunde aussahen.

Bei der Partnerwahl sehe ich allerdings wirklich einen Unterschied. Wenn ich sagen würde, dass das Aussehen überhaupt GAR KEINE Rolle spielt, dann würde ich euch ins Gesicht lügen.Wie viele andere habe ich ästhetische Vorlieben, die nicht zwingend erwartet werden, aber im Auge des Betrachters eben als „schön“ empfunden werden.

Es geht natürlich nicht nur um das Aussehen

Es gibt so viel mehr – den Geruch, den Klang der Stimme, die Berührungen oder auch die „Seele“, die man anziehend findet. Manchmal ist es auch nur ein „Gefühl“, dass jemand bei jemand anderem auslöst. Aber die Optik kann ich trotzdem nicht ignorieren. Irgendeine Anziehung brauche ich. Spüre ich diese gar nicht, so bezweifle ich, dass ich mich auf eine emotionale und körperliche Beziehung einlassen kann.

Mein erster Freund war ein bisschen übergewichtig. Mich hat das nicht weiter gestört, denn ich mochte ihn sehr und war vernarrt in seine Augen. Demnach war ich in dieser Hinsicht auch ein bisschen oberflächlich – oder?

Mein zweiter Freund war so unfassbar schön, dass mich seine Schönheit förmlich erschlug. Ich war so fassungslos, dass er mit MIR zusammensein wollte, weil ich ihn schon seit Jahren anhimmelte, und ignorierte seinen überaus dämlichen Charakter.

Letztere Erfahrung lehrte mich, dass das Aussehen nicht alles ist und eine Beziehung so viel mehr als nur die äußere Fassade ausmacht.

Letzlich geht es um die innere Schönheit.

Und die erkennt man nur, wenn man einen Menschen in sein Leben lässt. Zu oft weisen wir Menschen ab, weil sie uns optisch nicht zusagen. Ich finde es schade und ärgere mich, dass ich gelegentlich auch so bin.

Dieses Nachdenken über das Aussehen und ihre Wichtigkeit hat mich erkennen lassen, dass ich nicht immer die „Moralapostel“ bin, sondern auch einsehen muss, dass ich hier und da sehr oberflächlich denke.

Wie seht ihr das? Was bedeutet für euch Oberflächlichkeit? Inwieweit bewertet ihr die Menschen in eurem Umfeld oberflächlich?

Habt ein schönes Wochenende ❤️

19 Kommentare zu „Wie wichtig ist das Aussehen in einer Beziehung?

  1. Oberflächlich….. hm…. es gibt Menschen, die wirklich sehr oberflächlich sind. Sie wollen nur das Schöne und Angenehme sehen, das andere blenden sie aus oder verdrängen es. Ich mag es z. B. überhaupt nicht, wenn Leute anfangen, über ihre Krankheiten zu reden. Dann klinke ich mich meistens aus, weil es mich nervt. Was ich schlimm finde, sind Leute, die sehr viele Vorurteile haben. Ich habe einen Kollegen, den halte ich für sehr oberflächlich und er hat massenhaft Vorurteile. Er beurteilt Leute sowohl nach dem Aussehen, als auch nach ihrer Herkunft. Wenn ein Mädel dann etwa aus einem anderen Land kommt und sehr gut aussieht, dann ist die okay. Wenn eine aber nicht gut aussieht und Ausländerin ist, dann stört sie ihn… Er hat auch solche Vorurteile wie „Menschen aus xxx stinken, die benutzen kein Deo“ oder „Menschan aus yyy sind alle fett und dumm, lauter solchen Blödsinn eben. Das hasse ich! Ich beurteile Leute aber auch nach ihrem Aussehen, aber es würde mir nie im Traum einfallen, mit jemandem nicht befreundet zu sein, weil er nicht den gängigen Schönheitsstandards entspricht! Bei einem Lebensgefährten ist das allerdings wieder was anderes, der muss mir schon gefallen, aber da reicht es mir z. B. wenn er ein attraktives Gesicht, schöne Augen, keine Glatze….. oder oder… hat, die Figur ist zweitrangig, er darf gerne moppelig sein.

