Wie Kleidung das Körpergefühl beeinträchtigen oder stärken kann

Es gibt viele Arten von Kleidung, Größen, Farben und Stilen. In diesem Beitrag möchte ich euch erklären, inwiefern Kleidung das Körpergefühl beeinträchtigen oder auch stärken kann.

Kleider machen Leute – aber manchmal engen sie einfach nur ein.

Ich kann davon ein Lied singen, schließlich habe ich mich jahrelang „aus Prinzip“ in Größe S und 36 gezwängt, obwohl mein Körper protestiert hat. Das Ergebnis: Ich fühlte mich dick. Dick, weil meine Hose beim Sitzen spannte, weil mein Bauch bei einer High Waisted Jeans eingequetscht wurde und weil ich kaum Luft bekam.

Aber mich dick zu fühlen war das eine, mich unwohl zu fühlen das andere. Nun trug ich zwar ein Kleid in Größe 36, aber das Lebensgefühl sank mit jeder Minute. Ich konnte nicht angenehm sitzen, nicht, ohne mindestens den Knopf von der Hose zu öffnen. In der Öffentlichkeit spannte ich meinen Bauch dauerhaft an, weil er anders nicht in die Hose passte.

Bequeme Kleider machen Leute – und engen nicht ein.

In der Corona Zeit lernte ich ein neues Phänomen kennen: bequeme Kleidung. Da ich die meiste Zeit über zu Hause blieb, trug ich entweder meine Schlafhose, oder eine bequeme Leggings und weite Shirts. BH’s trug ich nicht – wozu auch? Ich war ja zu Hause. Und zu Hause konnte ich das tragen, worin ich mich wohlfühlte.

Als die Regeln sich jedoch lockerten, fiel es mir schwer, zum Üblichen zurückzukehren. Ich blieb daher bei lockerer Kleidung und lernte etwas Fundamentales:

Wenn ich bequeme Kleidung trage, fühle ich mich wohl. Und schön.

Ja, sogar schön. Ich fühle mich schön, weil nichts mehr engt und quetscht. Ich fühle mich schön, weil ich mir einen neuen Style erlaube, der gar nicht so „assi“ ist, wie ich immer dachte, und zugleich bequem ist. Es mag das Banalste der Welt sein, aber wenn ich auf die Kleidergröße pfeife und nur das trage, worin ich mich wohl fühle, bin ich „glücklich“.

Ich weiß nicht, wie ich 26 Jahre brauchen musste, um zu begreifen, dass Zahlen im leben nicht wichtig sind. Stattdessen engen sie ein, schnüren die Luftzufuhr und verringern die Lebensqualität.

Lasst uns alle so kleiden, wie wir uns zu Hause kleiden – bequem.

Damit will ich zwar niemanden dazu animieren, mit einem Schlafanzug das Haus zu verlassen, aber selbst wenn! ❤ Ich bin die Letzte, die das verurteilen wird.

Wie sieht’s bei euch aus mit Kleidung und dem Körpergefühl? Nehmt ihr Unterschiede wahr?

24 Kommentare zu „Wie Kleidung das Körpergefühl beeinträchtigen oder stärken kann

  1. Du hast ja sowas von recht! Mir geht es genauso, ich hasse Kleidung, die zu eng ist. Am liebsten mag ich Klamotten, die ich nicht spüre, das fühlt sich so wunderbar an ❤ Als ich längere Zeit im Homeoffice war, habe ich es so sehr genossen, nur Sport BHs zu tragen und niemals geschlossene Schuhe, es war traumhaft. Leider funktioniert das nicht, wenn ich ins Büro muss, "richtige" BHs machen einfach eine schönere Silhouette. Und geschlossenes Schuhwerk braucht man bei den Temperaturen auch wieder, leider.

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  2. Hallo Mia!

