Warum ich es wichtig finde seine eigenen negativen Eigenschaften trotzdem anzunehmen

Wir alle sind Menschen und niemand von uns ist perfekt. Ich finde es daher besonders wichtig auch seine eigenen negativen Eigenschaften anzunehmen.

Ich bin keine Heilige.

Es gibt viele Eigenschaften, die mich an mir selbst nerven. Zum Beispiel bin ich impulsiv, stur, schnell eingeschnappt und extrem ungeduldig. Ich bin nachtragend, vergesse nie und kann demnach sehr schwer verzeihen.

Und erst recht bin ich keine Cinderella.

Eine sehr alte und gute Freundschaft zerbrach unter anderem deshalb daran, weil sie ein sehr idealisiertes Bild von mir hatte und sich dieses während unseres gemeinsamen Urlaubs zerschlagen hatte. Sie bezeichnete mich als Cinderella, die immer lieb und nett zu jedem war. Jedoch wusste sie nicht, dass ich manchmal ein großer diskutierfreudiger Klugscheißer war, der viele ihrer Werte nicht teilte. Ich war keine Cinderella.

Lange Zeit fiel es mir schwer meine schlechten Eigenschaften zu akzeptieren.

Die Umwelt reagiert nicht gut darauf, wenn ein Mensch stur, nachtragend und ungeduldig ist. Ich versuchte mich daher zwanghaft zu ändern, um für niemanden eine Belastung darzustellen. Damit unterdrückte ich allerdings vieles – Gedanken, Meiningen, Gefühle…

Für andere ändern?

Irgendwann begriff ich, dass ich das nur für andere tat. Ich kam damit klar, dass ich so war wie ich war, aber womit ich nicht klar kamen, war, dass andere mich nicht mochten.

Ich bin wie ich bin.

Meiner Meinung nach besteht der Mensch nicht nur als gut und böse. Er ist facettenreich und wird durch mehr als den ein oder anderen Charakterzug definiert. Ich finde es inzwischen lächerlich, dass man alles Negative am Menschen (wie Wut oder Neid) grundsätzlich schrecklich findet. Im Grunde ist es menschlich, oder?

Wir sollten all unsere Eigenschaften annehmen.

Inzwischen habe ich mich damit zufriedengeben, dass es einige Eigenschaften gibt, die ich an mir nicht leiden kann. Und dass das okay ist. Ich muss nicht immer nett und perfekt sein. Ich muss nicht von jedem gemocht werden. Seit ich nicht mehr versuche Cinderella zu sein, fühle ich mich mental so viel besser!

Was ist eure Einstellung zu negativen Eigenschaften?

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7 Kommentare zu „Warum ich es wichtig finde seine eigenen negativen Eigenschaften trotzdem anzunehmen

  1. Die „negativen“ Eigenschaften gehören genau so dazu, wie die „positiven“.
    Generell finde ich es schwierig Eigenschaften als negativ oder positiv zu kategorisieren.
    Es ist durchaus auch positiv, wenn Menschen zum Beispiel Wut empfinden und diese auch verbalisieren können.

    Aber natürlich habe auch ich Eigenschaften, die ich weniger mag als andere. Ich fühle mich zum Beispiel super schnell angegriffen und kann mich dann hervorragend reinsteigern. Ich kann es nicht ändern, aber ich kann lernen genau das auszudrücken und meinem Gegenüber mitzuteilen.

    Ich finde es wichtig die eigenen Facetten kennen zu lernen und sie nicht (nur) zu unterdrücken. Jeder sollte da seinen Umgang mit finden – unabhängig davon, was andere für gut oder schlecht halten. Das führt nämlich dann wiederum zu ganz anderen Schwierigkeiten.

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    1. Danke für deinen Kommentar! Du hast natürlich völlig recht, das, was als positiv und negativ betrachtet wird, ist individuell und wird wohl von sich selbst entschieden. Ich glaube nur auch, dass es wichtig ist, auch die Dinge anzunehmen, die man an sich nicht so gern mag.

      Liebe Grüße!

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  2. Liebe Mia, ich sehe es wie du: JEDER Mensch hat neben positiven auch negative Charaktereigenschaften bzw. Verhaltensweisen. Mittels Selbstreflexion, ehrlicher Motivation etc. kann man an seinen unangenehmen Eigenschaften arbeiten, wenn sie für einen selbst und/oder das Umfeld eine große Belastung darstellen. Aber ein Teil wird sicher trotzdem davon bleiben und da macht es das Leben für einen selbst sicher leichte, diese negativen Eigenschaften zu akzeptieren. Und: manche negativen Züge bringen auch Positives mit sich, wenn man es aus einer anderen Perspektive betrachtet. So könnte man es z.B. ja auch so sehen, dass ein sturer Mensch zu seinem Standpunkt steht, anstatt sich wie andere schnell verunsichern zu lassen. Oder eine temperamentvolle Person ist dafür auch begeisterungsfähiger oder leidenschaftlicher als ein „stilles Wasser“ …
    Ein paar meiner negativen Eigenschaften : Ich bin schusselig, besserwisserisch und dickköpfig 😁😆

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  3. So wie wir alle aufwachsen, können wir froh sein, daß wir uns nicht Tag, – täglich gegenseitig bekriegen. Lauter verletzte Kinder in uns. Von daher einfach das Beste in sich sehen und sich des Lebens freuen. Alles andere ist Zeitverschwendung.

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