Drei oder fünf Mahlzeiten am Tag? Gibt es überhaupt die richtige Vorgabe für Essen?

Wenn es um das Thema Essen geht, gibt uns die Gesellschaft viele Vorgaben. Nach 18:00 Uhr soll überhaupt nichts mehr gegessen werden, und nur an einem bestimmten Tag darf Süßes gegessen werden. Zudem wird immer darüber gestritten, ob man nun drei oder fünf Mahlzeiten am Tag essen soll. Aber gibt es überhaupt die richtige Vorgabe für Essen?

Eines steht fest: Wir müssen essen. Ohne würden wir nicht lange überleben. Die Frage ist nur was und wie oft? Ein Mal am Tag ist offenbar zu wenig, zehn Mal am Tag ist offenbar zu viel. Doch was ist nun das Richtige? Drei große Mahlzeiten? Oder fünf kleine?

Fest steht, dass der Körper Energie braucht, um den Tag zu überstehen.

Und je nachdem, wie der Tag abläuft, verlangt dieser dann größere oder kleinere Portionen. Dass muss nicht bedeuten, dass ein jemand, der Sport betreibt, mehr essen muss, als jemand, der den ganzen Tag über im Büro sitzt. In beiden Fällen wird Energie verbraucht – zum einen mit dem Körper, zum anderen mit dem Kopf.

Jeder Körper ist individuell. 

Vielleicht kennt ihr es auch, dass das Essverhalten und der Rhythmus eurer Mitmenschen ganz anders ist, als eurer. Die einen essen mehr, die anderen weniger. Das muss nicht bedeuten, dass ihr oder sie das falsche Essverhalten haben. Jeder Körper ist individuell.

Gestern hatte ich sechs große Mahlzeiten.

Ein üppiges Frühstück, ein noch üppigeres Mittagessen, einen üppigen Nachtisch und zwei üppige Abendessen, zwischen denen drei Stunden Abstand lagen. Den ganzen Tag über habe ich mich komisch gefühlt, weil ich so viel gegessen hatte, doch dann habe ich mir vor Augen geführt, dass ich auch unendlich viel Energie verbraucht habe; dass der Tag bereits sehr früh begonnen hatte und anders war, als die üblichen. Mein Körper brauchte mehr Nahrung und sagte es mir mit Hunger. Ich widersetzte mich diesem Drang nicht, weil es das Einzig Richtige war, ihm, was er brauchte.

Lasst euch nicht von irgendwelchen Richtlinien beeinflussen. 

Der Körper weiß oft selbst, was er will. Mit all diesen „Regeln“ manipulieren wir unser Essverhalten. Dann lasst ihr eben mal das Mittagessen sausen, weil ihr absolut keinen Hunger habt. Dann esst ihr eben öfter zwischendurch, weil es das ist, was euer Körper braucht.

Ich zum Beispiel bin jemand, der morgens nie frühstückt und erst gegen Mittag reinhaut (obwohl es als wichtigste Mahlzeit des Tages gilt). Aber ich lasse mich von den Meinungen anderer nicht beirren. So wie ich mich ernähre, fühle ich mich gesund und fit. Und darum geht es doch beim Essen – es soll uns über den Tag mit Energie versorgen.

Was ist eure Meinung zu den sogenannten „richtigen Vorgaben“ für das Essen? Haltet ihr euch (un)bewusst daran? Haben sie einen Einfluss auf euch?

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14 Kommentare zu „Drei oder fünf Mahlzeiten am Tag? Gibt es überhaupt die richtige Vorgabe für Essen?

  1. Ich bin auch jemand, der niemals unter der Woche frühstückt! Außer Kaffee gibts bei mir nix, das war auch schon immer so. Ich kann so früh nix essen, dann wird mir übel! Als Kind musste ich mir das Frühstück noch reinzwingen, aber sobald ich alt genug war (13 oder so) hab ich damit aufgehört und es war eine Befreiung 🙂 Aber gegen ein schönes Frühstück am Wochenende zu einer für mich vernünftigen Zeit habe ich nix einzuwenden.

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  2. Also rational gesehen weiß ich, dass die beste Richtlinie ist, einfach und ehrlich auf den Körper zu hören. Wenn er Mal einen Tag Bock auf 3 Mal Nudeln mit Käsesauce hat, ist das ebenso okay, wie wenn er nur nach Obst und Nüssen verlangt. Problem ist halt nur, dass man bei einer Essstörung verlernt hat, auf eben jene Signale zu vertrauen, der Körper daraufhin verlernt, auf uns zu vertrauen und sich das hoch spielt und der Körper eben ganz andere Anforderungen bekommt, als ein ungeschundener Körper.
    Ich glaube, ein gesunder Mensch, der sich hauptsächlich von wenig verarbeiteten Lebensmitteln ernährt und der auf seine Körpersignale achtet, kann durchaus so leben und ich glaube auch, dass jeder zu diesem Punkt kommen kann. Es gibt Studien, in denen Kleinkindern einfach eine große Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung gestellt wurde – und die Kinder essen durften, was und wie viel sie wollten. Am Ende hatten sie alle perfekte Blutwerte. (Klar, ob diese Studie jetzt perfekt und repräsentativ ist, ist ne andere Frage, aber glauben wir einfach mal daran – dann sieht man, dass das Wissen in uns drin steckt)

    Aber wenn man noch in einer Essstörung drin steckt, kann man sich eben leider nicht mehr so wirklich auf seinen Körper vertrauen, weil auch der Körper nicht mehr deinem Menschen vertraut.

