Sylvester und die Sache mit dem Essen

Frohes neues Jahr ❤️

Ich hoffe, ihr alle seid schön reingerutscht! Wart ihr Teil der motivierten Raketenschießer, oder habt ihr gemütlich aus dem Fenster das Feuerwerk betrachtet? Auf welche Weise ihr auch immer den Abend verbracht habt – ich hoffe, ihr hattet eine angenehme Nacht.

Meine war es im Prinzip auch. Eine ruhige Runde mit ein paar engen und entfernten Freunden. Es gab Scharade und ein paar Tanzeinlagen, aus denen ich mich aber weitestgehend zurückgehalten habe.

Wie der Charme meines Blogs es verrät, möchte ich in diesem Beitrag ein paar Worte dem Essen widmen. Sylvester und das Essen. Eine vereinte Instanz.

Das Jahr wird traditionell nicht nur mit viel Party, Alkohol und ordentlichem Krach begrüßt, sondern auch mit bestimmten Speisen garniert. Denn auf fast jeder Party gibt es was zu naschen. Raclette und Buffets sind besonders beliebt. Bei uns traf gestern letzteres zu.

„Nasch-zember“?

Der ganze Dezember ist bereits sehr gefährlich, weil meiner Ansicht nach in keinem Monat so viel genascht wird, wie an diesem. Und dann auch noch Weihnachten. Essen, essen, essen. Naschen, naschen, naschen. Eine Woche später geht es damit weiter. Gestern war wie nicht anders zu erwarten ein sehr „leckerer“ Start ins neue Jahr!

Offenes Zielfeld

Man mag kaum glauben, wie  schwer es für eine essgestörte Person ist, sich den Köstlichkeiten einer Feier auszusetzen. Man kann nichts anderes tun, als sich zurückzuhalten oder komplett zu entfernen. Es ist, als würde ein trockener Alkoholiker in einem Raum voller Spirituosen gefangen sein und nichts trinken dürfen. Mit dem Unterschied, dass Menschen mit einer Essstörung irgendwie essen müssen.

Doch der Wert des Genusses und die Freude daran verschwinden gänzlich und werden durch Panik und Angst ersetzt. Der innere Druck und Zwang zum Selbstzwang bereiten mir solche Kopfzerbrechen, die ein Ventil für diesen Stress suchen.

Essen war für Verzicht von Essen nicht selten ein solches Ventil. Paradox, oder?

Dann bahnte sich das schlechte Gewissen an. Dieses war noch schmerzvoller als die Bauchschmerzen. Ich hatte mir einen gesünderen Start ins neue Jahr gewünscht. Und damit meine ich nicht die ungesunden Speisen.

Geradeaus, statt zurück!

Aber man muss natürlich immer nach vorne sehen. Im Vergleich zu den letzten Monaten habe ich eine leichte Besserung aufgezeigt. Ich habe es geschafft, aufzuhören und den Raum zu verlassen. Ich habe meinem Bauch gehorcht, als er mich anflehte, nicht weiter zu essen. Das Jahr hat begonnen und statt als Rückschritt, könnte ich ihn genauso gut als Fortschritt betrachten.

Ich teile meine Schattenseiten dieser Krankheit ganz bewusst mit euch. Ich möchte damit das auf und ab der Heilung  visualisieren. Trotz Niederschläge geht es nach vorne!

All jene, die mit Essstörungen zu kämpfen haben und gestern eine schwere Zeit damit hatten, sind keinesfalls alleine. Es geht so vielen so. Selbst auf der Party haben sich mindestens zwei Frauen mit meiner Krankheit entlarvt. Sie wussten vermutlich nicht, dass wir im selben Boot sitzen, doch ich erkannte die Anzeichen. Es ist inzwischen wie ein sechster Sinn geworden.

Damit verabschiede ich mich an diesem etwas ruhigen Montagabend. Morgen geht das Jahr erst „richtig“ los und wird für uns alle ein hoffentlich wundervolles und möglichst sorgenfreies. ♥

2 Kommentare zu „Sylvester und die Sache mit dem Essen

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