Gab es vor meiner Essstörung Anzeichen?

Obwohl ich hier in meinem Blog regelmäßig meine Essstörung thematisiere, so schweige ich im „echten Leben“ darüber. Die wichtigsten meiner Mitmenschen wissen Bescheid, auch wenn das Thema grundsätzlich totgeschwiegen wird.

Neulich traute sich meine beste Freundin jedoch, mir ein paar Fragen zu stellen. Wir kennen uns seit 10 Jahren, daher war es damals überraschend für sie, als ich mich plötzliche „outete“.

Sie fragte mich, ob ich schon vor meiner Essstörung irgendwelche Anzeichen verspürt hatte. Dies brachte mich dazu, meine Vergangenheit Revue passieren zu lassen und nach der richtigen Antwort zu suchen. In meinem Fall war es nämlich nicht wie es in Filmen dargestellt wird. Essstörungen müssen nicht zwangsläufig während der Pubertät beginnen. Ich war davor ganz anders…

Mein Leben vor der Essstörung

Ich habe leidenschaftlich gern und viel gegessen.

Essen ist bei meiner Familie von kultureller Bedeutung, daher hatten wir immer einen vollen Kühlschrank zu Hause. Verwöhnt mit kulinarischen Gerichten liebte ich das Essen und konnte problemlos aufhören, wenn ich satt war.

Ich habe gerne Sport gemacht und mich viel bewegt.

Abends bin ich joggen gegangen, um den Kopf frei zu kriegen. Ich joggte mit Musik in den Ohren um den nahe gelegenen See und zählte weder die Zeit, noch die Anzahl meiner verbrauchten Kalorien.

Ich habe meinen Körper so akzeptiert wie er war.

Da ich niemals ein Model sein wollte, habe ich mich nicht dafür geschämt, mir trotz meines kleinen „Bauchschwabbels“ ein Piercing zu stechen oder trotz der breiten Oberschenkel kurze Hotpants zu tragen. Ich wusste, dass ich nicht perfekt war. Trotz großer Unsicherheiten fühlte ich mich wohl in meinem Körper.

Ich habe an all die Stereotypen von Essstörungen geglaubt.

Natürlich gab es einige Mädchen in meiner Schule, die an Magersucht erkrankt waren. Damals verstand ich nicht, warum man freiwillig auf Essen verzichtete und freiwillig hungerte.

Bulimie war für ich keine nachvollziehbare Krankheit. Etwas zu essen und anschließend zu erbrechen war für mich eine absurde Vorstellung. Warum nicht gleich auf Essen verzichten, fragte ich mich. Hätte ich gewusst, dass ich in wenigen Jahren zu jenen Betroffenen gehören würde, hätte ich vermutlich nur fassungslos den Kopf geschüttelt.

Meine Essstörung kam wirklich über Nacht.

Natürlich weiß ich, dass Essstörungen psychische Krankheiten sind und ihre Ursachen meistens schon in der Rundheit vergönnten. Aber ich empfand sie wie ein Virus, den ich mir irgendwo eingefangen hatte und der plötzlich ausbrach.

Durch die Beziehung meines damaligen Freundes entstand der permanente Gedanke, nicht gut genug zu sein, weil er in einer anderen Liga spielte als ich. Ich änderte dennoch nichts an meinem Essverhalten. Nach einer schlimmen Magenverstimmung nahm ich automatisch ab und fühlte mich wohler. Urplötzlich fing ich an, auf meine Figur zu achten und Sport zu treiben. Ich fing an, mich gesünder zu ernähren und das Essen dann immer mehr und mehr zu reduzieren.

Irgendwann war ich krank. Und irgendwann wusste ich es auch.

Es gab keine Anzeichen vor meiner Essstörung.

Der Einfluss war jedoch immer da. Wie meine Mutter, die seit ich denken kann immer auf Diät war. Oder der Druck von der Gesellschaft, eine sogenannte „Bikinifigur“ zu haben. Und dann natürlich mein Exfreund, bei dem ich mir selbst das Gefühl gab, so wie ich war, nicht richtig zu sein.

Irgendwann brach es bei mir aus.

Und das kann jedem passieren. Selbst wenn man denkt, dass das einem nie passiert.

