Shoppen macht Spaß? Nicht mit einer Essstörung! – 3 Tipps, um das Einkaufen erträglicher zu machen

Ich bin kein großer Fan von Shoppen. Nicht nur, weil ich das Gedrängel der Menschen hasse, sondern auch, weil das Shoppen mit meiner Essstörung viele Ängste auslöst. Falls es euch ähnlich geht, habe ich hier 3 Tipps für euch, um das Einkaufen mit Essstörung erträglicher zu machen!

Da die Winterzeit allmählich anbricht, muss ich meine Garderobe etwas wasser- und kältefest machen. Ich brauche neue Pullis und vor allem neue Hosen. Für einige mag das kinderleicht, ja sogar der reinste Spaß sein. Für mich ist es jedoch mit sehr vielen Ängsten verbunden.

Zunächst einmal sind da diese schrecklichen Kleiderpuppen, die ganz unrealistische und sehr dünne Körperformen darstellen. Ich weiß, dass diese Proportionen keinesfalls realitätsnah sind, aber trotzdem versetzen sie mir  einen Stich. Probiere ich besagte Hose an, verunsichert mich, dass sie ganz anders aussieht, als bei der Kleiderpuppe.

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Zudem plagt mich die Angst vor den Kleidergrößen. 

Ich habe mich damit abgefunden, dass ich zugenommen habe und meine Konfektionsgröße gestiegen ist. Und solange ich nicht einkaufen gehe, ist alles okay. Beim Shoppen jedoch empfinde ich nichts als Stress.

Ich traue mich nicht Kleider anzuprobieren, aus Angst, nicht mehr in meine Größe reinzupassen. Wenn ich es tue und die Größe tatsächlich nicht passt, kehrt die Enttäuschung von damals zurück, als ich in der Hochphase meiner Essstörung war und das Zunehmen eine Niederlage war.

Natürlich denke ich heute keineswegs mehr so!

Aber das Shoppen löst nun mal alte Ängste in mir aus. Irgendwie muss ich lernen, damit umzugehen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Eine Essstörung besiegt man am besten Schritt für Schritt.

Hier meine 3 Tipps, um das Einkaufen erträglicher zu machen:

1. Online Shoppen – keinen Druck durch die Außenwelt!

Eigentlich ist das Shoppen online nicht besonders nachhaltig, aber wegen meiner Essstörung hat es mich oft „gerettet“. Ich bestelle einfach die Klamotten,  die mir gefallen, wähle sie in unterschiedlichen Größen aus und schicke das, was mir nicht gefällt, einfach wieder zurück. Natürlich ist die Auswahl im Internet begrenzt, aber zu Hause kann ich mich in Ruhe umziehen und mir Zeit bei der Entscheidung lassen.

2. Mit FreundInnen shoppen – mentale und praktische Unterstützung!

Eigentlich gehe ich lieber alleine shoppen. Aber als ich letztes Mal mit meiner Schwester einkaufen war, wurde mir klar, wie viel leichter es war, mit jemandem einzukaufen, der meinen Kampf kennt. Sie war geduldig, gab mir ihr Feedback und war mein geistiger Halt.

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Mich erreichte außerdem ein ganz toller Kommentar von einem oder einer LeserIn aus meinem ehemaligen Beitrag „Über die Angst, zuzunehmen„:

„Ein Trick beim Einkaufen und Kleider Anprobieren wäre es, eine Begleitperson mitzunehmen, die einem die gewünschten Kleider bringt und so beim Ankleiden hilft, dass man die Größe nicht sieht. Dabei arbeitet sich die Begleitperson von einer definitiv zu großen Größe nach unten vor, bis etwas passt. So hat man nie das Gefühl, auf eine größere Nummer ausweichen zu müssen, weil etwas zu eng ist. Nach dem Kauf trennt die Begleitperson die Größenschilder raus, bevor sie das Kleid der zukünftigen Besitzerin übergibt.“

Ist das nicht ein Wahnsinns-Tipp? 😀 So müsst ihr euch nicht einmal um die Kleidergröße sorgen und könnt einfach das anziehen und kaufen, was sitzt! Nach dem Kauf kann die selbe Person außerdem das Größenschild abschneiden!:)

3. Morgens shoppen, um Gedrängel zu vermeiden 

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wenn ich shoppen gehe, dann meistens morgens. In überfüllte Kaufhäuser bringt mich keiner, denn dann dauert diese lästige Prozedur noch länger als nötig. Je früher ihr geht, desto weniger Menschen sind da. Ihr könnt dann ganz in Ruhe durch die Gänge schlendern, eine Kabine besetzen und ungestört Kleider anprobieren.

Abends habe ich weniger gute Erfahrungen gemacht. Oft sind noch mehr da, als man denkt und wenn man abends doch länger als gedacht braucht, gerät man in großen Druck. Meine Schwester und ich waren daher sehr früh vor Ort, sodass ich mich weder beobachtet noch bedrängt fühlte.

Soweit meine kleinen Tipps!

Wie empfindet ihr das Shoppen? Löst es ähnlichen Druck in euch aus? Wie geht ihr damit um?

 

 

 

6 Kommentare zu „Shoppen macht Spaß? Nicht mit einer Essstörung! – 3 Tipps, um das Einkaufen erträglicher zu machen

  1. Liebe Mia, ich kann das alles sehr gut nachvollziehen! Besonders die Sache mit den Größen… ich habe Röcke von Größe 34 bis 42 im Schrank und alle passen, das ist doch irre, oder?! Darunter sind noch mehr als 10 Jahre alte Röcke von H&M, alle in Größe 36. Wenn ich einen von diesem Jahr dranhalte, ist er ganz genauso groß, drin steht aber Größe 40. Also habe ich mich nicht geändert, sondern die Größen!!! Lass dich nicht verunsichern von diesen blöden Zahlen, die stimmen hinten und vorne nicht. Online shoppen ist schön, aber auch so eine Sache, in letzter Zeit musste ich viel zurückschicken, weil es entweder nicht passte oder nicht so aussah wie auf der Homepage.

    Gefällt 2 Personen

    1. Wow, danke für diesen tollen Kommentar! Du hast völlig recht – Größen sind vollkommen willkürlich! Ich habe auch verschiedene Größen, aber nur einen Körper. Wie du schon sagst, ändern sich die Größen und nicht zwangsläufig ich! 🙂

      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

  2. Ich kenne alles, was du beschreibst sehr gut. Ich bin mittlerweile fast komplett auf Online-Shoppen umgestiegen. Wie du schreibst, nicht die nachhaltigste Entscheidung, aber die für mich gesündeste. Nicht nur, dass ich mich dadurch weniger gestresst fühle, ich kann mich mit den Klamotten auch realistischer im Spiegel anschauen. In den kleinen grässlich beleuchteten Umkleidekabinen, sieht der Körper verzerrt aus. Wenn ich mich zu Hause bei Tageslilcht eineinhalb Meter vom Spiegel entfernt hinstelle, sehe ich mich viel realistischer und kann dadurch die ein oder andere Krise vermeiden.

    Ganz liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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