Die Hintergrundgeschichte meiner „Fleisch-Phase“

In meinem Freundeskreis gibt es den Running Gag über meine sogenannte „Fleischsucht“. Dieser entstand natürlich durch eine Phase, in der ich Unmengen an Fleisch konsumierte. Der Witz daran ergab sich eigentlich erst in dem Moment, in dem ich versuchte, auf Fleisch zu verzichten und dann nicht konnte.

Fleischsucht?

Auf die Gefahr hin, als Zombie abgestempelt zu werden, erzähle ich euch hier die Hintergrundgeschichte meiner Fleisch-Phase. 😉

Vor einiger Zeit lechzte mein Körper förmlich nach Fleisch. Nichts, als Fleisch konnte ihn befriedigen. Ich probierte es alternativ mit Tofu und diesen veganen Würstchen, doch mein Körper blieb stets unbefriedigt. Er brauchte Fleisch. Ich fühlte mich unglaublich schuldig, weil ich meine Moralvorstellungen einfach über Bord warf. Außerdem war das Ganze auch nicht gerade günstig.

Warum aß ich so viel Fleisch?

Es gab natürlich einen Grund für diesen „radikalen“ Fleischkonsum. Ich begriff erst später, dass meine Low Carb Diät der Auslöser für diesen Fleischdrang war. Ich verzichtete in dieser Zeit weitestgehend auf alle Kohlenhydrate. Stattdessen musste ein neuer Energielieferant her. Auf meinem Tagesplan standen also diverse Ei- und Gemüsegerichte, und natürlich Fleisch. Zu dieser Zeit betrieb ich außerdem sehr viel Sport und brauchte die „Proteine“.

Doch irgendwann fiel mir auf, dass ich mehr aß, als mir eigentlich lieb war. 7 Mal die Woche. Morgens, mittags, Abends. Ich wollte es selbst nicht mehr, doch mein Körper wollte es unbedingt. Der Drang nach Fleisch entstand also auch durch meine Essstörung.

Ich hatte außerdem Eisenmangel.

Meine Mutter hat Eisenmangel (Thalassämie) und ich nun auch. Ob es genetisch bedingt ist, dass es bei mir verspätet festgestellt wurde, oder weil ich mich jahrelang unausgewogen ernährte, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass ich seit meiner Low Carb Diät Eisenmangel habe. Mein Körper brauchte Eisen und diesen bekam er am besten vom Fleisch.

Die Fleisch-Phase ist nun vorbei, genau wie meine Low Carb Diät auch. Der Eisenmangel ist zwar noch vorhanden, jedoch kann ich diesen mit Tabletten und Säften ausgleichen, sodass mein Körper nicht mehr nach Fleisch lechzt.

Wenn der Körper irgendein bestimmtes Produkt ganz dringend braucht, dann kann es durchaus einen tieferen Grund dafür geben.

So viel zu meiner Fleischsucht 😀 Ich hoffe, ihr seid nicht abgeschreckt!

Habt einen schönen Mittwoch! ♥

Titelbild gefunden auf unsplash.com

6 Kommentare zu „Die Hintergrundgeschichte meiner „Fleisch-Phase“

  1. Sich für das was man isst zu rechtfertigen, finde ich zweifelhaft. Ebenso wie für das was man nicht isst. Auch dieser Spruch „Du bist was Du isst“ ist meines Erachtens so überflüssig wie unsinnig. Warum jemand etwas isst oder nicht, lässt nicht sofort auf den Charakter desjenigen schließen. Da spielt viel rein, reine Überzeugung, Religion, Unverträglichkeiten, Erkrankungen, Einkommen, Lebensphilosophie und, und, und.

    Du ist kein Rind, bist du Hindu? Du isst kein Schwein, bist du Moslem? Du isst kein Fleisch, bist du Vegetarier? Du isst keine tierischen Produkte, bist du Veganer? Du isst keine Pflanzen, bist du Gärtner?

    Aber wenn du alles isst, was dich nicht umbringt, dann bist du sicher Asiate.

    Ich frage mich manchmal, warum bezüglich dem was man isst, Spaltungen entstehen, wo es doch gesellschaftlich schon genug andere gibt. LG

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  2. Ich kenne das sehr gut, dass mein Körper ein richtig starkes Verlangen nach einem bestimmten Lebensmittel hat. Im Nachhinein hatte das bislang immer seine Gründe. Ich hatte mal eine Phase, da hätte ich Salz auch blank essen können. Im Krankenhaus wurde wenig später bei einer Blutentnahme wegen Herzrhythmusstörungen festgestellt, dass ich einen Natriummangel hatte. Im Grunde weiß unser Körper schon, was ihm fehlt und versucht es selbst auszugleichen.

    Liebe Grüße,
    Sofie

    Gefällt 1 Person

  3. Ich denke, wie du es selbst beschrieben hast, hatte dein Verlangen nach Fleisch einen gesundheitlichen Hintergrund. Und ich finde, man sollte sich deshalb auch kein schlechtes Gewissen einreden lassen oder selbst machen. Denn bei Ernährung spielen so viele verschiedene Faktoren mit rein. Das ist nicht nur eine reine Sache des Verstandes.
    Momentan habe ich auch so eine Phase, in der ich mich durch alles Mögliche an vegetarischen Sachen durchprobiere. Von Käse bis hin zu Süßkram. Und das nach über 4 Jahren veganer Ernährung. Es tut mir einfach gerade gut, mir das zu erlauben (da ich eben auch mal unter einer Essstörung litt und es vor einiger Zeit ein Ereignis gab, das mich fast hätte wieder rückfällig werden lassen). Sich wegen so etwas Vorwürfe zu machen bringt gar nichts. Im Gegenteil. Manchmal hat man einfach solche Phasen und das ist ja auch okay ;).

    Lg

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen lieben Kommentar!!
      Ich glaube auch, dass man in dem Moment aufhören sollte, wenn es zum Zwang wird. Es ist schön sehr ehrenhaft, überwiegend auf tierische Produkte zu verzichten, daher braucht man sich nicht von schlechten Gewissen steuern zu lassen!

      Liebe Grüße!

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