Also achtet bitte auf euch! Lasst euch nicht in die Schlucht der Schönheitsideale ziehen. Lasst euch nicht weismachen, dass ihr so, wie ihr seid, nicht perfekt seid! Und umgebt euch von Menschen, die euch ein gutes Gefühl geben!

Habt einen schönen Dienstag! ♥

27 Kommentare zu „Gab es vor meiner Essstörung Anzeichen?

  1. Liebe Mia,

    Deine Zeilen heute berühren mich wahrscheinlich weit mehr als Du Dir vorstellen kannst. Deshalb, weil in mir der Eindruck entstanden ist, dass es so ganz schnell ging, dass es letztlich nur eines eigentlich kleinen Anstoßes bedurfte, Dich in die vermaledeite Essstörung zu treiben. Und nun ist es so ein langer schwerer Weg für Dich, da wieder heraus zu kommen.

    Es klingt vielleicht naiv, komisch, aber ich empfinde gerade, dass das unglaublich ungerecht ist. Und mein Groll auf diejenigen in unserer Gesellschaft, die um Geld, Lobbyismus, Profit und „Wachstum“ willen, „Maximales“, „Ideales“, „was anerkennungswürdig ist“, was „in“ und was „out“, vorgeben und propagieren, so bunt und schrill und erstrebenswert als möglich verkaufen, wächst gerade noch einmal in neue Regionen an.

    Ich weiß, ohne Dich je mit meinen Augen gesehen zu haben, dass Du ein schöner, ein sehr schöner Mensch bist. (Das ist jetzt KEIN Kompliment, sondern die bloße Widergabe einer in meinem herzen geschrieben stehenden Feststellung! 😉 ) Du bist buchstäblich LIEBENSwert. (Du bist damit in der wahren 1. Liga!) – DESHALB wünsche ich Dir so sehr, dass Dein eingeschlagener Weg, den Du heute gehst, von Erfolg gekrönt sein wird, und DESHALB habe ich so großes Vertrauen, dass Du das schaffen wirst.

    Dass Du hier auf den so schmalen Grat hinweist, den es bis hin zur Essstörung, so wie in Deinem Fall, haben kann, finde ich ausgesprochen wichtig. – Ich hätte mir das bis eben auch so nicht vorstellen können.

    Liebste Grüße an Dich! ❤

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    1. Ich finde es auch ungerecht, lieber sternfluesterer. Aber ich gebe nicht auf, dass ich eines Tages wieder zu dem Essverhalten zurückkehren werde, dass in meinen vorigen 20 Lebensjahren hatte.
      Danke für deinen kleinen Balsam, den meine Seele gerade von deinem Kommentar erhalten hat. Diesen habe ich gerade sehr dringend gebraucht!
      Ganz liebe Grüße ❤ ❤ ❤

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  2. Wieder mal ein toller Beitrag, wie ich finde! 🙂 Ich lese immer unglaublich gerne, was du schreibst, weil ich mich immer so gut hineinversetzen kann. Auch diesmal. Eigentlich möchte ich nicht immer von mir selbst sprechen, aber ich muss einfach sagen, dass es bei mir genauso war – ich hatte das „normalste“ Essverhalten der Welt. Sprich: Ich habe einfach nicht drüber nachgedacht. Das gibt mir Hoffnung, dass man die Essstörung tatsächlich vollständig besiegen kann und wieder zum „Normalverhalten“ zurückkehren kann. Eine Frau, die auch von einer Essstörung betroffen ist, hat mir übrigens letztens genau dasselbe erzählt: Sie hatte auch nie Anzeichen davor gehabt. Das zeigt auch noch einmal, dass Prävention und Aufklärungsarbeit sehr wichtig ist. Liebe Grüße! 😊

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    1. Oh, wie lieb von dir! Danke ❤
      Es ist wirklich verrückt, wie anders man vor der ES war. Und dass es bei so vielen "plötzlich" ausbricht.
      Aber du hast völlig recht. Die Reflexion macht gleichzeitig auch Mut, dass es wieder "normal" sein könnte!

