Liebe dich so wie du bist? – Meine Meinung zu Schönheitsoperationen und Body Positivity

Schönheitsoperationen und Body Positivity – zwei Begriffe, die selten in einem gemeinsamen Satz vorkommen, weil sie nichts miteinander zu tun haben. Dennoch möchte ich hier meine persönliche Meinung beider Worte mit euch teilen!

Auf die Frage hin, was ich von Schönheitsoperationen halte, kam ich ins Stutzen. Aus der Perspektive einer Person mit Essstörung und Befürworterin von Body Positivity konnte ich diese Frage nicht so leicht beantworten. Eigentlich finde ich nämlich nicht, dass Selstoptimierung immer der Schlüssel des Ganzen ist. Vielmehr versuche ich mich mit meinem Körper und all seinen vermeintlichen „Makeln“ zu akzeptieren.

Der Auslöser meiner Grübeleien waren drei meiner Kolleginnen in meinem Alter, die bereits mehrere Operationen hinter sich haben. Nase, Lippen, Brüste. Ich fing an darüber nachzudenken, in wie viele unterschiedliche Kategorien sich SchönheitsOP’s einordnen lassen.

SchönheitsOP’s aus logischen Gründen

Meine Freundin, die einen sehr großen Vorbau hat, denkt über eine Brustverkleinerung nach, weil sie dadurch unzählige körperliche Beschwerden, wie Rückenprobleme hat. Noch dazu wird sie schnell objektiviert und auf ihre Brüste reduziert, sodass sie sich überhaupt nicht traut sich etwas mit einem Ausschnitt anzuziehen, ohne Gefahr zu laufen, von allen Seiten angegafft zu werden. In ihrem Fall hätte die Schönheitsoperation überwiegend pragmatische Gründe.

SchönheitsOP’s aus ästhetischen Gründen

Auch meine Schwester will sich einer SchönheitsOP unterziehen! Glücklicherweise ist sie nicht von einer Essstörung betroffen, das bedeutet allerdings trotzdem nicht, dass sie nicht eine Menge an ihr verändern würde. Zum Beispiel ihr Muttermal am Bein, dass schon etwas groß, aber in meinen Augen wunderschön ist. Auch ihre Nase, die nur ganz, ganz leicht gekrümmt ist, aber sie stört. Sie fühlt sich unwohl und vor allem „hässlich“ damit. Und damit kommen wir zu dem Hauptproblem des Ganzen.

SchönheitsOP’s als Zwang des Schönheitsideals

Hoffentlich könnt ihr es noch hören, denn ich motze ziemlich oft darüber 😀 Das Schönheitsideal ist eben das Ideal und der Hauptgrund, warum die meisten Menschen ihren Körper optimieren wollen. Schlanke Beine, straffe Haut, symmetrische Gesichtszüge…Schönheitsoperationen modifizieren den Körper in einer völlig anderen Dimension als Sport und Diäten es tun. Sie verändern den Körper nicht nur „langfristig“, sie tun es chirurgisch. Mit Skalpellen, Silikon und dem restlichen Schnickschnack.

SchönheitsOP’s als Zeichen von Feminismus?

Mein Körper, meine Entscheidung! In der heutigen Zeit müssen wir uns nicht an irgendwelche klassischen Rollenbilder orientieren und in ein bestimmtes Muster hineinfallen. Wir können über unseren Körper entscheiden und bestimmen, wie wir ihn aussehen lassen. Ich finde es immer wieder inspirierend, wenn Menschen über stolz über ihre OP’s reden und übliche Kritik ignorieren. Aus dieser Perspektive finde ich Schönheitsoperationen sogar irgendwie…fortschrittlich.

Ihr seht also: es gibt so viele unterschiedliche Blickpunkte, die Schönheitsoperationen befürworten. Body Positivity hingegen wird noch zu oft von Ideal verschluckt und findet keinen Raum.

Mein Fazit: Tu, was du nicht lassen kannst, aber hinterfrage deine Beweggründe!