    Es freut mich, dass der Lockdown positive Auswirkungen auf dich hatte!
    Herzlichen Glückwunsch, dass du dich von dem Zwang zur Größe 36 gelöst hast – denn diese Zahl sagt wirklich nichts über dich aus. Trage das, womit du dich wohl fühlst!

    Ich muss gestehen, dass es bei mir vielleicht in die andere Richtung geht. Ich trage gern locker und lässig – dadurch habe ich aber manchmal Probleme, mich „sexy“ zu kleiden. Entweder scheint mir das Kleidungsstück zu „tussig“ oder zu „edel“ für mich. Selbst, wenn ich finde, dass es mir steht, fällt es mir dann schwer, das in meinen Stil zu integrieren. Da fehlt mir leider oft der Mut, zu sagen „Doch Luna, auch DU kannst das tragen“. Das hängt weniger mit meinem Körper zusammen, eher damit, dass ich eben nicht der sexy-sich in Szene setzende-Frauentyp bin. Dadurch schränke ich mich leider mehr ein, als mir lieb ist… Ich weiß nicht, ob das logisch oder verständlich ist.

    Liebe Grüße auf jeden Fall an dich, genieße den Sonntag!

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    1. Liebe Luna,

      du erwähnst da wieder ganz spannende Ansätze! Hast du dir mal überlegt, etwas „gewagte Kleidung“ erst mal zu Hause zu tragen, um dich an das Gefühl zu gewöhnen? Nicht, dass ich damit sagen will, dass alles eine Frage der Gewöhnung ist, aber auf diese Weise könntest du schauen, ob du dich selbst wohl damit fühlst?

      Liebe Grüße! ❤

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      1. Zuhause trage ich tatsächlich manchmal Outfits, die man schon als sexy bezeichnen könnte. Doch es fällt mir um so schwerer, so dann auch mal raus zu gehen. Es ist dadurch fast eher so ein Zuhause-Ding geworden und kommt mir komisch vor, so auch draußen rum zu laufen. Ich kann es mir selbst auch nur schwer erklären. Aber ich glaube ich will auch nicht unbedingt irgendwelche Blicke ernten… Zum Objekt irgendwelcher Fantasien werden… Obwohl natürlich nicht gesagt ist, dass das auch passieren würde.

        Liebe Grüße an dich!

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  3. Oh ja! Ich kenne das schlechtes Gefühl, wenn ich bei Oberteilen mal etwas größer kaufe als meine Stsndardgröße … Dabei ist es doch nur eine Zahl, die nichts über mich als Menschen aussagt! Erschreckend, wie tief die gesellschaftlichen Zwänge verinnerlicht sein können …
    Aus Gründen der Bequemlichkeit trage ich seit längerem gerne Leggings mit Kleid oder Tunika darüber – für mich die perfekte Mischung aus leicht & angenehm zu tragen, da nichts irgendwo kneift und meinem Ästhetikgefühl entsprechend (Farben und Muster, die harmonieren und meiner Stimmung entsprechend, in denen ich mich wohlfühle) 🙂

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  4. Schöner Eintrag, liebe Mia! –

    Mir ist es an sich völlig egal, welche Größe ich trage. Wichtig ist tatsächlich, dass ich mich in meinen Sachen wohlfühle. In dem Sinne habe ich da auch meinen Stil, und den pflege ich, unabhängig vom „Gefallen“ anderer. So trage ich Hemden, Shirts etc. grundsätzlich locker über die Hose fallend und nicht etwa in den Bund gesteckt.

    Leider empfinde ich aber mitunter auch ein Problem, denn da gibt es schon das ein oder andere Teil, das ich gern trüge, das mir aber nicht (mehr) passt. Und darüber ärgere ich mich dann schon, auch, wenn ich damit im Reinen bin, dass ich halt nie wieder wie mit 25 aussehen kann und werde.