      Liebe Grüße zurück 🙂

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  3. Liebe Mia,
    ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen. Deine ehrliche Art zu schreiben, zieht den/die Leser*in in den Bann. Du bzw. dein Umfeld stellst/t wichtige Fragen, über die auch im Anschluss ich nachdenke. Im Laufe der Zeit ist man mit seiner Essstörung so vertraut, dass man solche bedeutenten bzw. wegweisenden Blickwinkel komplett aus den Augen verliert. Deswegen ist das so toll, dass es Menschen gibt, die hinterfragen: „Wie war das eigentlich zuvor, währendessen, danach?“ Oder: „Wie hast du …?“
    Mich fragt das in meiner privaten Atmopshäre schon lange keiner mehr. Obwohl meine Essstörung noch immer in mir inaktiv existiert, fällt es außerhalb nicht mehr auf. Das ist weder gut noch schlecht. Das ist einfach so. 😉
    Danke für deine Worte. 🙂
    Komm gut durch den restlichen Tag. 🙂
    VG Michaela

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    1. Danke, für deine Worte, liebe Michaela. Manchmal vergisst man schnell, dass es auch ein Leben davor gab.

      Wünschst du dir manchmal, dass du auf das Leben davor oder jetzt angesprochen wirst? Das ganze Thema um die ES ist zwar ein großer Teil, aber längst nicht alles von dir!

      Ganz liebe Grüße! ❤

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      1. Das ist eine gute Frage, ob ich gern darauf angesprochen werden möchte. In Bezug auf meinen persönlichen Werdengang schon, ja.
        Mir fällt gerade auf, dass ich mich selbst oft nur als diesen großen essgestörten Teil wahrnehme. Hmmm… Wie du schreibst, bin ich mehr als das. Stimmt… Das liegt wohl daran, dass ich mich nur mit einer ES kenne. Jetzt wird’s kompliziert. 😎
        Ganz liebe Grüße zurück
        Michaela

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  4. Schau in deiner Kindheit(am besten die frühe)
    Wie herzlich, ehrlich (ohne das Lügengerüst der [meisten] Eltern), liebvoll und behütet war deine frühe Kindheit.
    Das ist Nahrung für die Seele und wenn die gefehlt hat, dann…….

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  5. Bei mir war es auch so: Essen und zunehmen waren nie ein großes Thema für mich. Ich hätte als Jugendlicher meine Hand dafür ins Feuer gelegt dass ich niemals eine Essstörung bekomme.. tja, aber alles kam anders. Und mittlerweile weiß ich, dass einige Bedingungen dafür auch zu Pubertätszeiten schon vorlagen, die sich erst viel später ausgewirkt haben. Als das Essen anfing Thema zu werden, hatte ich eine ähnliche Partnersituation wie du. Letztendlich war es wie ein Fass, dass über die Jahre immer voller wurde und irgendwann übergelaufen ist.. leider hat niemand bemerkt dass es immer voller wurde. Und auch jetzt merkt keiner dass es längst übergelaufen ist.
    Es war für mich sehr interessant zu lesen wie es bei dir war. Danke für diesen Einblick 🙂

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    1. Ja verrückt, wie anders es dann kommt! Und schade, dass du eine ähnliche Situation mit der Partnerwahl hattest. Man sollte nicht mit Menschen verkehren, die Minderwertigkeitskomplexe in einem auslösen!
      Danke für das teilen deiner Erfahrung 🙂
      Liebe Grüße!

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  6. Ich finde es einmal mehr, klasse, wie offen Du über Dich schreibst. – Wie schnell hast Du Dich denn von Deinem damaligen Freund getrennt? Gut, daß Du es getan hast!
    Ich bin ganz sicher, Daß Du die Energie hast um wieder dahin zu kommen, wo Du ganz früher mal warst und ich hoffe, Du hast ein Umfeld, das Dich trägt. (Und notfalls hast Du ja die Gang hier im Blogland ;-))

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    1. Das bedeutet mir sehr viel, Danke! 🙂 Also „schnell“ ging das ganze leider nicht, ich war mir seinem Einfluss und seiner negativen Auswirkung zu dieser Zeit leider auch nicht bewusst. So ist das wohl, wenn man zu viele Herzchen in den Augen hat.
      Liebe Grüße!