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  2. Ich weiss nicht, ob Oberflächlichkeit menschlich ist. Es kommt wohl darauf an, wie man den Menschen definiert oder was man als menschlich betrachtet. Die Psycholog*innen und wohl auch andere würden vielleicht sagen, dass das Beurteilen nach dem Aussehen evolutionär bedingt wichtig war, um einen Menschen schnell einschätzen zu können, etc. Aber auch wenn es notwendig ist/gewesen wäre, muss es ja trotzdem nicht gleichzeitig heissen, dass das notwendige gut ist/war. Es war einfach notwendig. Ich kenne einen Freund, der glaub so mit 11 oder so, blind wurde. Und er sagt, dass für ihn das Aussehen einer Person bei einer Begegnung nicht ins Gewicht fällt und er die Person anhand der Stimme einschätzen kann. Aber er sagt auch, dass er vor allem schlankere Frauen mag. Also es scheint, dass eben der Körper doch auch recht wichtig ist, und nicht alleine die Seele, Geist, whatever oder das „innere“ eines Menschen relevant ist. Aber ja, ich persönlich teile Menschen auch schnell nach dem Äusseren ein. Vielleicht gibt es ja Menschen, die das mehr oder weniger machen. Ich weiss es nicht.

    Liebe Grüsse!

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  3. Liebe Mia,

    wenn man einem Menschen zum ersten Mal begegnet und ihn dabei sieht, dann ist es ganz folgerichtig, dass ein erster Eindruck auf visueller Grundlage entsteht. Dieser Eindruck ist natürlich öberflächlich, weil es ein erster ist.Bei weiterem, längerem, wiederkehrendem Hinsehen (sofern sich das ergibt), wird sich dieser Eindruck vervollkommnen, was heißen kann, dass er bestätigt wird, ergänzt oder vervollkommnet oder aber sich auch grundsätzlicher verändert.

    Er wird im Übrigen dann zunehmend auch nicht mehr nur visuell bestimmt sein.

    Ich denke, dass Du Dir gar keine Sorgen machen brauchst, öberflächlich in der Beurteilung (ich schreibe bewusst nicht „Bewertung“) zu sein. Dein Eintrag selbst spricht insoweit eine eindeutige Sprache.

    Visuelle Eindrücke sind natürlich wichtig, sie haben auch einen spezifischen Stellenwert. Ich denke, das kann und wird niemand leugnen. Aber einem Menschen, dem wirklich an Beziehungsaufbau gelegen ist, und damit meine ich keineswegs nur den Aufbau der EINEN Beziehung, sondern etwa auch der Beziehung innerhalb eines Gesprächs, die Art des Umgehens miteinander, ob nun in küezerem oder längerem zeitlichen Kontext, ob im Rahmen zufälligerer Begegnungen oder gewollter, freundschaftlicher, zum Beispiel, der wird sein gegenüber schnell nicht mehr nur nach visuellem Eindruck einschätzen (wollen).

    Ich weiß nicht mehr genau, ob ich Dir mein Verständnis von „Schönheit“ schon einmal näher beschrieben habe. In meinem Blog habe ich es schon getan, erstmalig und seinerzeit ausführlich schon vor etwa 6 Jahren. Ich stehe nach wie vor zu diesem Verständnis, und, wenn ich Deinen Eintrag so lese und mir vergegenwärtige was und wie ich Dich bislang (von Dir) kenne, dann ahne ich, dass Dein Verständnis dem vermutlich sehr ähnelt. Wenn Du mal „vergleichen“ möchtest … :

    https://gedankenorbit.wordpress.com/2012/04/30/schoenheit-13599689/

    Menschen sind für mich bisweilen auch schön, wenn ich (noch) keinen visuellen Eindruck von ihnen habe. Wenn ich sie anderweitig lang genaug kenne, kann auch kein späterer visueller Eindruck daran nichts Grundsätzliches mehr ändern.

    Ich meine, das Einzige, worauf wir achten müssen, ist, vor allem aus ersten visuellen Eindrücken nicht zu viele und schon gar nicht sogleich „vergleichende“ oder „(be-)wertende Schlüsse zu ziehen. Dass wir aber zunächst mal einen Eindruck empfinden und dieser mal angenehmer, postiver, ein andermal „unentschieden“, nicht sicher und schließlich in noch anderem Fall eher abstoßend oder verstörend, ist, halte ich, wie schon angedeutet, aber für ganz natürlich.

