Essstörung und Schuldgefühle: warum ich einen Blog erstelle

Würdet ihr mich auf der Straße sehen, käme euch mit Sicherheit nicht der Gedanke, wer und wie ich eigentlich bin. Mit einem Lächeln auf den Lippen sieht man es mir nicht an und das ist eigentlich  das Traurige daran.

Ich bin im Prinzip ganz „normal“ – , studiere, unternehme was mit Freunden und bin gerne viel unterwegs. Auf den ersten Eindruck würde ich mich selbst als freundlich, fröhlich und humorvoll bezeichnen. Ich bin nicht die Lauteste, aber auch nicht die Leiseste. Ich höre von vielen, dass ich ein starkes Selbstbewusstsein verkörpere. Doch die wenigsten wissen, wie zerbrechlich und kaputt ich jenseits dieser Fassade manchmal bin. Und falls ihr mich gerade schon durchschaut habt, dann wisst ihr sicher auch, dass nun eine Wendung folgt.

Ich leide seit Jahren unter einer Essstörung.

Gerade mal 3 Menschen aus meinem Umfeld wissen darüber Bescheid und das ist auch gut so. Ich habe eine durchschnittlich schlanke Figur, daher würde man es bei mir sicherlich nicht vermuten.

Ich hatte jedoch alles – angefangen von einem ungesund magersuchthaftem Verhalten, bis hin zu unaufhörlichen Fressattacken und dem anschließenden Verabschieden davon (auch unter dem Namen Bulimia nervosa bekannt).

Jedenfalls leide ich seit mehreren Jahren  unter Bulimie und bin seit einem Jahr in Therapie. Über diesen Zeitraum habe ich so viele neue Dinge gelernt, die ich unmöglich für mich behalten kann, weil ich weiß,  dass es so viele Menschen gibt, die genauso empfinden, leiden und kämpfen, wie ich. Und dennoch spricht man nicht darüber. Dies will ich hier ändern. Deshalb habe mich nach einem halben Jahr intensiver Überlegung dafür entschieden, dass ich diesen Blog einfach erstellen MUSS. Hier teile ich meine Geschichte und den weiteren Werdegang mit euch, denn trotz wunderbarer Fortschritte, ist der Kampf noch lange nicht vorbei.

Eine Essstörung ist sehr ernst zu nehmen, da sie in dieser Gesellschaft so häufig vorkommt, wie eine Grippe und man unbedingt dagegen ankämpfen muss.

Daher werde ich versuchen, euch aus meiner eigenen Erfahrung eine gesunde Selbstwahrnehmung und normales Essverhalten nahezubringen. Aus Scham und Selbsthass soll ein gesundes Selbstbewusstsein hervorspringen. Das ist jedenfalls der Plan :).

Falls ihr unter Depressionen leidet (ebenso eine mögliche Folge von Essstörungen), werdet ihr hier vielleicht auch mit einigen Ratschlägen von mir gestärkt.

Der „Anker“ visualisiert mein imaginäres Symbol der Hilfe, des Haltes, der Kraft und Heilung. Er ist mein Anker und wird er es auch für euch sein.

Das wars vorerst! Die nächsten Blogbeiträge folgen bald!

 

4 Kommentare zu „Essstörung und Schuldgefühle: warum ich einen Blog erstelle

  1. Vielleicht erstaunt es Dich ein bisschen, dass ich meinen ersten Kommentar hier auf Deinem Blog ausgerechnet unter diesen, Deinen ersten Eintrag setze, auch wenn der „schon ein bisschen her“ ist.

    Es ist Deine Intension hier zu schreiben, die Du in diesem Eintrag erklärst und begründest – die gefällt mir sehr. Es ist stark aus einer eigenen Erkrankung und den selbst damit gemachten Erfahrungen heraus, anderen Menschen Unterstützung anzubieten und, mehr noch, Mut zusprechen zu wollen.

    Ich leide zwar an keiner Essstörung, aber es gibt Anderes was mit mir und bei mir nicht richtig stimmt. Einiges davon wird Dir nicht verborgen bleiben oder geblieben sein, wenn Du in meinem Blog liest oder schon gelesen hast.

    Dass Du meinem Geschreibsele seit heute dennoch folgen magst, dadür möchte ich Dir hier Dankeschön sagen. Du bist sehr willkommen! –

    Ich werde mich nun bei Dir hier auch ein bisschen intensiver umschauen – Du hast ja hier auch angekündigt, nicht zur Problematik von Essstörungen zu schreiben …

    Hoffend und wünschend, dass Dir Deine Krankheit nicht (mehr) gar zu sehr zusetzt, lasse ich Dir viele freundliche und liebe Grüße hier, Mia!

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank für deinen sehr netten Kommentar!!

      Und auch wenn du (zum Glück!) keine Essstörung hast, so wirst du einige Gefühlszustände oder Emotionen vielleicht trotzdem nachvollziehen können.

      Deinen Blog habe ich eigentlich nur durch Zufall entdeckt aber mich sehr schnell für deinen lyrischen Schreibstil begeistert! Die Art und Weise, wie du deine Gedanken thematisierst, gefällt mir!
      Ganz liebe Grüße auch dir, lieber sternenfluesterer!

      Gefällt 1 Person

      1. Dankeschön! Das ist ein großes Kompliment für mich, vielen lieben Dank!

        Ja, einige Emotionen und Gefühlszustände kann ich durchaus nachvollziehen – leider kenne ich sie, wenn ihnen auch andere Ursachen zugrunde liegen. Und dann habe ich während eines Klinikaufenthalts eine Frau, die Anorexie hatte, ein bisschen näher kennenlernen können und manches sehr interessante und für mich aufschlussreiche Gespräch führen können. Sie war ein wunderbarere Mensch, eine tolle Persönlichkeit!

        Na ja …

        Bab‘ eine gute Nacht, liebe Mia, und morgen einen schönen Sonntag!

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