Wann sollte man was essen? – Klischees über die „richtigen“ Essgewohnheiten

Man „sollte“…

1. Nie auf das Frühstück verzichten!

2. Ein Mal am Tag eine warme Portion essen!

3. Nur frisches Obst und Gemüse kaufen!

4. Abends keine Kohlenhydrate zu sich nehmen!

5. Nach 18 Uhr gar nichts mehr essen!

6. Mindestens 2 Liter am Tag trinken!

7. Nicht so viele Süßigkeiten essen!

8. Dinkelmehl statt Weizenmehl verzehren!

9. Den Fleischkonsum reduzieren!

10. Nur Bio kaufen!

Aber wer sagt überhaupt, was richtig und falsch ist?

Wer sagt, dass ich morgens frühstücken muss, wenn ich keinen Hunger habe?

Wer sagt, dass Kohlenhydrate am Abend nicht gut sind, wenn ich sie gut vertrage?

Wer sagt, was zu viele und zu wenige Süßigkeiten sind?

All diese Regeln sind in etlichen Köpfen fest verankert. Ich erwische auch mich regelmäßig dabei, wie ich darauf zu achten versuche, mich an jene Bräuche zu halten. Wichtig ist, zu hinterfragen, warum man sich an die Regeln halten will und was sie überhaupt bringen.

Manchmal spricht der Körper.

Denn gelegentlich will mein Körper es eben anders. Momentan esse ich immer sehr spät, weil ich bis in die Nacht lerne. Da ruft der Hunger dann auch gerne mal um 1 Uhr morgens. Auch esse ich mehr Süßigkeiten, als mir eigentlich lieb ist. Und das trinken vergesse ich momentan auch. Ich möchte es eigentlich nicht, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es meinem Körper stark schadet.

Viele Entscheidungen treffe ich aus freien Stücken.

Es muss nicht immer die Gesundheit im Spiel sein, sondern auch die Moral. So habe ich für mich entschieden, stärker darauf zu achten, woher die Nahrung kommt.

Auch schätze ich biologischen Anbau, aber Fairtrade noch viel mehr!

Des Weiteren versuche ich meinen Fleischkonsum zu reduzieren, weil ich die Massentierhaltung überhaupt nicht toleriere.

Und auch sonst versuche ich das zu essen, dass meinem Körper Vitamine, Elan und Energie gibt.

Es ist unsere Entscheidung, was wir essen.Wir bestimmen, was auf den Teller kommt und niemand sonst.

Essen wir jeden Tag eine Tüte Chips, dann ist das so. Wir wissen, dass sie nicht so gesund wie eine Gurke ist, aber es ist unsere Entscheidung.

Über das Wissen, was die Gesundheit fördert und nicht, bilden sich die beiden Gegenpole gesund und ungesund. Diese visualisieren aber keineswegs „richtiges“ und „falsches“ Essen.

All diese strikten Regeln, befördern ein zwanghaftes Essverhalten. Selbst wenn es „gut“ gemeint ist. Gesundheit erhält man nicht nur in dem, was man isst, sondern auch, wie man sein Leben lebt!

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Start in die Woche! ❤️

11 Kommentare zu „Wann sollte man was essen? – Klischees über die „richtigen“ Essgewohnheiten

  1. Nimmst du das so wahr, dass dieses „Wann man was essen sollte“ tatsächlich vorgegeben wird? Ich nehme dies eher als Empfehlung wahr, die zum Hintergrund eine (möglichst) gesunde Ernährung hat. Ich halte mich da überhaupt nicht dran, habe auch kaum ein schlechtes Gewissen, wenn man von meinem Süßigkeitenkonsum absieht. Da kommen mir schon Gedanken, ob sich das nicht irgendwann rächt. Es geht mir dabei aber nicht ums Gewicht, sondern um gesundheitliche Aspekte (Diabetes z.B.) LG!

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    1. Toll, dass das so an die vorbeigeht! Schlechtes Gewissen ist da auch überhaupt nicht wünschenswert.
      Ich spüre den Druck und die Floskeln leider sehr stark in meiner Umgebung. Auch in meinem Nebenjob mit Kindern im Bereich der Kindererziehung und dem Umgang mit „richtigem“ Essen. Aber natürlich reagiere ich wegen meiner ES hellhöriger darauf, als andere.

      Liebe Grüße!