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  7. Du hast so recht, Mia! Eine Essstörung kann jedem „passieren“. Ich komme zum Beispiel aus einer Familie, wo alle die natürlichsten Esser der Welt sind und ich habe aus meinem persönlichen Umfeld nie etwas von Diäten und Co. mitbekommen. Trotzdem habe ich eine Essstörung entwickelt!

    Alles Liebe
    Julia ❤

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  8. Liebe Mia!

    Dein Post liegt einige Tage zurück und ich muss sagen, ich brauchte die ganze Zeit, um darüber nachzudenken… Oft wanderten meine Gedanken in einer freien Minute zu deinen Zeilen…
    Sie haben mich tief getroffen…
    Mir ist aufgefallen, wie sehr ich die Krankheit unbewusst wohl doch mit dem Klischee eines außenstehenden belaste, doch so langsam beginne ich, besser, differenzierter zu verstehen! Dass es eben keine Krankheit ist, unter der man schon immer in einer gewissen Form leidet, sondern dass sie unerwartet ausbrechen kann…

    Als ich von deinem Ex-Freund las, muss ich sagen, da ergriff mich Wut. Ich möchte ihm nicht den schwarzen peter zuschieben, denn ich kenne ihn nicht, weiß nichts über eure Geschichte und oft ist es ja auch so, dass mian nicht unbedingt etwas für das kann, was man bei anderen auslöst… Wie gesagt, ich weiß nicht um eure Geschichte…
    Dennoch bin ich wsl so aufgebracht, da ich es so sehr nachvollziehen kann und erkenne, dass ich selbst vielleicht auch nicht immer so weit von der essstörung entfernt ar, wie ich dachte. Als ich nämlich letztes Jahr anfing die Pille zu nehmen, war ich wirklich am durchdrehen… Ich nahm einige Kilo zu, hatte ein neues Körpergefühl und ZACK wurde aus einer unperfekt hübschen selbstbewussten jungen Frau, die sich nie, wirklich nie Gedanken um Aussehen (werde um das Eigene, noch das der anderen) gemacht hatte ein kleines Mädchen, dass sich zu hässlich und dick für ihren Freund und jeden anderen auf diesem Planeten fühlte… Und ja, tatsächlich hat sich dadurch auch leicht mein Essverhalten geändert! Ich hatte schlicht das Glück, dass ich mit Freunden offen drüber reden konnte und dass mir vor allem mein Freund alle dummen Gedanken aus dem Kopf schlug und mir letztlich den entscheidenen Arschtritt gab, die doofe Pille abzusetzen, wodurch sich alles wieder einrenkte.
    Und wenn ich mir nun vorstelle, an seiner Stelle wäre jemand anderes gewesen, jemand, der mich nicht ernst nimmt oder vielleicht durch sein Verhalten meine Komplexe sogar verstärkt, ich wäre in diesem Moment hilflos gewesen! Deswegen macht es mich so sauer, wenn ich von deinem Ex lese und ich bin heilfroh, dass du es von ihm weg geschafft hast! Denn auch, wenn man als Partner nicht unbedingt immer etwas dafür kann, wenn sich der andere nicht gut genug fühlt, so kann man dem dann doch entgegen wirken!
    Wobei ich ihm da natürlich auch nicht die Alleinschuld jetzt zusprechen möchte… Es ist wsl diese Situation, die vorher bestehende Gefühle verstärkt hat.
    Und viele Komplexe, von der sich eine ES ernährt, werden sicher auch in der frühsten Kindheit geboren…
    Und das ist die Erkenntnis, die du in mir wachgerufen hast!
    Man braucht nämlich keine schlechte Kindheit, um Komplexe und Störungen zu entwickeln, uns Menschen ist, wie ich manchmal glaube, der Selbstzweifel in die Wiege gelegt… Wenn es dann den entsprechenden Auslöser im Leben gibt, ist wohl kaum einer sicher…
    Und wenn man dann bedenkt, dass unsere Gesellschaft so stark wie noch nie den Fokus auf den Körper und die Idialisierung und Perfektionierung des selben legt, dann ist es nur kaum verwunderlich, wenn so viele verschiedene Verhaltensstörungen im Bereich des Essens oder auch im Sport gibt! Wir sind in einem Kapitalismus angelangt, der nicht mehr eines Fabrikbesitzers mit Peitsche bedarf, wir sind so sehr auf Individualisierung getrimmt, dass wir uns selbst als unser Projekt, unser Kapital betrachten…

