Wie akzeptiere ich, dass mein Körper sich verändert? – 5 Tipps, um die Veränderungen des Körpers zu akzeptieren

Zuzunehmen ist die eine Sache, es zu akzeptieren, die andere. Aber geht das überhaupt mit einer Essstörungsvergangenheit? Kann man sich den Zwängen endgültig entziehen und die Zunahme hinnehmen? Ja, das geht! Ich habe für euch 5 Tipps, um die Veränderungen des Körpers zu akzeptieren.

Ich habe schon oft erwähnt, dass Essstörungen psychische Krankheiten sind und die wahren Wunden seelischer Natur sind. Die Symptome jedoch äußern sich durch das Essverhalten und auch durch den Körper. Viele Betroffene klagen über ein verzerrtes Körperbild und geraten in einen Zwang, ihren Körper zu kontrollieren und zu verändern.

Um gesund zu werden, muss der Teufelskreis durchbrochen werden. Der Fokus auf den Körper muss aufhören. Die große Frage ist nur, wie man das akzeptieren soll. Wäre es so einfach, würde die Recovery bei den meisten nur halb so lang dauern.

5 Tipps, um die Veränderungen des Körpers zu akzeptieren

1. Das Gewicht halten ist unrealistisch – Der Körper ändert sich immer

Kein Mensch wird sein Leben lang dieselbe Kleidergröße tragen und dasselbe Gewicht auf der Wage haben. Kein Mensch wird immerzu den gleichen Menschen im Spiegelbild sehen – weil der Körper sich ändert. Wichtig ist, zu verinnerlichen, dass das etwas ganz Natürliches ist. Seit unserer Geburt ist unser Körper in einem stetigen Wandel und hört auch niemals damit auf. Das Gewicht ändert sich, die Haut ändert sich, die Haarfarbe ändert sich, alles ändert sich. In der Pubertät ändert er sich, während und nach einer Schwangerschaft ändert der Körper sich, im Alter ändert er sich. Das ist „normal“! Als Kind hat es und schließlich auch nicht gestört, dass unsere Schuhgrößen sich verändert haben, oder?

2. Die Gesundheit über allem stellen

Ebenfalls wichtig ist es, sich die richtigen Prioritäten zu setzen. Im ersten Moment mag es zwar wie ein Weltuntergang erscheinen, ein, zwei oder zehn Kilo mehr zu wiegen, aber jede natürliche Zunahme ist besser als das Leben mit einer Essstörung. Haltet euch diesen Fakt immer wieder vor Augen

3. Den Körper liebkosen

Diese Überschrift klingt zwar ein bisschen strange, aber was ich damit sagen will ist, gut zum eigenen Körper zu sein. Berührt ihn, haltet ihn fest, umarmt ihn, massiert ihn. Viele kommen sich komisch dabei vor, sich selbst zu berühren, dabei ist es unsagbar wichtig, um mit seinem Körper wieder in Einklang zu kommen.

Mir hat es immer sehr geholfen, meine „Problemzonen“ ganz genau anzusehen und zu berühren. Je länger ich sie anschaute, desto „normaler“ wurde der Anblick. Das gleiche mit den Berührungen. Ich fuhr über die Haut, drückte sie und merkte, dass sie sich schön anfühlte. Am schönsten fühlten sich sogar die besonders weichen Stellen z.B. an meinem Bauch an.

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4. Akzeptieren, dass der Körper sich nur „etwas“ ändert

Die Vorstellung ist immer schlimmer als die Realität, denn mit einer erfolgreichen Recovery und intuitiver Ernährung werdet ihr ganz bestimmt nicht 50 Kilo zunehmen. Ich weiß zwar nicht, wie viel ich wiege, aber ich würde von mir behaupten, dass ich nicht mehr als fünf bis zehn Kilo zugenommen habe. Das ist nicht viel! Genauso ist es bei allen anderen Veränderungen des Körpers. Es folgt erst eine Falte, ein weißes Haar, eine zusätzliche Kleidergröße.

5. Weg mit der Waage!

Abschließend noch ein lieb gemeinter Rat: Bohrt nicht zusätzlich in der Wunde – verbannt die Waage aus eurem Leben. Sie sagt rein gar nichts über eure Gesundheit aus und sorgt nur dafür, dass ihr euch weiterhin auf eine Zahl und nicht auf euer natürliches Körpergefühl fokussiert. Ich habe schon seit Jahren keine Waage mehr und es ist ein so schönes und befreiendes Gefühl, nicht zu wissen, wie viel ich wiege.

Auch ein toller Rat von woerterkonfetti: Mistet eure alten Kleider aus. Wartet nicht darauf, dass ihr irgendwann wieder hineinpasst, versucht es auch nicht. Wenn es euch triggert, eure alte Größe im Kleiderschrank zu haben, dann entsorgt sie und schafft Platz für neue!

Hab ihr noch weitere Tipps, um die Zunahme des Körpers zu akzeptieren?

Falls euch das Thema Akzeptanz interessiert, habe ich hier noch weitere Blogposts für euch:

Wenn man’s nicht ändern kann – Radikale Akzeptanz

Die Fessel der Essstörung – die Akzeptanz von körperlichen Veränderungen

Die Dinge akzeptieren, die man nicht kontrollieren kann – mein neues Mantra

Die Scham vor dem nackten Körper überwinden – Selbsttherapie #12

3 Kommentare zu „Wie akzeptiere ich, dass mein Körper sich verändert? – 5 Tipps, um die Veränderungen des Körpers zu akzeptieren

  1. 💚!

    Ich habe gerade in den letzten Tagen tatsächlich festgestellt, dass es auch einfach Gewöhnung ist. Man muss sich erstmal an einen „neuen“ Körper gewöhnen, gerade wenn er sich schnell verändert hat. Und das geht am besten, indem man sich die Zeit dazu gibt und man es sich so bequem wie möglich mit den Veränderungen macht und sie (wie du geschrieben hast) kennen lernt 🙂

    Liebe Grüße!

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  2. Wahnsinnig schön geschrieben! Ich war vor einem Jahr noch Mega dünn. Nur knapp 50 Kilo betuchten meine 1,66 m großen Körper. Dann wurde ich schwanger und mein Körpergefühl war ein ganz anderes. Ich musste mich erst mal an einen neuen Körper gewöhnen.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen Kommentar! 🙂 Ja, der Körper ändert sich während einer Schwangerschaft sehr – das ist etwas, das man erst einmal begreifen muss! Aber fühlst du dich trotzdem wohl in deinem Körper? 🙂

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