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      1. Ich kenne es, dass andere genau drauf schauen, was ich esse. Entweder ist zu viel auf dem Teller, was kritisiert wird, da ich ja eh nicht alles schaffe. Oder es ist zu wenig und ich soll mir mal Nachschlag holen. Richtig ist es nie. Ich lasse das aber nicht (mehr) an mich ran kommen. LG!

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    1. Danke für deine lieben Worte! ❤ Aber genau wie du sagst, geht es icht ums verteufeln. Die eigene Entscheiung ist schließlich etwas völlig anderes als der Zwang,

      Liebe Grüße und viel Kraft in dieser Zeit! ❤

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  2. Ich habe ja schon manches Mal geschrieben, dass aus meiner Sicht die Ausgewogenheit das wichtigste Moment bei der menschlichen Ernährung ist. Einbeziehend, dass jeder Mensch physiologisch ein bisschen anders funktioniert. Jede allgemeine strikte Vorgabe sehe ich daher mit Blick auf den jeweils einzelnen Menschen höchstens als relaiv richtig an.

    „Allgemeine Ernährungsratgeber“ aber auch das inzwischen sehr verbreitete absolute „Setzen“ auf bzw. „Verteufeln“ einzelne/r Lebensmittel bzw. ihrer Bestandteile sind nach meiner Meinung sinnlos, nutzlos und bisweilen sogar gefährlich.

    So sehe ich daher auch alle die von Dir oben aufgezählten Punkte. – Was für den Einzelnen am ausgewogensten ist, wirklich herauszubekommen, ware bzw. ist das eigentlich Interessante.

    Das freilich ist an sich schon schwierig, mit Blick auf all das, was sich in unseren Lebensmittel heute so befindet, von dem wir nichts wissen können, sollen (und manchmal auch wollen), noch einmal viel schwieriger.

    Im Übrigen halte ich es vom bis hier Geschriebenen ausgehend, ähnlich wie Du: Ich bemühe mich, meinen Fleischkonsum sehr maßvoll zu halten, achte darauf, nicht zu viele tierische Fette zu mir zu nehmen, bei Zucker vorsichtig(er) zu sein und, soweit mir das möglich ist, Produkte, die vernünftig angebaut worden sind bzw. fair gehandelt werden, einzukaufen.

    Bei all dem habe ich freilich immer noch auch allerhand „Luft nach oben“.

    Herzens ❤ grüße an Dich!

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    1. Danke fürs Teilen deiner Meinung, lieber sternfluesterer. Ich freue mich immer, wenn du deine Gedanken hier niederschreibst. Dadurch erfahre ich immer ein kleines Stück mehr von dir! Wir scheinen da ja einer Meinung zu sein, dass die sogenannten „Regeln“ gelegentlich auch contraproduktiv sind!

      Liebe Grüße!

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  3. Ich glaube, dass solche „Glaubenssätze“ dazu führen können, dass wir das Gefühl für unseren Körper verlieren. Ich z.B. kann viel besser schlafen, wenn ich Abends noch Kohlenhydrate zu mir nehme. Das weiß ich aber nicht, wenn ich diesen Sätzen mehr Glauben schenke.

    Gefällt 2 Personen

  4. Liebe Mia, 💐
    finde ich toll, dass du die passenden Worte für die heutigen Richtlinien in Sachen Ernährung gefunden hast.
    Ich schüttle jedes mal mit dem Kopf, wenn ich eine neue Weisheit höre. Warum wissen andere immer besser Bescheid, wie wir selbst? Fremde Menschen nehmen sich das Recht heraus, unseren Alltag zu bestimmen – sei es nun bewusst oder unbewusst. Mittlerweile muss man sich dafür rechtfertigen, wie und warum man so isst und lebt, wie man es tut.
    Verbohrte und extreme Richtlinien können der Anfang einer Essstörung sein, weil mit Zeit ‚mehr‘ als ungesund empfunden wird und immer ‚weniger‘ das einzig Logische erscheint.
    Ich reglementiere das Essen bei uns am Tisch nicht. Bei Süßigkeiten setzen wir schon einen Stopp, welches aber großzügig bemessen ist und wir selten einschreiten müssen. So haben wir das heimliche Essen unserer Kinder gut in Griff bekommen, die sich vom Taschengeld gern das in Massen holen, was Zuhause verboten wird. Der Körper weiss, was uns gut tut. Leider dürfen wir nicht offen zu ihm stehen.
    Hab einen guten Tag 🌻
    Viele liebe Grüße
    Michaela 😊

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