Psychische Widerstandsfähigkeit – kann man das lernen? Buchtipp!

Es heißt, dass der menschliche Charakter nicht veränderbar ist, aber stimmt das überhaupt? In diesem Beitrag möchte ich euch ein Buch vorstellen, mit dessen Hilfe man, Resilienz, also psychische Widerstandsfähigkeit, erlernen kann.

Der Begriff Resilienz begegnete mir erstmals in der Uni. Es ging darum zu ergründen, warum eine bestimmte Menschengruppe eine stärkere psychische Widerstandskraft hat als andere. Das Thema zog mich sofort in seinen Bann, und umso größer war die Freude, als ich auf dieses Buch stieß.

Um ehrlich zu sein wusste ich nicht, dass man so etwas wie psychische Widerstandsfähigkeit erlernen kann. Was ich wusste war, dass (negative) Erfahrungen einen auf Dauer abhärten und beim Thema Selbstoptimierung eine Eigenarten und Charakterzüge verändert werden können. Aber wenn es um die eigene Belastbarkeit geht, wenn es um die psychische Grenze geht, war ich der Meinung, dass diese unantastbar und schon gar nicht erst veränderbar ist. Bis ich das Buch las…

Resilienz von Mirriam Prieß

Zum Förmlichen

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Kapitellänge kurz und einfach gehalten. Die Autorin redet nicht viel um den heißen Brei, und kommt schnell zum Punkt. Auch sehr mag ich die direkte Anrede der Autorin, z. B. „Stellen Sie sich vor, sie würden …“ oder „Versuchen Sie …“.

Den einzigen Nachteil sehe ich darin, dass sie nur eine bestimmte Zielgruppe anspricht, nämlich arbeitende Menschen in Konzernen oder Firmen. In ihren Beispiel ist von Meetings oder Büros die Rede. Ideal für Menschen, die tatsächlich in dieser Branche arbeiten, aber auch etwas seltsam für Menschen wie mich, die jenseits des stressigen Bürojobs psychische Widerstandsfähigkeit zu erlernen versuchen.

Der Inhalt

Das Buch ist keine Geschichte, sondern ein Appell an die Leser*innen. Ziel ist es, in einen Dialog mit sich selbst zu kommen. Je offener man mit sich selbst ist, desto klarer sieht man die Dinge. Tut man dies nicht, können (psychische) gesundheitliche Konsequenzen folgen. Die meisten Menschen behandeln nämlich die körperlichen Symptome, wie Kopf-oder Bauchweh und nicht, das, was sie auslöst, zum Beispiel Stress, Konflikte, usw.

Doch je mehr die Dinge angenommen werden, desto stärker wird die Resilienz. Und wird die Resilienz gestärkt, wird auch das Leben leichter, da viel besser mit Stress, Konflikten, Probleme, Traumata und Weiterem umgegangen werden kann.

Was ich aus dem Buch mitgenommen habe

Da ich bereits viele Bücher gelesen habe, die psychische Belastbarkeit behandeln, beispielsweise Stefanie Stahls „So stärken Sie ihr Selbstwertgefühl“ gab es vieles, das mir schon bekannt war. Ein Aspekt – und ich kann ihn mir gar nicht oft genug vor Augen führen – war das Thema AKZEPTANZ. Wir müssen die Dinge akzeptieren, um weiterzumachen. Wir müssen akzeptieren, dass „es“ so ist. Wir müssen akzeptieren, dass „es“ sich nicht ändern lässt und dann können wir weitermachen. Tun wir das nicht, treten wir weiterhin auf der Schwelle.

Ein weiterer großer Aspekt war das Thema Zulassen (von Gefühlen). Dinge, auch unangenehme oder negative müssen erst zugelassen, bevor sie losgelassen werden. Die meisten präferieren jedoch einen anderen Weg, weil sie glauben, dass dieser der leichte ist. Negative Emotionen wie Scham oder Wut wollen gar nicht erst zugelassen werden. Sie verschwinden aber nicht, sondern werden nur verdrängt.

Was ich auch ganz spannend fand, war die Tatsache, dass viele sich in einer Opferrolle sehen und deshalb nicht weiterkommen. Ich muss zugeben, dass auch ich mich oft in einer Situation gefunden habe, in der es mir einfacher fiel, das Opfer zu sein, und jemand anderem die Schuld zu geben. Diese Einstellung sorgt jedoch nur dafür, dass wir auf der Stelle treten. Auch wenn wir tatsächlich das Opfer in einer Situation sind, müssen wir die Situation akzeptieren, die Gefühle zulassen und uns selbst retten. Es wird nämliche niemand kommen und das für uns übernehmen.

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen. Fakt ist, dass ich dran glaube, dass psychische Widerstandsfähigkeit erlernt werden kann, wenn man AKTIV etwas dafür tut. Von nichts kommt nämlich nichts.

Kanntet ihr das Buch schon? Habt ihr ähnliche Bücher zu diesem Thema gelesen?

*Dieser Blogpost ist nicht gesponsort, enthält jedoch affiliate Links und Werbung wegen Namensnennung. Das Buch ist mir als Rezensionsexemplar zugestellt worden.

Ein Kommentar zu „Psychische Widerstandsfähigkeit – kann man das lernen? Buchtipp!

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