Ibiza – Party, Models und Körperkomplexe

Soeben bin ich aus meinem Urlaub auf Ibiza zurückgekehrt. Ich habe dort viele Eindrücke gesammelt, vor allem jene, die in Bezug auf meine Essstörung die ein oder anderen Körperkomplexe in mir auslösten.

Mein Freund hatte die ganz und gar nicht klischeehafte Idee, seinen 30. Geburtstag in Saus und Braus auf Ibiza zu feiern. Mit seinem besten Freunden, einem schicken Haus mit Pool und einem Strand um die Ecke.

Die Unterkunft war großartig, die restlichen Touristen hingegen ziemlich optisch auffällig…

Weit und breit waren nur „Models“ in Idealfigur zu sehen. 

Mit „Models“ meine ich keine beruflichen, sondern schlicht und einfach Menschen, die so dermaßen schön und „ideal“ waren, dass sämtliche Komplexe in mir aufkamen. Die gebräunte Haut, die trainierten Körper, die „perfekten“ Proportionen,…

Nicht, dass ich denen ihr Aussehen nicht gegönnt hätte, aber es war so auffällig, dass ich gar nicht konnte, als mich anders zu fühlen. Den anderen aus der Truppe ging es im übrigen auch so. Die Frauen waren eher unauffällige Beobachter, die Männer hingegen sehr deutlich besonders, wenn es um ihr eigenes Geschlecht ging. Fakt war, dass wir es alle seltsam fanden von so vielen perfekten Menschen umgeben zu sein.

Ibiza ist ein Ort voller Oberflächlichkeit.

Auf die Gefahr hin zu wertend zu klingen, sage ich trotzdem, dass ich die Insel zwar wunderschön und die Menschen, die dort lebten sehr freundlich fand, den Ort an sich aber sehr komisch. Dort reisen zunehmend reiche Menschen hin – Menschen, die sich eine Schüssel Brokkoli für 22€ bestellen. Menschen, die sehr, sehr viel Wert auf ihr Äußeres legen. Menschen, die viel feiern gehen und ihren Alkoholpegel an ihre Grenzen bringen. Natürlich wusste ich schon von vornherein, worauf ich mich einlassen würde, als ich der Ibiza Reise zustimmte. Aber ich konnte nicht ahnen, wie ich darüber empfinden würde.

Ich möchte nicht nochmal an einen Ort wie diesen gehen.

Für mich, einer Person mit etlichen Körperkomplexen und Essproblemen ist ein Ort wie dieser zu triggered. Ich fühle mich nicht wohl an einem Ort zu sein, an dem das Schönheitsideal überhand greift und alles andere kaum zu tolerieren scheint. Zu gerne würde ich über allem drüber stehen, aber ich kann nicht. Noch nicht.

Vielleicht wird es eines Tages anders sein. Wenn ich wirklich gesund sein werde und kein Komplex mir etwas anhaben kann. Aber bis dahin versuche ich an Orten zu sein, in denen ich mich wohlfühle!

Wart ihr mal an einem Ort wie Ibiza? Wenn ja, wie habt ihr euch dort gefühlt?

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19 Kommentare zu „Ibiza – Party, Models und Körperkomplexe

  1. War mal in Miami Beach. Frau geht dort geschminkt an den Strand😀😀😀Das finde ich albern, auch das ständige Posen , nur für den Fall, dass sich eine Kamera auf sie richtet. Ich habe den Eindruck, dass man die Normalos eher am Hotelpool trifft, weil sie sich nicht an den Strand trauen. Dort aber, und auf der Straße, trifft man alles. Mein Körpergefühl verändert sich in Miami Beach nicht, außer dass die Menschen dort ziemlich klein sind und deshalb an mir raufgucken🙂

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  2. Also ich finde man sollte immer auf sein Äußeres wert legen. Es ist heutzutage leider nun mal so, was nicht bedeutet, dass Schönheit nicht schon früher kein Thema gewesen ist. Bei Männern sehe ich dies ein bisschen lockerer, aber wenn man als Frau mithalten will, muss man halt Arbeit reinlegen. Ist leider so.

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    1. Kann ich leider überhaupt nicht zustimmen…Um ehrlich zu sein finde ich es ziemlich patriarchalisch und frauenverachtend, dass Frauen nach Jahrhunderten immer noch gesagt wird, dass sie auf ihr Äußeres Wert legen MÜSSEN und Männer nicht. Das Leben ist zu kurz, um immer nur das zu tun, was die Gesellschaft von einem verlangt.

