Winterdepression – fröhlichen ersten Advent!

Oh ja, viele wissen, wovon ich rede. Die Winterzeit bricht an und sorgt für kalten Wirbel in unserem Gefühlsleben. Und pünktlich wie jedes Jahr ist sie da. Die kleine Winterdepression.

Warum ist dieser Begriff ständig negativ konnotiert? Wenn er doch so verdammt wahr ist? Dieses unausgeglichene Gefühlsleben. Diese Stimmungsschwankungen. Diese Trägheit. Diese abrupten Heulausbrüche. Diese Traurigkeit. Es geschieht einfach, ohne, dass ich richtigen Einfluss darauf nehmen kann.

Keiner sucht sich diese Gefühle freiwillig aus.

Wenn ich entscheiden könnte, würde ich natürlich immer gut gelaunt und glücklich sein wollen. Doch seit einigen Wochen schleicht es sich eine schwere Last  in meinen Kosmos und benebelt mein Gemüt. Mit jedem Tag, der dunkler wird, verschlimmert es sich. Kein Sonnenschein, nur grau. Sicher reagieren nicht alle so auf das Wetter, wie ich und doch wissen viele, wovon ich rede.

Es ist die ganze Zeit dunkel. Und ich habe das Bedürfnis, bis zum Frühling nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Stattdessen ist der Drang nach etwas süßem nie so intensiv, wie in dieser Jahreszeit.

Hinzu kommt, dass alle krank werden. Um mich herum ein überlaufendes Schwimmbad an roten Nasen und verstopften Nebenhöhlen. Ich arbeite mit Kindern und stecke mich jedes Jahr aufs Neue an, weil die Kleinen so gerne mit mir reden und mich gleichzeitig anniesen wollen.

Vielleicht liegt es aber gar nicht am Wetter.

Vielleicht ist es etwas ganz anderes. Schließlich hatte ich als Kind keine temporäre Tiefphase, die plötzlich kam und plötzlich ging. Als Kind liebte ich den Zauber von Winter, Schneeballschlachten und schönen warmen Pullis.

Das Ende des Jahres sorgt für eine Menge bürokratischen Stress.Viele meiner Rechnungen werden bis zum Ende des Jahres abgezogen und hinterlassen ein unschönes Loch im Geldbeutel. Auch die Steuererklärung ist wieder so weit und die Lust, mich mit meinen Finanzen auseinanderzusetzen, ist eher Verhängnis als Freude.

Und dann noch die Weihnachtszeit! Versteht mich nicht falsch – ich liebe Weihnachten. Aber ich wünschte, es wäre nicht immer so hektisch und kostspielig…In diesem Monat versuche ich öffentliche Orte und Einkaufszentren um jeden Preis zu vermeiden. Es ist einfach voll. Zu voll und zu laut.

Eine enge Person in meinem Leben leidet unter Depressionen. Im Winter ist es für sie natürlich noch schlimmer. Denn nach dem Winter geht es für sie weiter und hört anders als bei mir nicht auf. Ich fühle mich unbeholfen, weil ich kaum einen guten Rat dafür weiß. Vorschläge wie Lichttherapie oder Ausschlafen sind leider zu wenig. Und dann stellt sich mir natürlich folgende Frage:

Wie entkommt man der Winterdepression?

Wie gelingt es, die winterliche Weihnachtszeit zu genießen und den Stress und die Arbeit nicht an sich heran zu lassen?

Keine Ahnung. Aber ich hatte lange nicht mehr das Bedürfnis, weit weg zu reisen, an einen Ort, in dem viel Sonne und Ruhe ist. Mir fehlt ein Ventil, dass mich wieder ruhig stellt. Aber dieser Wunsch ist utopisch. Ich werde keine Bank ausrauben und demnach auch nicht das nötige Geld für eine solche Reise finden.

