Mit dem inneren Kind sprechen – Therapiestunde als Hypnose

Viele meiner Therapiestunden waren sehr eintönig, aber eine von ihnen ist mir besonders im Kopf geblieben: als ich Hypnose ausprobierte und mit dem inneren Kind sprach. 

Ich und Hypnose?!

Um ehrlich zu sein habe ich nie viel von Hypnose gehalten. All die Hypnotiseure, die in in Fernsehen sah, hielt ich für Betrüger, die nur Geld machen. Im Grunde denke ich das immer noch, aber inzwischen glaube ich auch, dass Hypnose funktionieren kann. Nicht zuletzt, weil ich ihre Wirkung am eigenen Leib erfahren habe.

Meine Therapeutin sprach von einer Übung, in der ich mit meinem inneren Kind sprechen sollte. 

Inneres Kind? Was soll das denn sein, fragte ich mich? Das Kind in uns, sagte die Therapeutin. Das Kind, dass unsere tiefsten Gefühle aus der Kindheit in uns trägt. Die Übung sollte ein kleiner Ausflug zu meinem Unterbewusstsein sein.

Ich schloss die Augen und wir machten ein paar Atemübungen. 

Sie riet mir dazu einfach loszulassen und gar nicht erst viel zu denken, weil das Zerdenken den Prozess unterbrechen würde. Also ließ ich los. Ich entspannte meinen Körper, bis er ganz schwer wurde und ich mich kaum mehr bewegen konnte. Sie lotste mich durch meine Gedankengänge und fragte daraufhin, was ich empfand.

Und plötzlich war ich in meinem alten Zimmer. 

Vor meinem inneren Auge war ich nicht mehr im Therapiezimmer, sondern in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort. Sie fragte mich, was ich sah und ich erzählte ihr von meinem Kinderzimmer und der kleinen Mia, die gerade an der Wand malte. Ich beschrieb eine vergangene Situation und sah sie förmlich vor mir. Irgendwann weinte das kleine Kind und ich fing mit geschlossenen Augen selbst an zu weinen.

Danach fühlte ich mich benommen und müde.

Mein Körper war nach wie vor schwer, meine Gedanken steckten noch in meinem alten Kinderzimmer. Ich strich mir die letzten Tränen aus den Augen und schwieg für einige Minuten. Meine Therapeutin warnte mich vor, dass dieser Zustand für die nächsten paar Stunden anhalten könnte und eventuell ein paar unbewältigte Emotionen hochkommen würden. Sie traten allerdings nicht auf. Das, was im Therapiezimmer passiert war, blieb im Therapiezimmer.

Diese Therapiestunde ließ mich vieles erkennen: 

Ich gestand mir erstmals ein, dass ich als Kind trotz vieler positiver Momente ein sehr ängstliches und bodenloses Kind war, dass sich zu wenig geliebt fühlte. Ich verstand mehr denn je, warum ich manchmal bin wie ich bin…

Was ist eure Meinung zur Hypnose? Wurdet ihr mal hypnotisiert? Traut ihr dem Ganzen?

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21 Kommentare zu „Mit dem inneren Kind sprechen – Therapiestunde als Hypnose

    1. Hypnose beruht auf vertrauen
      Mit der Hypnose geht man in sein Unterbewusstsein welches seid unserer Geburt existiert das was wir sehen ist dort gespeichert wie auf einem usb Stick Mann muss es nur abrufen ob mit Hilfe oder selbst ich mach es immer alleine auch während der Arbeit wenn ich im Service bin und keiner bekommt es mit

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  1. Ich hatte auch Angst vor einer Hypnose, aber da passiert nichts. ist nicht schlimmes. Ausser wenn man sich sieht oder die Geister, ähh Erzengel usw dann kann es gruselig werden. Aber ansonsten, coole Sachen. Und ja das Innere Kind thema kenn ich. Es ist absolut wichtig, das innere Kind zu lieben und gut zu behandeln.

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  2. Vor mehr als 30 Jahren hatte ich mehrere Sitzungen (ich wusste damals gar nicht, dass das Hypnose war – mein damaliger Therapeut (er war unter Supervision von Gunther Schmidt, der sehr bekannt ist in der Hypnotherapie-Szene) erzählte mir etwas von Messner und fragte dann, ob ich eine Übung machen wollte) Ich war wie immer neugierig und eigentlich furchtlos und machte mit. Als ich völlig entspannt war veränderte sich mein Körper…. mein linker Arm wurde ganz lang und die Hand streckte sich dem Therapeuten entgegen und die Hand (ja ehrlich) rief ganz intensiv: Hilf mir!!!! Danach ging dann der Punk ab, ich sprach scheinbar sehr gut auf diese „Übungen“ an. Ich hatte auch eine wunderbare spirituelle Erfahrung während dieser Sitzungen – flog mit einem unsichtbaren, aber sehr fühlbaren Gott durchs Weltall und ich sah die Erde von oben und Gott erklärte mir alles und vermittelte mir, dass alles wunderbar geordnet ist und ich mir keine Sorgen machen musste. Ich hatte während dieser Reise ein nie gekanntes Glücksgefühl und das blieb wochenlang…. Damals fing meine Reise zu mir selbst an. Diese Erlebnisse bei den Übungen werde ich nie vergessen – sie waren wahrer als die Realität, in der ich sonst lebte.

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    1. Wow, das klingt sehr intensiv! Meine Therapeutin erklärte es auch als „Übung“ – ich glaube, dass ich nur so wirklich „loslassen“ konnte! Es beruhigt mich sehr, dass du auch positive Erfahrungen gesammelt hast, denn für mich war das Eintauchen ins Unterbewusstsein immer mit etwas Düsterem verbunden! Aber ich bleibe gespannt!

      Liebe Grüße!

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      1. Ganz so war es nicht 😉 – Nach wochenlangen High Gefühlen, ist es dann gekippt und es ploppte meine erste Erinnerung an Missbrauchserfahrung hoch. Das meinte ich , dass dann der Punk abging. Es war zu massiv und zu schnell – nicht mehr verarbeitbar. Brauchte 10 Jahre dazu um das alles was damals war (bin in eine Psychose gerutscht) um all das einigermaßen zu integrieren. M.e. und im Rückblick kam alles zu schnell und zu massiv raus. Dennoch, es hat mir viel Wissen über mich eingebracht letztlich. Es war auch deshalb zuviel, weil meine Tochter damals erst 7 Jahre war und ich sehr destabilisiert.

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