      Liebe Grüße!

      Gefällt 2 Personen

  3. Ist nun mal so. Ich finde als Frau muss man eben wert auf sein Äußeres legen. Der eine macht es mehr, der andere weniger. Ich persönlich bewundere all die Menschen, die sich die Mühe machen und sehe sie als Vorbild und Ansporn. Warum geht man dann auch an einen Ort, wenn man weiß, dass es dort „zu schöne Menschen“ gibt. Um sich im Nachhinein zu beschweren? Ist doch widersprüchlich, oder nicht? Ich finde man sollte den Fehler nicht an „den Anderen“ suchen, sondern bei sich selbst beginnen. Meine Meinung 🤷‍♀️

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    1. Jein! Auch ich lege viel Wert auf mein Äußeres, aber ich muss mich nicht ständig mit anderen messen, fühle mich auch in Gegenwart von zu vielen schönen Menschen unwohl. Und bevor man an einem Ort war, weiß man gar nicht wirklich, was einen dort erwartet.

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    2. Für mich ist das Mitlaufen mit dem Strom nichts weiter als das Gefangensein im System. Ich bewundere all jene, die auf das Ideal scheißen und sich nicht darum kümmern, wie sie aussehen und was andere von ihnen denken 🙂

      Liebe Grüße!

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  4. Abgesehen davon, daß Du mich nicht in ein Flugzeug kriegst: so ein Ort wäre nichts für mich und ich wäre da auch ganz undiplomatisch denen gegenüber. 🙂

    Kein Grund für Komplexe, Mia! Du weißt mit Deinen Tagen eben etwas sinnvolleres anzufangen als Bodyshaping und ähnliches.
    Was mich aber interessieren würde: findet Dein Freund denn im Nachhinein, daß Ibiza eine gute Wahl war?
    Liebe Grüße!

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar 🙂

      Und mein Freund fand Ibiza super! Er hatte einen besseren Filter für die Umwelt und hatte kein allzu großes Problem mit der Oberflächlichkeit. Ich hingehen konnte sie nicht nicht sehen!

      Liebe Grüße!

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  5. Ich sehe das, was Du schreibst nicht als Indiz für irgendeinen Komplex. Für mich bist Du Dir bestimmter Deiner Werte nur noch einmal besonders bewusst geworden, und das finde ich gut, und Deine betreffenden Werte auch.

    Ansonsten kann ich meinem Vorkommentator nur sehr zustimmen!

    Ganz liebe und Dich bestärken wollende Grüße! ❤

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  6. Nee, ich war noch nie auf Ibiza, auch nicht auf Mallorca. Ich meide solche Orte wegen der Klischees, wobei mich der Norden und das Landesinnere von Mallorca schon reizen würden. Ich kann Dich gut verstehen, unter lauter optisch perfekten Menschen fühle ich mich auch nicht wohl. Ich habe einige solcher perfekten Menschen kennengelernt und war erschrocken, wie oberflächlich und dumm – sowohl im Sinne von wenig Intelligenz und Wissen als auch im Sinne von „Klassendenken“ und Klischee sie sein können („Wow, für ’ne Dicke bist du ganz schön schlau!“ – „Ja, in mir ist auch genug Platz für Allgemeinbildung.“). Zum Glück sind nicht alle so beschränkt und unter den Dicken gibt es auch genügend Dumme, aber die ich da vor mir hatte, erstarrten geradezu in ihren Klischees.
    Für mich ist das kein Urlaub. Ich könnte nicht den ganzen Tag an Strand oder Pool abhängen, ab und zu mal schwimmen oder planschen und von mittags bis in die Nacht – „Stößchen!“ – Alkohol trinken. Das war auch in jungen Jahren kein Urlaub für mich. Das hätte ich nur ein paar Tage für meinen Freund mitmachen können, danach aber ein paar Tage Urlaub nach meiner Vorstellung gebraucht – notfalls allein: Land und Leute kennenlernen, die Natur und Kulturelles, Historisches erkunden.
    Liebe Grüße

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    1. Ja, diesen Eindruck hatte ich auch, dass „perfekte“ Menschen oftmals sehr oberflächlich waren und eine niedrige Toleranzgrenze hatten. Inzwischen ist auch mir klar geworden, dass dies auch keine Form von Urlaub für mich ist.

      Liebe Grüße!

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