    Die Frage, wie viele Mahlzeiten lässt sich meiner Meinung nach nicht pauschal beantworten. Wenn man aus einer Essstörung raus kommt, sind 5 garantiert sinnvoll, um Heißhunger und so weiter zu vermeiden. Und am Ende zählt ja die Gesamtbilanz der Energie: nicht eines einzelnen Tages und auch nicht einer Woche oder eines Monats, sondern eines ganzen Lebens.

    Liebe Grüße!

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    1. Danke für diesen sehr wichtigen Punkt! Eine Essstörung verzerrt die Wahrnehmung und kehrt das Sättigungsgefühl in den Rücken…es ist unheimlich schwer, das Essen wieder zu erlernen und die Stimme seines Körpers wahrzunehmen. :/ deshalb ist es während der Hochphase einer Essstörung auch nicht möglich, einfach „auf den Körper zu hören“…
      .
      Ich hatte mir während meiner Therapie einen Ernährungsplan erstellt und immer notiert, wann und wie viel ich gegessen hatte. Dies half mir bei einer allgemeinen Regulierung! Vielleicht hast du ja mal davon gehört?Auch half es mir, all die negativen Einflüsse, die Essanfälle auslösten, aus meinem Leben zu streichen! Irgendwann hörte ich dann ganz leise die Stimme des Körpers 🙂

      Liebe Grüße!

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      1. Ich finde Ernährungspläne für mich persönlich kritisch, weil ich – sobald ich darüber nachzudenken beginne, was ich alles gegessen habe – sofort in Essanfälle rutsche. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für andere gut funktionieren kann, für mich war es bisher immer eher eine zusätzliche Überforderung. Wobei mein letzter Versuch damit inzwischen auch schon eine ganze Weile her ist – vielleicht würde es heute besser klappen…?
        Wie hast du es nutzen können, um auslösende Faktoren aus deinem Leben zu streichen und wie lange hat es gedauert, bis du da einigermaßen stabil drin warst?

        🙂

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      2. Verstehe! Ja, das ist leider individuell. Deshalb gibt es auch nicht „den“ einen Weg aus der Essstörung :/

        Ich habe bei der Therapie „Muster“ erforscht – Menschen oder Einflüsse, die bei mir Stress und Essanfälle ausgelöst haben. Damals habe ich noch zu Hause gewohnt, einen schändlichen Freundeskreis gehabt und einen toxischen Arbeitsplatz. Löste ich mich von diesem Ballast, verschwand auch der Wunsch nach einem Ventil! Aber wie gesagt, das war nur mein individueller weg! Man rutscht unheimlich schnell in eine ES und kommt nur so langsam wieder raus 😦 es erfordert ganz viel Zuversicht und Geduld ♥️

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  3. Lassen wir mal „die Gesellschaft“ außen vor, deren Teil wir ja selbst sind. Vorgaben macht man sich selbst, wenn es sinnvoll ist. Indem jeder von uns ein Individuum ist, kann es keine allgemein gültigen „Vorgaben“ geben. (Wäre ja noch schöner, oder?)

    Und konkret: ich lasse mittags „ausfallen“, weil ich abends warm esse. Und wenn es spät wird, auch noch um 23 Uhr irgendwas Fertiges. Gehe dann ja auch noch nicht ins Bett. Früher hatte ich das mit der warmen Mahlzeit mal variiert, abhängig davon, ob ich mittags zu Hause war. Das bekam mir aber nicht, also konsequent auf den Abend umgestellt.

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    1. Da würde ich tatsächlich nur zum Teil zustimmen. Die Vorgabe Nacht die Mehrheit der Gesellschaft aus. Sie entscheidet über das, was als “richtig” gilt und oft ist es ein automatisierter Prozess, sich an jene Vorgaben zu halten!

      Und dein Essverhalten klingt wie immer so, als ob dein Körper genau weiß, was er braucht!

      Liebe Grüße!

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      1. Das hieße, wenn sich die „Mehrheitsverhältnisse“ änderten, wäre morgen „falsch“, was heute als „richtig“ gilt. Weiß‘ nicht… Zumal ich mich bei manchen Dingen heutzutage frage, ob es da wirkich um Mehrheiten geht oder darum, wer sich am lautesten (mitunter inhaltlich auch völlig falsch) artikuliert. Aber das würde jetzt arg weit führen.
        Und ich denke, bei der Frage nach der Anzahl der Mahlzeiten gilt das, was für vieles Andere auch gilt: frage 5 Leute und Du bekommst 10 Meinungen. Also bestenfalls eine eigene entwickeln, hinter der steht man dann wenigstens auch.

        Ebenso liebe Grüße .- ist stets schön, sich mit Dir auszutauschen.

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      2. Ich glaube es gibt keine „bestimmte Vorgabe wie viel man essen sollte und wann man essen sollte. ich denke wir haben alle verlernt auf unseren Bauch zu hören. Bei mir ist das so, das ich esse, obwohl ich kein Hunger habe. Jeder sollte das machen was nach seinem Bauchempfinden sich richtig anfühlt. Die einen sagen so, die anderen so. man weiß ehrlich nicht mehr was das richtige ist. Und ich finde, da sollte man eher auf sich hören. Jeder jeck ist anders . Jeder Körper ist anders.

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