Aber auch wenn es absurd ist, so werde ich versuchen, ein paar Abstriche in meinem Leben zu machen, damit die Weihnachtszeit weniger hektisch wird. Schließlich geschieht es nur ein Mal im Jahr, dass jede Stadt mit vielen Bunten Lichtern erleuchtet ist der Duft von Lebkuchen die Weihnachtsmärkte umhüllt. Zwar werde ich sie bis in den Frühling aufschieben müssen, aber wenigstens scheint dann wieder die Sonne.

In diesem Sinne, einen fröhlichen ersten Advent! ♥

6 Kommentare zu „Winterdepression – fröhlichen ersten Advent!

  1. Mir schlägt die Jahreszeit auch aufs Gemüt. Das liegt zum einen am grauen, kalten Wetter, zum anderen aber auch an der Weihnachtszeit. In letzterer fühlt man sich oft besonders einsam, das ist zumindest meine Erfahrung und natürlich sind die Feiertage auch mit viel Stress verbunden.
    Ich hoffe du schaffst es gut auf dich selbst zu achten. Im Winter gibt es viele kleine Möglichkeiten sich was Gutes zu tun, dafür sollte man sich Zeit einräumen und vorallem auch mal nein sagen können zu den Sachen, die einem zu viel sind.
    Was man gegen die Winterdepression tun kann weiß ich nicht, genauso wenig wie ich weiß was man gegen andere Depressionen machen kann… für mich ist es aber immer wichtig mir auch die schönen Winterseiten vor Augen zu führen 🙂
    Dir auch einen schönen ersten Advent und ganz viele Grüße 🙂

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    1. Ich glaube, dass das ganze Zusammenspiel an schlechten Wetter, Stress etc. dieses schreckliche Gefühl auslöst. Und in kalten Monaten ist das Einsamkeitsgefühl ähnlich wie vor dir am stärksten! Aber genau wie du, versuche ich mich von den schönen Momenten der Weihnachtszeit berieseln zu lassen – Anders würde es vermutlich gar nicht gehen! Die auch schöne Grüße! Hoffentlich hattest du einen schönen ersten Advent! 🙂

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  2. Bis auf den Termin der Steuererklärung kann ich getrost jedes Wort Deines Eintrages unterschreiben, liebe Mia. Und Du hast völlig Recht: Man sucht sich das nicht aus. Ich würde sonst etwas dafür geben, wenn diese Schwermut, diese Traurigkeit verginge.

    Immerhin bin ich froh, dass es so kleine Lichtblicke doch immer mal gibt zwischendurch. Einer davon ist jedesmal, wenn ich bei Dir lese, wenn ich Dir schreiben kann, wenn Du mir schreibst. Ich fühle dann so eine aufrichige, gegenseitig verstehende Nähe. Die lässt mich immer ein bisschen durchatmen, manchmal auch lächeln. – Vielleicht geht es Dir ein bisshen ähnlich. Das wäre schön.

    Ich wünsche Dir so viele gute, so viele lichterne Momente in der Vorweihnachtszeit wie nur möglich. Ein kleines funkelndes Sternchen * lasse ich Dir als Symbol dafür hier. Steck’s Dir ruhig in die Tasche, nimm es mit, wohin Du auch immer gehst. Wenn Du Dich an das Sternchen in Deiner Tasche erinnerst, wird es womöglich für diesen Moment ein bisschen heller um Dich herum.

    Liebste Adventgrüße an Dich! ❤

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    1. Da hast du recht lieber sternfluesterer, solch kleine Lichtblicke sind unheimlich wichtig – vor allem wenn man sie von verständnisvollen und mitfühlenden Mitmenschen erhält!:-) vielen Dank für deine lieben Wünsche, ich kann sie natürlich nur zurückgeben. Dein Sternchen ist ab sofort gut in meiner Tasche verstaut und immer zugänglich!

      Hoffentlich hattest du einen angenehmen ersten Advent! Viele liebe Grüße! ❤️

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