Minderwertigkeitskomplexe – Ich muss mir erst wichtig genug sein, um gesund zu werden!“

In diesem Beitrag geht es um Minderwertigkeitskomplexe. Diese müssen nämlich unbedingt abgelegt werden, um überhaupt gesund werden zu können.

Vorab eine kleine Anmerkung: Dieser Beitrag enthält eine unbeabsichtigte Theatralik – wundert euch also nicht über die ein oder andere Formulierung.:P

Minderwertigkeitskomplexe – hat das neuerdings „jeder“?

In meinem Beitrag Sind wir die Generation Depression? habe ich bereits die Theorie mit euch geteilt, dass ich den Eindruck habe, dass heutzutage immer mehr Menschen psychisch erkranken. Bei Minderwertigkeitskomplexen sehe ich das ähnlich.

Minderwertigkeitskomplexe bezeichnen ein krankhaftes Minderwertigkeitsgefühl, das sich zum Beispiel auf das Aussehen oder auf die eigene Intelligenz beziehen kann. Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen fühlen sich weniger wert – minderwertig eben. Und ich glaube, dass unsere idealisierte, normative, profitorientierte Leistungsgesellschaft einen großen Teil dazu beiträgt.

Wenn wir uns nicht wichtig sind, können wir uns nicht retten.

Eigentlich liegt es klar auf der Hand: wenn uns etwas nicht interessiert, widmen wir diesem weniger Aufmerksamkeit und kümmern uns weniger um ihn.

Und vielleicht ist das ein blödes Beispiel, aber meine Topfpflanzen kriegen mehr Pflege und Aufmerksamkeit von mir als meine Plastikplanzen. Manchmal fallen mir letztere während des Aufräumens auf den Boden. Ich hebe sie manchmal nicht sofort auf, weil sie ja „nur“ aus Plastik bestehen und ich weiß, dass sie weniger wert sind. Meine Topfpflanzen hingegen hege und pflege ich voller Leidenschaft und Liebe. Niemals würde ich sie willentlich auf dem Boden liegen lassen. Sie sind ja schließlich Lebewesen und demnach „wichtiger“.

Ich bin früher nicht besser mit mir umgegangen als mit meinen Plastikplanzen.

Es gab vieles, das mir wichtig war, mein Selbstwert gehörte allerdings nicht dazu. Ich hielt nichts von mir, weder von meinem Aussehen noch von meiner Intelligenz. Es gab Topfpflanzen, denen ich mehr Liebe gab, als mir selbst.

Und so geschah mit mir das, was geschieht, wenn man sich um etwas nicht kümmert: es verkommt. Und je kränker ich psychisch wurde, desto niedriger wurde mein Selbstwert. Irgendwann, als ich die Heilung meiner Essstörung anstrebte, wurde mir klar, dass es mir nicht gelingen würde, wenn ich nicht eine bestimmte Denkweise ablegen würde.

Ich musste mir erst wichtig genug sein, um gesund zu werden.

Für meinen Heilungsweg sah ich ein, mich erst zu schätzen und lieben zu lernen, um überhaupt gesund werden zu KÖNNEN! Ich musste für etwas kämpfen, das mir wichtig war – mein LEBEN.

Jetzt, wo ich weiß, dass ich etwas habe, um dass es sich zu kämpfen lohnt, habe ich eine ganz andere Einstellung. Ich bin ehrgeiziger und willentlicher. Ich stecke Rückschläge besser weg. Ich mache weiter.

Sind meine Komplexe nach dieser Erkenntnis alle fort?

Nein. Von Zeit zu Zeit holen mich die Minderwertigkeitskomplexe schlagartig wieder ein. Wenn ich zum Beispiel irgendwo scheitere oder gewaltig falsch liege. Wenn mich die Trigger „Ich bin schlecht“, „Ich bin dumm“, „Ich bin eine Versagerin“ überrollen.

Doch ich versuche sie weiterziehen zu lassen, da nicht alle Grundannahmen über mich stimmen. Sie spiegeln nur meinen Selbstwert wider. Und meinen Selbstwert kann ich ändern! Dafür bin ich mir wichtig genug.

Um wirklich gesund zu werden, müsst ihr euch deshalb überhaupt wichtig genug sein!

Fühlt euch also nicht minderwertig! Das seid ihr nämlich nicht! ♥️

PS.: Mein Buch „Zwischen meinen Worten“ ist jetzt erhältlich!

zwischen_meinen_worten

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