Lieber keine Therapie? – Was sind Coachings?

Psychische Krankheiten steht man meist nicht allein durch. Die einen machen eine Therapie, die anderen entscheiden sich für ein Coaching. Da viele mit letzterem Begriff noch nicht viel anfangen können, möchte ich euch erklären, was Coachings überhaupt sind.

Was sind Coachings?

Fangen wir mal gleich mit dem Begriff an. Gemeint ist natürlich kein Coach aus dem Sportunterricht, sondern eine Person, die euch auf eurem Heilungsweg begleitet. Viele Coaches haben einen ähnlichen „Leidensweg“ hinter sich und sprechen daher aus eigener Erfahrung. Wie es dann abläuft, ist ähnlich wie in einer Therapie: Betroffene tauschen sich aus und kriegen Hilfe und Unterstützung. Wie diese Hilfe aussehen mag, ist unterschiedlich. Therapeuten haben viele bewährte Konzepte, die sie aus dem Studium kennen, Coaches haben andere, oft nicht weniger effektive.

Der Unterschied zwischen Coachings und Therapien

Ist das im Grunde nicht dasselbe? Nein, überhaupt nicht!

Kira von Soulfoodjourney hat die Unterschiede wunderbar zusammengefasst, deshalb teile ich den Post mal hier mit euch. Auf zwei Punkte möchte ich aber besonders eingehen: Kosten und Umgang mit den Patient*innen.

Kosten

Bei einer Therapie werden die Kosten in vielen Fällen von der Krankenkasse übernommen, bei einem Coaching ist das nicht so. Zwar finde ich, dass man für seine Gesundheit bereit sein sollte, einen bestimmten Preis zu zahlen, aber vielen ist es aus finanziellen Gründen leider nicht möglich, ein Coaching zu buchen. Menschen mit niedrigerem Einkommen empfehle ich daher, es zunächst bei einer von der Krankenkasse übernommene Therapie zu versuchen.

Umgang mit Patient*innen

Bei Therapeut*innen ist es in der Regel so, dass sie eine gewisse Distanz wahren. Sie sprechen nicht über sich, sondern nur über ihre Patient*innen. Auf diese Weise liegt der Fokus ausschließlich auf der Person.

Coaches sind „lockerer“. Viele begegnen ihren Patient*innen auf Augenhöhe, duzen sich und haben eine fast schon freundschaftliche Beziehung zueinander. Da die meisten online stattfinden, ist es auch nicht schlimm, sich mit Schlafhose oder einer Tasse Tee zu unterhalten.

Coachings im Bereich Essstörung

„Ich will ein Coaching machen, aber wo fange ich an zu suchen?“

Falls ihr an einem Coaching für Essstörungen interessiert seid, habe ich hier ein paar Anlaufstellen für euch:

Kira Siefert von Soulfoodjourney (hat auch den Podcast „SoulFood Journey“!)

Juliane von Julianerichter.de (hat den Podcast „Hungry Hearts“)

Anni Zimmermann (hat auch einen tollen Podcast „Rock your Body“ und hält Vorträge)

Cathleen von Leben ohne Essstörung

Julia von Seelenmut

Janina von Lebensleichter

Iris Holzer von Iris Holzer Mentalwerkstatt

Jessica Thieme

Daniela Vogel

Romy Hoerbe

Recoverybuddy

Isabel von Ernaehrungsrevolution (sie ist zwar eine Anti-Diätologin, befasst sich jedoch intensiv mit intuitiver Ernährung und wird bald Gruppencoachings anbieten!)

Schaut euch die verschiedenen Personen gern mal an – sie alle bieten unterschiedliche Konzepte an – vielleicht sagt euch eins davon zu! Außerdem hat jede dieser Anwesenden Frauen auch wunderbare Instagram Accounts! ♥️

Ob Coaching oder Therapie – Hilfe ist Hilfe!

Die einen schwören auf Therapie, die anderen wollen ein Coaching. Auch, wenn die Konzepte sich leicht unterscheiden, spielt es keine Rolle, solange es hilft. Es braucht nicht zwingend eine Therapie oder ein Coaching, um gesund zu werden, aber in jedem Fall Hilfe. Für welche ihr euch entscheiden wollt, ist euch überlassen. Mir persönlich haben Therapien sehr viel gebracht, aber ich habe auch schon von sehr vielen gehört, dass sie wenig Erfolg damit hatten.

Ich bin kein Coach.

Eines noch zum Abschluss. Ich blogge zwar über Essstörungen und weiß inzwischen auch eine Menge darüber, aber ich selbst bin kein Coach. Einige Betroffene schreiben mir fast täglich, was in ihnen vorgeht und bitten mich verzweifelt um Hilfe. Ich weiß dann immer nie genau, wie ich reagieren soll, weil ich keine gelernte Expertin bin und niemandem irgendwelche Tipps aufschwatzen will.

Mein Blog ist ein Ort, an dem ich mich mitteile und nur das auf den Weg mitgebe, was mir geholfen hat. Falls ihr euch aber wirkliche Hilfe suchen und euch explizit mit eurer mentalen Gesundheit auseinandersetzen wollt, werdet ihr sie nur bei Therapeut*innen oder Coaches finden.

Was ist eure Meinung zu Coachings? Habt ihr noch weitere Namen, die auf keinen Fall auf der Liste fehlen dürfen? ♥️

4 Kommentare zu „Lieber keine Therapie? – Was sind Coachings?

  1. Mir hilft es, egal in welcher Situation, über das zu reden … was mich gerade beschäftigt. Und der andere hört einfach zu. Ohne es zu bewerten. Stellt nur Verständnisfragen. Dann komme ich schon von alleine auf vieles. Oder bekomme über meine Träume oder plötzliche Eingebungen eine Antwort.

    Ich sehe dich als eine Art Vermittlerin und finde es klasse, daß du hier gebündelt zu diesem Thema Informationen und Anlaufstellen aufzählst. Die Abgrenzung was ist noch deins, wofür ist jemand anderes zuständig, ist natürlich schwer. Herzlicher Gruß, Elli

    Gefällt 1 Person

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