Allem voran muss klar sein, wie viel Einfluss die Normen des Schönheitsideals haben. Mir scheint allerdings, als wissen die meisten Menschen nicht, warum sie ihren Körper überhaupt verändern wollen.

Wenn Menschen sich zu Schönheitsoperationen entscheiden, dann sollen sie das tun. Ich möchte deswegen niemanden verurteilen, egal, wie alt er oder sie ist. Im Grunde sind sie für mich wie Piercings, Tattoos oder ähnliches, in denen der Körper verändert wird.

Dennoch möchte ich im Namen der Body Positivity Bewegung sagen, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt, nämlich der, seinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Mit all seinen Dellen, Narben, Schwangerschaftsstreifen und unrasierten Beinen. Schön sind diejenigen, die sich wohlfühlen! ♥

Was ist eure Meinung zum Thema Schönheitsoperationen und Body Positivity? Seht ihr das ähnlich oder völlig anders?

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In meinem neuen Beitrag (Link in der Bio schreibe ich über Body Positivity und Schönheitsideale. Hier ein kleiner Ausschnitt: . Auf die Frage hin, was ich von Schönheitsoperationen halte, kam ich ins Stutzen. Aus der Perspektive einer Person mit Essstörung und Befürworterin von Body Positivity konnte ich diese Frage nicht so leicht beantworten. Eigentlich finde ich nämlich nicht, dass Selstoptimierung immer der Schlüssel des Ganzen ist. Vielmehr versuche ich mich mit meinem Körper und all seinen vermeintlichen „Makeln“ zu akzeptieren. . Das Schönheitsideal ist der Hauptgrund, warum die meisten Menschen ihren Körper optimieren wollen. Mir scheint allerdings, als wissen die meisten Menschen nicht, warum sie ihren Körper überhaupt verändern wollen. . Wenn Menschen sich zu Schönheitsoperationen entscheiden, dann sollen sie das tun. Ich möchte deswegen niemanden verurteilen, egal, wie alt er oder sie ist. Dennoch möchte ich im Namen der Body Positivity Bewegung sagen, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt, nämlich der, seinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Mit all seinen Dellen, Narben, Schwangerschaftsstreifen und unrasierten Beinen. Schön sind diejenigen, die sich wohlfühlen! ♥

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15 Kommentare zu „Liebe dich so wie du bist? – Meine Meinung zu Schönheitsoperationen und Body Positivity

  1. Schön sind diejenigen, die sich wohlfühlen… das hast du wunderbar beschrieben, alles andere ist (meiner Meinung nach) krankhaft! Alleine schon, wenn ich mir die „Kronen der Schöpfung“ angucke, die der Meinung sind, sie wüssten, wie ein schöner Mensch auszusehen hat… würg!
    LG

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  2. Eine Schönheits-OP kann das Leben entscheidend verbessern, wenn man aufgrund eines auffälligen Körpermerkmals gemobbt wurde/wird bzw. immer wieder darauf reduziert wird. Ich meine so etwas wie „sie ist ja ganz hübsch, aber die Nase/Augen/Lippen/Ohren…..“ Immer wieder wird einem dieser Makel vorgehalten, er ist irgendwie immer das Erste, was die lieben Mitmenschen sehen und natürlich auch gnadenlos kommentieren. Da kann man sich selbst noch so okay finden, so ein Spruch macht immer wieder alles zunichte. Zwar kann man sich gegen solche Sprüche wehren mit einem Gegenspruch wie „ich könnte mich operieren lassen, aber bei dir siehts schlecht aus: Dummheit kann man nicht wegoperieren!“ aber man wird dennoch durch solche Sprüche verletzt – egal ob man 15 ist oder 50.

    Gefällt 1 Person

    1. Da stimme ich dir völllig zu! Mobbing kann ein Grund sein, um den Körper verändern zu wollen, aber das ist die Schuld der Mobber und eben des Schönheitsideals, das uns den perfekten Körper vorgibt. Man muss trotzdem entscheiden, ob man sich schmerzhaften Operationen unterziehen will, nur um anderen mehr zu gefallen!