    Ich danke dir wirklich, für deinen wichtigen Beitrag!
    Und ich denke übrigens ganz ähnlich, wie ein vorheriger Kommentator:
    Dein beschwerdefreies „davor“ lässt wirklich auf ein beschwerdefreies „danach“ hoffen!!!!
    Ich denke wirklich, dass du es, dadurch, dass du so wundervoll reflektierst, irgendwann überwinden kannst und am Strand liegst, ohne dabei angebliche Problemzonen zu bedecken – und vor allem ohne darüber nachzudenken!
    Ich wünsche dir das ganz sehr!

    Liebe liebe Grüße!

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    1. Es ist sicher nicht die ganz „feine englische Art“, dass ich mich hier zwischendrängele, aber ich KANN nicht anders. (Mia, verzeihst Du mir???)

      Diesen Kommentar von Dir, liebe Luna, den finde ich derat großartig, dass ich das mal extra loswerden muss. So eine Einsicht, so eine Differenziertheit, so ein begründetets Verständnis und Verstehen!

      Chapeau!!!!

      Sehr liebe Grüße!

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      1. Du, lieber sternfluesterer, darfst dir hier auf meinem Blog alles erlauben. Spam ihn zu, lass alles raus und kommentier, was du willst!

        Vor allem wenn es ein so tolles Feedback ist! Und da kann ich nur zustimmen, liebe Luna! Chapeau!! ❤

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      2. Ich weiß, dass Du nicht auf Lorbeeren aus bist. Dafür bist Du viel zu authentisch. Du schreibst einfach aus und mit dem Herzen und Du besitzt ein hohes Maß an Kultur im Austausch, die auf Werten und einem kritisch hinterfragten Wissen beruht, die Dir eigen sind. In der Art trifft man das bei jungen Menschen nicht sooo oft. –

        Die Mia ist freilich auch so eine …!!

        Eine gute Gelgenheit, Euch hier gleich mal beide ganz, ganz lieb zu grüßen! ❤ 🙂

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    2. Liebe Luna,

      mir fehlen gerade wirklich die Worte. Ich bin so bewegt von deinem Kommentar. Einerweits weil mein Beitrag dich zum Nachdenken angeregt hat und gleichzeitig für deine Worte an mich.

      Es tat mir leid, zu lesen, dass auch du mit äußerlichen Unsicherheiten zu kämpfen hattest, obwohl du so zufireden mit dir warst – genau wie ich damals! Aber wie schön, dass dich deine Mitmenschen ein wenig auffangen konnten. Das ist das wichtigste, ich glaube ohne geht es gar nicht…

      Das ist ja das Absurde dieser Krankheit: Es kann JEDEN gesunden Menschen treffen. Denn wir alle sind mit dem Schönheitsideal aufgewachsen, dass uns den Weg vorgegeben hat, wie man richtig und falsch auszusehen hat. Das Aussehen impliziert nicht nur Schönheit, sondern alles, was damit zusammenhängt. „Dicke“ sind faul, erfolglos und bleiben einsam „Schöne“ sind erfolgreich und bekommen einen reichen Mann…Absurd!!! Völlig absurd. Ich weiß es, und trotzdem bin ich krank. Das ist das wohl deprimierendste daran…

      Und zu meinem Exfreund…Ich gebe ungerne anderen Menschen die Schuld. Vor allem weil er nie ein schlechtes Wort über mich verlor. Und schließlich hat mich niemand gezwungen, mit ihm zusammen zu sein. Und doch macht es Sinn, was du schreibst. Er war kein Mensch, der mir das Gefühl gab, so wie ich bin, „richtig“ zu sein. Viel zu sehr von seiner „Schönheit“ und „Beliebtheit“ eingeschüchtert, hallte stets in meinem Ohr, dass er zu gut war. Die großen Symptome begannen übrigens nach seiner Trennung von mir und dem großen Beginn meines Grundgedankens, nicht gut genug zu sein.

