Essstörung und Fasten – eine andere Form der Bulimie

Ich bin sicher, dass viele Menschen mit den Begriff Bulimie in eine Essstörung einordnen und – wenn auch mit einem verzogenen Gesichtsausdruck – das Wort „übergeben“ hinzufügen.

Aber die Krankheit ist leider facettenreicher. Und gefährlich. Oft wird sie zu spät erkannt, vor allem wenn die Auswirkungen nicht eindeutig sind…

Essstörung und Fasten

Bevor ich in die „hardcore Schiene“ von Bulimie rutschte, war ich schon lange von der Krankheit befallen, ohne dass es mir überhaupt bewusst war. Ich kompensierte meine Essanfälle auf verschiedene Weisen. Zum Beispiel betrieb ich exzessiven Sport, um die Kalorien loszuwerden. Oder aber ich fastete.

Lange Zeit bestand mein höchst ungesundes Essverhalten darin, dass ich im drei Tagesabstand einen Essanfall hatte und die darauffolgenden zwei Tage fastete – also kaum Nahrung zu mir nahm.Meistens hielt mich mein schlechtes Gewissen davon ab, etwas zu essen. Ich hungerte demnach freiwillig und gleichzeitig aus Zwang.

Das Fasten ist ein Teufelskreis

Es gibt einen Grund, warum ich das Fasten nie länger als ein paar Tage durchhielt. Mein Körper war so ausgehungert und dehydriert, dass er unbedingt nach Nahrung lechzte. Ich war müde, kraftlos und irgendwann konnte selbst mein Kopf nichts mehr dagegen tun: Ich bekam Heißhunger, welcher in einen Essanfall ausartete. Natürlich hinterfragte ich den Teufelskreis lange nicht. Stattdessen war ich wütend auf mich, bestrafte mich mit Fasten und hatte einen erneuten Essanfall.

Abgesehen davon ist das Fasten in seiner Extremform (dem Verzicht von essen und trinken) extrem ungesund. Beim Intervallfasten etc. kenne ich mich nicht gut genug aus, aber auch hierbei muss ich die Stirn runzeln, da vor dem Fasten in unsichtbarer Schrift das Wort Diät steht. Und die, die mich inzwischen ein bisschen kennen, wissen, was ich von Diäten halte 😛

Bulimie ist mehr als bloß „Essen und Übergeben“

Solltet ihr exzessives Fasten oder radikalen Sport (um Kalorien loszuwerden) betreiben, dann rate ich euch, euer Essverhalten zu reflektieren und euch zu fragen, warum ihr das macht. Ich empfehle euch ebenso das Thema Fasten und Bulimie mal zu googlen und euch ein wenig mehr darüber schlau zu machen. Wer weiß, vielleicht könnt ihr ja noch rechtzeitig einschreiten und da raus kommen, bevor es zu spät ist! Und je früher ihr es bemerkt, desto eher schreitet die Genesung ein!

Falls euch das Thema interessiert, könnt ihr euch ja auch meinen Beitrag Die 4 Säulen der Bulimie anschauen!

Habt ein schönes Wochenende ❤️

 

 

6 Kommentare zu „Essstörung und Fasten – eine andere Form der Bulimie

  1. Danke für diesen äußerst aufklärenden und sehr informativen Beitrag! 🙂 Eigentlich ist mir, da ich mich natürlich mit der Krankheit beschäftigt habe, klar, dass das Übergeben nur eine Form der Bulimie ist. Trotzdem ist mir gerade erst aufgefallen, dass ich selbst Bulimie auch fast immer nur mit dem Übergeben gleichsetze. Dabei hat es bei mir auch vor ein paar Jahren erst mit viel Sport, Diät-Phasen (was dem Fasten oft gleichkommt, meiner Meinung nach) und Essanfällen angefangen hat. Wie gesagt, erst jetzt frage ich mich gerade zum ersten Mal, ob man diese Phase nicht auch schon als Bulimie bezeichnen könnte – sehr wahrscheinlich schon! Krass, dass man solche Erkenntnisse manchmal erst nach Jahren hat! Danke also noch einmal für diesen tollen Post 🙂 Allerliebste Grüße

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  2. Für mich ist es immer noch schwer zu ertragen, dass ich mir so lange keine Hilfe holte. Ich kann das im Nachhinein nicht mehr verstehen. Schrecklich, was man sich selbst antut.

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