    Wie wir dann wirklich und weiter mit dem jeweiligen Menschen umgehen, hängt freilich von unserem Charakter ab.

    Der ist der bzw. das Entscheidende was uns ausmacht und jene Menschen, die wir irgendwann zum erstenmal (ge-)sehen (haben/werden).

    Um den Deinen mache ich mir da so ganz und gar keine Sorgen, liebe Mia! Der ist so wenig öberflächlich wie Du es bist.

    Ganz viele und ganz liebe Grüße an Dich ❤ !

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    1. Vielen dank, lieber sternfluesterer! Für deine so schöne Sicht! Ich schaue gleich mal bei deinem Beitrag zum Thema Schönheit vorbei.

      Mir ist beim Schreiben und vor allem jetzt durch eure Kommentare klar geworden, dass ich diese „Wertung“, diese „Oberflächlichkeit“, dennoch verringern will. Mir wird oft gesagt, dass ich ernst oder gar arrogant schaue und daraus auch mein Charakter interpretiert wird. Und manchmal denke ich auch ich von bloßen Blick, wie jemand sein mag. Vielleicht ist es menschlich so zu denken, aber schön finde ich es gewiss nicht.

      Bin Thema Schönheit stimme ich dir voll und ganz zu. Im übrigen kann ich einen Menschen, den ich mag, nicht hässlich finden – die innere Schönheit ist dafür zu dominant! Der Charakter ist für mich das wunderschönste überhaupt!

      Sei ganz lieb gegrüßt! ❤️

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  4. Oberflächlich ist der Mensch, bis er sich einen gewissen Erfahrungswert zugelegt hat, von Natur aus. Wir alle unterliegen, was zwischenmenschliche Beziehungen angeht, unserem Unterbewusstsein. Dort ist abgelegt, wenn wir schön finden und auf wen wir uns liebestechnisch einlassen werden. Darauf haben wir, bis wir besseres gelernt haben, nicht viel Einfluss. Daher ist der Mensch auch geneigt, ständig den gleichen Typus Partner/in zu suchen. Nicht unbedingt vom Aussehen, eher vom Charakter. Das wir der Annahme sind Menschen anhand ihres Aussehens einschätzen zu können, liegt daran das unser Unterbewusstsein nur zwischen bekannt und unbekannt wertet. Erkenne ich in einem Menschen etwas Bekanntes, sucht das Unterbewusstsein nach, bekannt gut oder bekannt schlecht. Je nach dem entscheiden wir dann. Kennen wir den Typus gar nicht, ist sofort Alarm. Erkennen kann man das wenn einem die Intuition etwas vorgibt und man ignoriert dieses Gefühl. Man schaut sich diesen Mensch noch mal genauer an. Versucht selbst eine Einschätzung. Versucht vertraute Dinge oder abstoßende Merkmale zu finden. Die hinter fragt man dann. Ist sehr erstaunlich was da manchmal bei raus kommt. Überhaupt empfinde ich menschliches Verhalten nur dann Oberflächlich, wenn bewusst verletzt wird.
    Lg Robert

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    1. Oh, das ist wirklich interessant! Ich war mir diesem natürlichen Aspekt der Oberflächlichkeit gar nicht so bewusst! Deinen letzten Satz finde ich besonders spannend, auch wenn ich besonders hervorheben würde, dass Verletztheit nur dann entsteht, wenn das Gegenüber die eigenen Gedanken erfährt! Aber du sagtest ja schon, dass die Person „bewusst“ verletzt werden muss!

      Liebe Grüße!

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      1. Wie kommst du darauf das man Verletztheit nur dann erfährt, wenn man die Gedanken des Anderen kennt? Du kannst jeden Wissen lassen, ohne ein Wort zu sagen, das du ihn für Inkompeten dumm, deiner nicht würdig, nicht zugehörig usw hältst.Gesten, Gesichter. Grimassen, mit den Augen reden, schweigen. Es gibt so viele non verbale Mittel, da braucht es keine Worte oder anderweitige Übermittlung der Gedanken.