      Aber dieses „Trauma“ hat mich gelehrt, mir meine Mitmenschen gezielt auszusuchen und mir kein schlechtes Gefühl von ihnen geben zu lassen. Du liebe Luna, wärst mit Sicherheit ein Mensch, den ich mit offenen Armen in meinen Freundeskreis einschließen würde, weil ich bei dir sicher keine Sorge hätte, äußerlich von dir bewertet zu werden.

      Ich danke DIR für diesen unglaublichen Kommentar. Ich werde ihn sicher noch ein, zwei Mal mit Tränen in den Augen lesen!

      Ganz liebe und dankbare Grüße! ❤

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      1. Ach du Liebe… ich hoffe, nur frohe Tränchen 😉

        Es ist gut, dass du niemand Fremden dafür verteufeln möchtest, das finde ich sehr stark!
        Es ist doch absurd, wie man sich selbst im Kopf so sehr herabwürdigt, dass man denkt, nicht gut genug zu sein…! Ein Gedanke, von dem ich nicht behaupten kann, mich endgültig befreit zu haben…Denn sitzt einmal ein gedanke im Oberstübchen, dann kann es wirklich ein Weilchen dauern, den da raus zu bekommen… -.-
        Was davon auch übrig geblieben ist, dass ich total allergisch darauf reagiere, wenn jemand sagt „Der/Die ist ja heiß“ oder „Geile Titten/Geiler Arsch“… Selbst, wenn es von Leuten kommt, die ich kenne und von denen ich weiß, sie meinen es nicht derart ernst, sondern eben nur vollkommen Oberflächlich und legen ansonsten viel Wert auf den Charakter, aber gerade dann regt es mich um so mehr auf! Denn es ist so unnötig und gibt dem Kreislauf nur mehr Schwung… Wenn man sagt „Och, der/die ist ja hübsch oder niedlich“ oder so etwas, das finde ich okay, denn ich finde, das ist eine Art von Kompliment, die den Charakter eher noch mit einbezieht… Aber ein „Ist der/die Geil“ ist einfach nur abstoßend…
        Ich meine, ich habe das noch nie verstanden und fand es immer schon unnötig, aber seit ich selbst weiß, wie sehr man unter solchen Kommentaren leiden kann, hasse ich es einfach.
        So, nun beruhige ich mich aber auch mal wieder 😉

        Ich sende dir ganz liebe Grüße!!!

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      2. Ich glaube, dass ich die gleiche allergie habe 😀 es verstört mich, wenn ein Mensch stets auf das Äußere reduziert und sexualisiert wird. Natürlich kann niemand was dafür, wie sein Geschmack spielt, aber ein respektvoller Umgang sollte trotzdem nicht fehlen.

        Vor allem sollte es auch nicht als „richtig“ empfunden werden, dass „geile Titten“ das Ideas sind, nachdem alle streben wollen.
        Du hast mich im Übrigen gerade zu einem Beitrag inspiriert – es juckt gerade in meinen Fingern und ich schreibe gleich mal los!!

        LIebe Grüße!

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      3. Na das erstaunliche finde ich ja wirklich, dass die meisten, die sowas wie „geile Titten“ sagen, dass aber auch gar nicht unbedingt dann wirklich bei Frauen so haben wollen, wie sie es vorgeben. Ich habe einige darauf angesprochen und sie meinten allesamt, dass sie es gerne sagen, um einfach ein bisschen rum zu albern… Dass die besprochenen Brüste schon in jedem Fall als sehr schön betrachtet werden, doch das sie danach nie wirklich Frauen bewerten. Es ist, als hätten sie zwei Arten, Menschen zu betrachten. Einmal sich gegenseitig animierend und Sprüche reißend, und dann eben ganz normal. Wo ihnen alles andere egal ist und sie al aller erstes in die Augen sehen, wissen wollen, wie die Person redet, was sie sagt, wie sie lacht. Und wie dann die Brüste dieser Frauaussehen, ist ihnen egal, denn sie finden sie wunderhübsch.
        Mich verwirrt das zutiefst… Ich meine, es ist so unnötig und ich glaube, nicht weit voraus gedacht. Viele Männer und Frauen die einander aufs Äußerliche reduzieren machen es aus spaß und meinen es nicht so, doch letztlich unterstützen sie nur weiter diesen Druck… Und bedienen eben doch Schubladen in ihrem Kopf… Das ist ärgerlich…

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