    Wenn man so lang ist wie ich, ist es überdies gar nicht so einfach, bequeme, halbwegs modische (wobei ich mich primär nicht darum schere, was gerade angesagt ist) und obendrein einigermaßen erschwingliche Kleidung zu bekommen. – In Großstädten ist das wohl anders, möglicherweise auch schon, was nachhaltig und umweltfreundlicher produzierte Kleidung angeht.

    Liebe Herzensgrüße an Dich! 💖

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    1. Oh ja, lieber sternfluesterer. Du erwähnst da einen ganz wichtigen Punkt: Die Kleidungsindustrie nimmt nach wie vor zu wenig Rücksicht auf Körperformen und Größen, die nicht dem Standard entsprechen. Ist die Auswahl kleiner, fällt das natürlich auch auf das eigene Wohlbefinden zurück… Danke für deinen Kommentar und das Teilen deiner Meinung dazu! Liebe Grüße! ❤

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  5. Amen.
    Ich trage schon seit ein paar Jahren fast nur weite Jeans oder Haremshosen, Strumpfhosen mit bequemen Röcken und weite Pullis. Ich freue mich auf den Winter, denn dann muss ich mir Null Gedanken machen, ob ich jetzt einen BH an habe oder nicht – unter Pullis sieht man es eh nicht xD

    Ich bin inzwischen auch dazu übergegangen, bei Jeans gar nicht mehr bei H&M, C&A und Co. zu schauen, weil ich ein sehr großer Mensch bin und selbst die langen Größen oft entweder noch zu kurz sind oder einfach an den Oberschenkeln nicht passen. Da gebe ich lieber mehr Geld aus (oder gehe im Sale auf Schnäppchenjagd), um die richtige Weite und Länge zu kaufen.

    Bei Oberteilen werden viele Kleidungsstücke automatisch zu weit – was mich eigentlich immer genervt hat, sich aber aktuell als total hilfreich heraus gestellt hat.

    Und tatsächlich habe ich festgestellt: sogar die Unterhose kann einen riesigen Unterschied machen. Ich trage inzwischen am liebsten Boyshorts, weil sie sich wie eine zweite Haut anschmiegen und nichts zwickt (wobei ich den Namen echt bescheuert finde 🙄)

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    1. Oh ja, eine Freundin von mir, die auch sehr groß ist, hatte immer dasselbe Problem. Mir ist deshalb schon seit langem klar, dass Kleidungsgrößen nichts über einen Menschen aussagen, weil es einfach viel zu viele unterschiedliche Körperformen gibt.

      Das mit den BH’s kenne ich auf 😀 Auf die verzichte ich sogar teilweise im Sommer, solange man nicht allzu viel durchsieht!

      Auch das mit den Unterhosen kenne ich. Inzwischen trage ich auch fest nur die von meinem Freund, weil die einfach so viel bequemer sind, als das Repertoi, dass Damenunterwäsche zu bieten hat. Und ja das Wort „zwickt“ ist seltsam 😛

      Liebe Grüße!

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      1. Haha, das mit dem Namen bezog sich auf Boyshorts (das ist tatsächlich der Begriff für diese engeren, etwas längeren Unterhosen, die klischeehaft an alte, konservative Männerunterhosen erinnern 😅)
        Wobei zwicken im Bezug auf Unterwäsche definitiv ein unangenehmen Wort ist (wortwörtlich 😂)

        Kein BH finde ich im Sommer nur in der Wohnung angenehm. Draußen fühle ich mich automatisch begafft und bewertet 🙈

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  6. Definitiv!!!! Und bequeme Kleidung sieht auch objektiv besser aus, als wenn man sich in zu kleine Kleidung quetscht. Auch Stylisten sagen, dass nur passende Größen wirklich gut aussehen. Ich achte sehr darauf, dass die Kleidung gut sitzt und nicht darauf, was im Etikett hinten drin steht. Und wenn ich demnächst eine 44 brauche. So what?!? Dann werde ich mir die zulegen, einfach weil ich bemerkt habe, dass auch die gut aussehen kann, wenn der Schnitt stimmt.

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