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      2. Kommt darauf an welche Emotionen ich verbergen möchte und über welchen Zeitraum Auch kann nicht jeder Emotionen wirklich gut verbergen. Aber so ganz Allgemein gesehen und auf wirklich kurze Dauer, kann fast jeder seine Gefühle tarnen. Zum Glück. Die Menschen sind noch weit davon entfernt, mit Ablehnung und Wut, umgehen zu können. Sowohl von der Opfer, als auch von der Aggressor Seite. Jemanden zu sagen das man ihn nicht mag, erfordert höchstes Einfühlungsvermögen von beiden Seiten. Aber wir sind ja nicht mal so weit, daß als etwas Positives zu sehen So was macht man ja nicht. Stellt sich die Frage muss ich deshalb jeden mögen müssen oder es für mich behalten, das dem nicht so ist? Um dann vielleicht jeden Tag mit so einer Person umgehen zu müssen? Wir denken in viel zu vielen Schubladen und das macht uns kurzsichtig für wesentliche Dinge. Wie der Umgang mit Gefühlen. Vor allen denen, die wir als nicht Positiv sehen. Sie sollen versteckt, geheim verarbeitet werden. Wäre das nicht so traurig, müsste man darüber lachen.Gefuhle welcher Art auch immer, müssen gelebt werden. Sie stauen sich sonst auf und treten dann an Stellen auf, die für Niemanden gut sind. Gelebte Gefühle kann jeder miterleben und nachvollziehen. Richtig angewandt sind sie das Leben. Gehen wir falsch mit ihnen um, wartet die Depression, die Wut, der Ärger oder die Selbstzerstörung auf uns.

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  5. Meine Erfahrung ist (und die Evidenz unzähliger Studien), dass man sich normalerweise in einer gleichberechtigten Partnerschaft etwa auf demselben Schönheitsniveau ist. Ist ja auch irgendwie logisch. Sonst gibt es ein Ungleichgewicht. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Und hart? Fies?Nein, das ist nicht hart oder fies? Es ist einfach eine Tatsache. Nur wir Menschen werten das als gut oder schlecht. Wenn wir sagen, das sei hart oder fies, dann untermauern wir ja nur die Meinung der Gesellschaft, dass weniger schöne Menschen weniger wert sind oder ähnliches.

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    1. Findest du? Ich habe oft das Gefühl, dass es an der Sozialisierung liegt. Frauen sind so sozialisiert, dass es auf die inneren Werte ankommt, Männer sind, dass Oberflächlichkeit für sie wichtig ist! In meinen Freundschaften habe ich das auch so beobachtet, aber das ist eine sehr unwissenschaftliche subjektive Meinung von mir!

      Liebe Grüße!

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      1. Ich weiss was du meinst. Es ist ja auch erwiesen, dass Frauen v.a. einen humorvollen, liebevollen, usw. Mann suchen, währen eine Frau für einen Mann v.a. hübsch, schlank, sportlich zu sein hat. Aber das relativiert sich dann wieder, weil Männer bei “hübsch” und “schlank” äußerst tolerant sind. Was für Frauen schon dick ist, kann für einen Mann noch schlank sein. Und eben: das sind erst mal die Wünsche. Bei denen, die zusammenkommen ist es erwiesen: sie sind sich im Schönheitslevel oft ähnlich.

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      2. Und ich finde es sehr wichtig dass ich meinen Freund schön finde. Das ist ein Bedürfnis von mir und das habe ich verdient. Meine Freundinnen finden meinen Freund zwar hübsch, weil er halt regelmässige Gesichtszüge, schöne Zähne, etc hat. Er ist aber absolut nicht ihr Typ und sie könnten sexuell niemals was mit ihm anfangen. Das ist alles so relativ. Viele sagen, mein Freund und ich sehen uns ähnlich. Interessant, oder?