      Liebe Grüße!

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  3. Ich habe kürzlich einen Beitrag gesehen, wo Menschen, die nach ihrer Beurteilung eine zu grosse Nase hatten, diese anpassen lassen möchten. Ich fand aber ihre Nasen eigentlich normal, also überhaupt nicht komisch, etc. Das hat mich schon ein bisschen zum Nachdenken gebracht.

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  4. Dein Beitrag ist wundervoll 😍😃 ohne zu verurteilen, einfach auf den Punkt gebracht! Richtig Klasse!
    Ich hab zwei kleine Kinder und entspreche auch keinesfalls dem gängigen Schönheitsideal! Ich möchte aber eine tolle Erfahrung mit euch teilen! 😊
    Mein Großer (er ist 3) hat heute meinen Bauch gestreichelt 😄 und dann hat er so richtig ins weiche wabbelige Gewebe gegriffen und hat ganz liebevoll gesagt „so tolle Mama, Bauch ist kuschelig und weich“ 😍😄😄😄
    Er liebt den vermeintlichen Makel total, und das ist wundervoll!
    Liebe Grüße
    Sonja
    https://lm.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fdie-gedanken-sind-frei.home.blog%2F2019%2F02%2F10%2Fwie-du-lernst-dich-selbst-zu-lieben%2F%3Ffbclid%3DIwAR0RqJJJHhnyf7UPtPUIR4AX80WpcqmR7ZK21xshhoIvZi2g6Chh451UE7E&h=AT3TsVYp3E8ey9Y049aX4k0lyS4wwE2LqddMSs0tGm3so7MwyLMN3PsK59FCaMN7OykdW4GQCPMkbuedI2YLiBm0rwSdUwqORnhryTCJ4STX7JlZRkpg7d8e2XbKXHhLo1vZc_cvk6eI6i2yR5iVpw

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  5. Es ist so sehr schön, wie differenziert, von wirklich allen Seiten betrachtet, Du so ein Thema, wie dieses immer wieder behandelst. Das ist so wertvoll, weil es mich davon abhält, zu pauschal, zu vorschnell eine Meinung zu entwickeln.

    Nachdem ich nun aufmerksam gelesen habe, habe ich doch zuzugeben, dass ich Schönheitsoperationen gegenüber grundsätzlich sehr skeptisch und auch überwiegend ablehnend bin und bleibe. In Bezug auf die „logischen“ und differenzierend auch die „asthetischen“ Gründe, kann ich allerdings Entscheidungen für eine solche Operation nachvollziehen und teilen.

    Ohne jemandem das Recht letztlich für sich selbst natürlich ganz persönlich entscheiden zu dürfen absprechen zu wollen, halte ich die beiden anderen Gründe für sehr problematisch.

    Ich sehe vor allem die Risiken, die Endlichkeit der „Schönheit“, die derartige Operationen grundsätzlich in sich tragen, letztlich auch ein sich Unterordnen, etwa soweit es um das Entsprechen eines so genannten Schönheitsideals geht.

    Mit meinem Nachdenken über den Satz „Schön sind diejenigen, die sich wohlfühlen“ bin ich freilich bis jetzt nicht fertig geworden. Wenn ich ihn „logisch“ folgernd „andersherum“ formuliere: „Diejenigen, die sich nicht wohlfühlen, sind nicht schön.“, verursacht er mir nämlich großes Unbehagen …

    Liebste Grüße! ❤ (Du hast Post! 🙂 )

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    1. Ich danke dir für deinen wunderschönen Kommentar, lieber sternfluesterer! Auch für deine Meinung, die ich sehr gut nachvollziehen kann! Es ist interessant wie unterschiedlich die Meinungen dazu sind und ich glaube auch nicht, dass es da ein richtig und falsch gibt!

      Ganz liebe Grüße! ❤

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