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  6. Liebe Mia,
    ist jemand „schön und attraktiv“ zu finden, wirklich oberflächlich? Das finde ich überhaupt nicht. Bei Kunst und in weiteren Bereichen ist es ganz legitim, das Erscheinungsbild zu bewerten.
    Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Es gibt Menschen, die wir schön – aber charakterlich hässlich finden. Und es gibt beides in Kombination mit vielen weiteren Facetten. Jeder wirkt anderes und was für mich attraktiv ist, kann für dich potthässlich sein. Stell dir mal das Szenario vor, wenn sich alle „hot“ finden würden. Dann gäbe es noch mehr Missgunst.
    Ich für meinen Teil bin der Ansicht, dass wir dies akzeptieren sollten, ohne dieses Wertessystem extremst zu hinterfragen. Jeder tut es, aus welchen Gründen auch immer. Und dazu zu stehen, scheint als oberflächlich zu gelten. Obwohl ich es überhaupt nicht so empfinde. Wir sind Menschen mit Herz und Verstand. Von dem her hat Schönheit seine Daseinsberechtigung. Die gesellschaftliche Sicht macht Schönheit zu dem, was sie ist. Aktuell eher etwas Negatives, weil dieser starke Drang für jeden schön sein zu wollen, unsere Seele und auch Körper wie eine Säure zerfrisst.
    Ich finde dich im übrigen sehr attraktiv. Meine Sicht setzt(e) sich aus vielen Bausteinen zusammen. Jeder hat sein eigenes System und solange er/sie damit bedacht umgeht, kann ich dem nichts Schlechtes abgewinnen.
    Schönen Sonntag für dich und danke für deinen tollen Beitrag. 🐞
    LG Michaela

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    1. Liebe Michaela,
      Danke für deinen interessanten Kommentar! Ich mag deine Ansicht sehr!

      Für mich als Essgestörte ist das Thema Schönheit ein sehr bedeutendes. Die Unsicherheiten, die meine Krankheit ernähren, geben dem Thema einen besonderen Fokus. Um vollständig gesund zu werden, versuche ich mich nicht mehr allzu sehr von Ideal beeinflussen zu lassen. Wie du schon sagtest, zerfrisst dieser Drang die Seele…

      Ich weiß nicht, ob Oberflächlichkeit das richtige Wort ist…aber ich kann es irgendwie auch nicht anders ausdrücken…

      Ganz liebe Grüße! ❤️

      Gefällt 1 Person

  7. Es ist, wie so oft, kompliziert. Für mich ist Schönheit etwas, das jeder Mensch individuell definiert und das sich, zumindest für mich, nicht bewusst „steuern“ lässt (schon gar nicht durch instagram, TV-Shows und Co. ). Es ist eine Empfindung, die entweder vorhanden ist oder nicht – zwar verändert sich meine Definition von Schönheit, wenn ich einen Menschen und seinen Charakter kenne, aber mir unbekannte Menschen lassen sich erstmal nur nach dem Schema „erster Eindruck“ einsortieren. Das wäre, wenn wir jetzt nur die Partnerwahl betrachten, gar kein großes Problem – sofern wir uns denn im analogen Real Life bewegen. Wenn ich eine Frau kennen lerne und ich rein optisch vielleicht nicht gleich „hin und weg“ bin, so hat die reale Begegnung aber noch einen großen Einfluss – Mimik, Stimme, Gespräche, Bewegungen – einfach der gesamte Mensch. Hier verläuft für mich auch die Grenze zur Oberflächlichkeit. Es ist nicht oberflächlich, einen Menschen schön zu finden. Oberflächlich wird es erst, wenn wir einen Menschen, den wir nicht sofort als schön empfinden, pauschal ablehnen. Wobei natürlich trotzdem irgendwann ein Punkt erreicht werden kann, an dem sich „Abweichungen“ von den eigenen Ansprüchen ans Aussehen nicht mehr durch Sympathie und „Chemie“ ausgleichen lassen, was für mich aber nicht oberflächlich, sondern durchaus völlig normal ist – wir können eben nichts erzwingen, das wir nicht fühlen. Da sich heutzutage aber leider vieles virtuell abspielt, wie die Partnersuche per Smartphone-App, geht der reale Part verloren und es bleibt nur noch der Weg über den ersten Eindruck. Und da dieser oft bloß aus einem oder mehreren Profilbildern besteht, werden wir fast gezwungen, (nur) nach Aussehen zu urteilen. Stimmt der erste Eindruck nicht, wischen wir nach links und sehen die Person nie wieder, obwohl vielleicht ein ganz wundervoller Mensch dabei gewesen wäre.

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke für deinen Kommentar! Du hast eine sehr schöne Auffassung von Schönheit. Es ist ja auch ein sehr breites Feld und lässt sich sicher nciht pauschalisieren.
      Aber dein letzter Absatz ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiger. Man „muss“ heutztage den Menschen schon fast nach dem Äußeren beurteilen…

      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

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